Werner Sperber
Der Nebenwerte-Investor baut auf den Tiefbauspezialisten Bauer AG. Der Effecten-Spiegel geht davon aus, dass der Aktienkurs von Loewe weiter nach oben schnurrt. Zudem gibt es Änderungen in einem Musterdepot.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Nebenwerte-Investors erklären: Die Bauer AG ist ein Bau- und Maschinenbaukonzern mit Spezialgebiet Tiefbau und rund 110 Tochterfirmen in 70 Ländern. Zudem fasst das Unternehmen in der dritten Sparte "Resources" die Aktivitäten beim Abbau von Rohstoffen, in der Umwelttechnik, der Geothermie sowie für Materialien zum Brunnenbau und Brunnenausbau zusammen. Nach einer Gewinnwarnung Ende Oktober sank der Aktienkurs um mehr als 20 Prozent. Vorstandsvorsitzender Thomas Bauer begründete die gesenkten Ziele mit verschobenen Projekten aufgrund der politischen Unruhen im arabischen Raum. Wenige Tage später erklärten die Auftraggeber für die Sanierung des Staudamms Mosul im Irak, ihre Absicht, den Auftrag im Wert von mehr als 1,9 Milliarden Euro im Verlauf von sechs Jahren an die Bauer AG vergeben zu wollen. Das Unternehmen hatte sich zwei Jahre um diesen Auftrag bemüht. Ein endlich tatsächlich unterzeichneter Vertrag würde dem Aktienkurs weiteren Schub verleihen, doch auch ohne ihn steht die Bauer AG solide da: Der Auftragsbestand beträgt ohnehin 740 Millionen Euro. Damit sollten die Gewinne wieder steigen. Neue Wachstumschancen könnten sich die Bauer AG auch mit Offshore-Anlagen erarbeiten. Der Vorstand rechnet mit weiteren Aufträgen, nachdem das prestigeträchtige Gezeitenkraftwerk vor der schottischen Küste fertig gestellt worden ist. Auch das Segment Resources dürfte vor allem mit Wasserreinigungsanlagen im Oman und in Jordanien zulegen. Die Aktie der Bauer AG ist aufgrund der guten regionalen Diversifizierung sowie der bemerkenswerten Auftragslage kaufenswert. Das Unternehmen dürfte in den nächsten Jahren um jeweils fünf bis zehn Prozent wachsen. Das KGV für das Jahr 2013 beträgt lediglich 12 und das aktuelle KBV nur günstige 0,9. Anleger sollten dennoch erst einen möglichen Rücksetzer bis auf 23 Euro abwarten. Wenn in den nächsten Wochen der Mosul-Vertrag unterschrieben wird, dürfte die Notierung schnell mehr als 30 Euro kosten.
Änderung im Musterdepot des Nebenwerte-Investor:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 100 Anteile des Progress-Werkes Oberkirch PWO zu 34,10 Euro aufgenommen.

Der Effecten-Spiegel: Der Loewe kehrt um, zum Erfolgspfad
Die Umsätze der Loewe AG sind in der Vergangenheit gesunken und der Hersteller innovativer und hochwertiger Fernsehgeräte erwirtschaftete Verluste. Für dieses Jahr sagt der Vorstand die Trendwende voraus. Dazu bietet der Konzern nun doch Geräte im mittleren Preissegment an. In Jahren mit großen Sportereignissen steigen die Absatzzahlen von TV-Geräten ohnehin üblicherweise an. Der Aktienkurs stieg allerdings erst aufgrund der Zusammenarbeit mit dem US-Konzern Apple enorm. Dabei verkauft Apple die neuen Audio-Apparate der Loewe AG in den eigenen Online-Shops und Geschäftsfilialen. Die Loewe AG hat dafür eigens für Apple sogenannte AirSpeaker entwickelt, mit denen drahtlos Musik von den Apple-Geräten abgespielt werden kann. Der Tablet-PC iPad wird mit Hilfe der Assist Media App zudem zu einer großflächigen Fernbedienung. Auch dem japanischen Elektrogeräte-Konzern Sharp scheint sich die Loewe AG anzunähern. Sharp hält 28,8 Prozent der Loewe-Aktien und es gebe nach zähen Verhandlungen nun erste Anzeichen dafür, dass Sharp der Loewe AG Zugang zu aktuellen und künftigen Technologien gewährt. Dafür bietet das deutsche Unternehmen dem japanischen Konzern Zugang zum eigenen Fachwissen. Die Experten des Effecten-Spiegels urteilen: Insgesamt stehen die Chancen gut, dass der Vorstand diesmal die eigenen Ziele einhält und den Umsatz sowie das Ergebnis im laufenden Jahr deutlich verbessert. Im Jahr 2011 sind die Erlöse des Unternehmens um elf Prozent auf mehr als 274 Millionen Euro gesunken und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verschlechterte sich von minus 5,3 Millionen auf minus 10,5 Millionen Euro. Mit flüssigen Mitteln von mehr als 25 Millionen Euro und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,83 sind die Aktien unterbewertet. Das Kurspotenzial bei dieser Technologiewette auf einen glänzenden Turnaround reicht bis acht Euro.
Änderungen im Musterdepot des Effecten-Spiegels:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 100 Anteile der Bauer AG zu 24 Euro aufgenommen sowie 500 Call-Optionsscheine (WKN DB3 5BS) auf den DAX zu 3,70 Euro.
Änderungen in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Die Verantwortlichen für das kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben ihre 2.300 Anteile an der MPH Mittelständische Pharma Holding mit einem Minus von 0,4 Prozent zu 2,61 Euro ausgebucht. Zudem haben sie sich mit einem Verlust von zwei Prozent zu 23,335 Euro von ihren 330 Aktien von Sourcefire getrennt.
Änderung im Musterdepot von Aktien-Strategie:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio möchten 200 Anteile von Tipp24 zu höchstens 34,30 Euro einbuchen.
Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.