Werner Sperber
Aktien-Strategie sieht Licht und Schatten bei Kontron. 4investors beschäftigt sich mit Solarworld und Volkswagen. Der Aktionärsbrief fährt bei der Balda-Rallye weiter mit und macht Loewe zum "Bären der Woche". Börse Online mag die Wertpapiere der Wertpapierhandelsbank Lang & Schwarz. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Aktien-Strategie erklären, die fundamentalen Daten von Kontron für das erste Quartal waren sehr gut, die Charttechnik sieht dagegen durchwachsen aus. Der Umsatz des Herstellers von Mini-Computern stieg im Jahresvergleich um 33 Prozent auf mehr als 130 Millionen Euro. Der Auftragsbestand erhöhte sich auf annähernd 464 Millionen Euro. Das operative Ergebnis legte um fast 176 Prozent auf 7,36 Millionen Euro zu. Der Gewinn belief sich auf 5,57 Millionen Euro beziehungsweise 0,10 Euro je Aktie. Der Vorstand prognostiziert für das laufende Jahr einen Erlöszuwachs von 7,9 Prozent auf 550 Millionen Euro. Die operative Marge soll von bereinigt 6,1 Prozent auf acht bis neun Prozent zulegen. Die Experten schätzen den Umsatz für 2011 auf bis zu 560 Millionen Euro und für 2012 auf 600 Millionen Euro. Die operative Marge dürfte im laufenden Jahr acht Prozent und im nächsten 8,5 Prozent betragen. Den Gewinn pro Anteilschein schätzen sie auf 0,57 Euro für 2011 beziehungsweise 0,65 Euro für 2012, was einem KGV von 13 entspräche. In den nächsten Jahren sollte die operative Gewinnspanne zweistellig werden, da Kontron auf margenschwächeres Geschäft verzichtet. Das Chartbild sieht dagegen vor allem bei mittelfristiger Betrachtung schwach aus. Die Aktie pendelt seit mehreren Jahren zwischen fünf und neun Euro. Sollte ein Ausbruch nach oben gelingen, könnte der Kurs klar zweistellig werden. Anleger sollten sich bis zu einem Kurs von 8,42 Euro ein paar Stücke ins Depot legen. Mit den guten Zahlen im Rücken ist die Gefahr für einen Kursrückgang begrenzt. Zusammen mit der soliden Bilanz und einer Eigenkapitalquote von 64 Prozent ergibt sich ein "fairer Wert" von rund zehn Euro. Der Stoppkurs sollte bei 7,35 Euro platziert werden.
Änderungen im Musterdepot von Aktien-Strategie:
Die Verantwortlichen haben ihre 900 Anteilscheine von Analytik Jena 521350 mit einem Gewinn von 14 Prozent zu 9,88 Euro ausgebucht und dafür 600 Aktien von Basler 510200 zu 14,15 Euro aufgenommen.

4investors: Solarworld und Volkswagen haben (wieder/weiter) Chancen
Nach den Kursverlusten von Mittwoch rückt bei der Aktie von Solarworld die wichtige und starke Unterstützungszone von 9,50 bis rund 10,00 Euro ins Blickfeld. Wenn der Notierung der erneute Anstieg auf mehr als 10,42 beziehungsweise 10,55 Euro gelingen würde, so wäre nach Ansicht der Experten von 4investors der zuletzt rückläufige Trend gedreht. Dann könnte auch die wichtige Hürde bei 11,95 bis 12,19 Euro überwunden werden. Sinkt der Kurs jedoch auf weniger als 9,50 Euro, würde ein deutlich bearishes Chartsignal erzeugt, das ein Kursziel um neun Euro ermöglicht.
Die Experten von 4investors erklären, dass die Veröffentlichung der Quartalszahlen dem Kurs der Vorzugsaktien von Volkswagen zu den deutlichen Gewinnen am Mittwoch verholfen hat. Mit dem Anstieg auf 127,95 Euro, beziehungsweise 126,50 Euro als Schlusskurs, hat sich ein Kaufsignal bestätigt. Der Anstieg über die Marke von 118 Euro hat den Weg in Richtung 125,75 Euro und 129,40 Euro frei gemacht. Heute sollte abgewartet werden, ob es zu einer technischen Korrektur kommt, nachdem gestern das obere Ende des Bollinger-Bandes überschritten wurde. Allerdings steigt die Begrenzung an. Die nächsten charttechnischen Widerstände befinden sich bei 129,40 Euro und bei knapp weniger als 133,25 Euro.
Der Aktionärsbrief: Balda und Loewe im Fokus
Gerüchten zufolge hat der US-Computer- und Unterhaltungselektronik-Konzern Apple für das laufende Jahr mehr als 64 Millionen berührungsempfindliche Bildschirme bestellt. Die Experten des Aktionärsbriefes gehen davon aus, dass Apple einen Großteil davon bei der taiwanesischen TPK geordert hat. TPK ist führend bei der Herstellung dieser Touchscreens für Mobiltelefone und der deutschen Balda AG gehören noch immer 16 Prozent der Aktien. Aufgrund des TPK-Erfolges an der Börse ist der Balda-Anteil derzeit 12,65 Euro je Balda-Aktie wert. Der Balda-Vorstand möchte diesen Anteil im Spätsommer verkaufen und eine Sonderdividende ausschütten. Die Rallye der Balda-Aktie sollte andauern, wobei das nächste Kursziel elf Euro beträgt.
Die Experten des Aktionärsbriefes haben die Aktie von Loewe zum "Bären der Woche" gekürt. Das oberfränkische Unternehmen ist seit Jahren im Niedergang begriffen, wie die gesamte europäische Fernsehgeräte-Industrie. Die asiatische Konkurrenz, etwa von Samsung, produziert einfach viel billiger. Nachdem Grundig, Schneider oder Telefunken bereits aufgegeben haben, verkauft nun auch der niederländische Philips-Konzern sein verlustträchtiges TV-Geschäft nach China. Auch Loewe wird diesem Preiskampf früher oder später zum Opfer fallen, weshalb die Aktie Tabu bleibt.
Änderungen in einem Musterdepot des Aktionärsbriefes:
Im spekulativ ausgerichteten Musterportfolio sind die 175 Anteilscheine von Bet-at-home.com mit einem Gewinn von 39 Prozent zu 33 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 2.500 Aktien von GFT Technologies zu 4,18 Euro aufgenommen. Nun möchten sie noch 400 Vorzugsaktien von WMF zu höchstens 26,50 Euro einbuchen.
Börse Online: "Grüne Ampel" für Lang & Schwarz
Der Aktienkurs der Wertpapierhandelsbank Lang & Schwarz macht sich daran, die Marke von zehn Euro zu erreichen. Der Indikator MACD (Moving Average Convergence/Divergence) begünstigt das mit einem Kaufsignal auf Wochenbasis. Zudem ist der seit Juli 2007 gültige Abwärtstrend gebrochen worden. Neben den charttechnisch positiven Aussichten sollten Anleger nach Ansicht der Experten von Börse Online auch wegen der Dividendenrendite von neun Prozent einsteigen, zumal die Unterstützung solide erscheint. Das Kursziel beträgt zehn Euro und der Stoppkurs sollte bei 5,70 Euro gesetzt werden.
Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:
Im ausgewogen ausgerichteten Musterportfolio sind die 110 Anteilscheine von Hochtief mit einem Verlust von drei Prozent zu 59,90 Euro ausgestoppt worden. Zudem haben die Verantwortlichen ihre 800 Bonus-Zertifikate (WKN AA2 DW2) auf Harmony Gold Mining mit einem Gewinn von 14 Prozent zu 12,90 Euro ausgebucht. Nun möchten sie 270 Aktien von Symrise zu höchstens 22,40 Euro sowie 65 Papiere von Siemens zu maximal 99 Euro aufnehmen. Im dynamisch ausgerichteten Musterdepot werden die 250 Call-Optionsscheine (WKN CM8 2LL) auf das Währungspaar Euro/US-Dollar nicht mehr geführt. Die Verantwortlichen haben ihre 100 Call-Optionsscheine (WKN TB8 A3B) auf Gold mit prozentual zweistelligem Gewinn ausgebucht und durch ebenfalls 100 Call-Optionsscheine (WKN TB9 MTQ) auf denselben Basiswert zu 50,36 Euro (Stoppkurs bei 29,50 Euro) ersetzt. Nun möchten sie noch 230 Aktien von Komatsu zu höchstens 23,50 Euro einbuchen. Im Trend-Musterportfolio sind die 400 Anteilscheine von Crédit Agricole mit einem Verlust von elf Prozent zu 10,85 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 100 Aktien von Danone zu 48,70 Euro aufgenommen und bei 41,90 Euro abgesichert. Nun möchten sie noch 600 Papiere von Lang & Schwarz zu höchstens 7,65 Euro einbuchen
Änderung im Musterdepot des Zertifikate & Optionsscheine Trader:
Die 482 Anteilscheinen an dem ETF (WKN A0V 9ZA) auf Zink sind mit einem Verlust von acht Prozent zu 9,50 Euro ausgestoppt worden.
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