Werner Sperber
Der Chart Trader sieht Chancen für die Aktie von Süss Microtec. Der Aktionärsbrief fährt auf Porsche ab. Traders-Journal steigt mit einem Derivat bei BMW ein. Der Rohstoff-Report beschäftigt sich mit dem Sachwert "Kunst" und dabei konkret mit Artnet. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Chart Trader erinnern daran, dass der Aktienkurs von Süss Microtec jüngst gesunken ist und dabei zwischenzeitlich die 200-Tage-Linie unterschritten hat. Derzeit notiert der Anteilschein des Technologieunternehmens wieder oberhalb dieses gleitenden Durchschnitts. Unterstützungen liegen bei neun Euro udn bei 8,55 Euro. Nach einer kurzen Phase mit kaum veränderten Kursen, dürfte es eher in Richtung elf Euro aufwärts gehen. Dort sollte sich die Notierung einpendeln.

Der Aktionärsbrief: Porsche braucht niemand, will aber jeder haben
Porsche-Gründer Ferdinand Porsche, soll gesagt haben, er baue Autos "die keiner braucht, aber jeder haben will". Nach Ansicht der Experten des Aktionärsbriefes ist ihr "Bulle der Woche" in dieser Disziplin weiterhin erstklassig, wie die Absatzsteigerung von 36 Prozent im ersten Halbjahr 2011 bestätigt. Vertriebsvorstand Bernhard Maier erwartet, im Gesamtjahr erstmals mehr als 100.000 Sportwagen zu verkaufen. Die Wachstumsregion, mit mehr als 20.000 Fahrzeugen als Absatzziel, ist China und das Wachstums-Modell ist der Cayenne. Um die Lieferzeiten zu verkürzen, sollen im Werk Leipzig die Produktionskapazitäten ausgebaut werden. Nach dem Debakel der Volkswagen-Übernahme konzentriert sich Porsche wieder erfolgreich auf das operative Geschäft. Deshalb bleibt es beim Kursziel von 65 Euro.
Änderungen in einem Musterdepot des Aktionärsbriefes:
Die Verantwortlichen für das Allround-Musterdepot haben 300 Anteilscheine von Gildemeister zu 14,22 Euro aufgenommen und bei 13 Euro abgesichert. Die 50 Aktien von HTC sind nach Redaktionsschluss mit Verlust ausgestoppt worden.
Traders-Journal: BMW mit Rabatt
Derzeit konsolidiert der Aktienkurs von BMW, doch dabei bleibt der mittelfristige Aufwärtstrend intakt. Die Experten von Traders-Journal hoffen, dass die Notierung bei 65,49 Euro das Kaufsignal der Vorwochen bestätigt. Wenn der Kurs von dieser Marke wieder steigt, sind mittelfristig Notierungen von bis zu 80 Euro möglich. Das bullishe Chartbild kippt erst bei Schlusskursen von weniger als 58,83 Euro. Die Experten raten auch zum Kauf des am 20. Dezember 2012 fälligen Discount-Zertifikates (WKN GS4 105) von Goldman Sachs auf BMW. Die Bank zahlt maximal 48 Euro zurück. Das entspricht einer Rendite von 9,6 Prozent beziehungsweise 6,6 Prozent auf ein Jahr gerechnet.
Der Rohstoff-Report: Auf die Übernahme von Artnet spekulieren
Hans Neuendorf ist nach Angaben der Experten des Rohstoff-Reports ein langjähriger Kunstkenner und Vorstandsvorsitzender von Artnet. Der Konzern zieht monatlich 1,8 Millionen unique visitors auf die Internetseite www.artnet.com. Er bietet einen wohl global einmaligen Überblick über den Kunstmarkt mit allen wesentlichen Entwicklungen. Artnet Galleries ist ein Netzwerk von derzeit rund 2.100 Kunstgalerien und Auktionshäusern weltweit. Die angeschlossenen Galerien führen an Artnet eine Gebühr ab. Artnet Price Database ist das eigentliche Kernprodukt von Artnet. Es handelt sich um eine ständig aktualisierte Datenbank mit Auktionsergebnissen seit 1985. Der an sich eher untransparente Kunstmarkt erhält dadurch eine einzigartige Öffentlichkeit, die sich Datenbank-Abonnenten etwas kosten lassen. Der hoffnungsvollste und jüngste Geschäftsbereich nennt sich Artnet Auctions. Hier zeigt sich, wie die anderen beiden Bereiche ineinander übergreifen. Denn basierend auf Daten aus den Preis-Datenbanken werden von Experten Schätzungen und Mindestgebote für Kunstwerke erarbeitet, die vorwiegend von den Mitgliedern des Galerienetzwerkes stammen. Die Werke werden auf der Plattform versteigert. Darüber hinaus veröffentlicht Artnet im Segment Artnet Magazine werbefinanzierte Kunstpublikationen in mehreren Sprachen. Die Online-Auktionen sind klar die Wachstumsfantasie von Artnet. Sowohl die Datenbank als auch das Galerienetzwerk können zwar von einem Erfolg von Artnet Auctions mit profitieren, das stärkste Potenzial haben aber die Auktionen selber. Das Unternehmen verdient brutto 20 Prozent am Auktionserlös. Nach 13,7 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2010 und einem kleinen Verlust sollen 2011 rund 15 Millionen Euro erlöst werden. Ausgehenden von den Ergebnissen des ersten Quartals sollte ein EBIT von mindesten 0,5 Millionen Euro zu erreichen sein. Da Artnet Auctions klar im Aufwärtstrend ist, sollte 2012 das EBIT bei weit mehr als einer Million Euro liegen. Das KGV beträgt mehr als 25, was im Internet-Bereich durchaus üblich ist. Neuendorf hat also mit dem Ausbau der Online-Auktionen den entscheidenden Schritt in Richtung Wachstum getan. Vom Erfolg dieser Plattform hängt ab, ob Artnet zu einer echten Größe wird. Je schneller das funktioniert, desto wahrscheinlicher wird eine Übernahme durch einen direkten Konkurrenten, wie Artprice, oder aber durch klassische Auktionshäuser wie Sothebys oder Christies.
Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:
Im ausgewogen ausgerichteten Musterdepot sind die 180 Anteilscheine von Saipem mit einem Verlust von zehn Prozent zu 33,30 Euro ausgestoppt worden. Die Verantwortlichen für das dynamisch orientierte Musterdepot haben 2.500 Aktien von Tingyi zu 2,08 Euro aufgenommen und bei 1,73 Euro abgesichert. Nun möchten sie noch ihre 2.000 Call-Optionsscheine (WKN CM8 6PL) auf Brent-Öl zu mindestens 3,25 Euro ausbuchen. Die Verantwortlichen für das konservativ aufgestellten Musterportfolio möchten ihre 300 Discount-Zertifikate (WKN DR1 8JK) auf den DAX zu mindestens 36,85 Euro ausbuchen und durch 150 Bonus-Zertifikate (WKN AA2 DYD) auf den DAX zu höchstens 70,60 Euro ersetzen. Im Trend-Musterdepot sind die 1.500 Call-Optionsscheine (WKN DZ2 PCL) auf das Währungspaar Euro/Japanischer Yen mit einem Verlust von 16 Prozent zu 2,28 Euro ausgestoppt worden. Die Verantwortlichen haben dafür 1.000 Call-Optionsscheine (WKN BN7 0V7) auf BMW zu 4,10 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 2,30 Euro gesetzt. Nun möchten sie noch 100 Titel von Porsche zu höchstens 52,10 Euro aufnehmen. Das Kursziel beträgt 70 Euro und der Stoppkurs wird bei 41,80 Euro gesetzt.
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