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Börsenwelt Presseschau: DAX, Öl, Gold und UMS United Medical Systems unter der Lupe

Werner Sperber

Fuchs Kapitalanlagen nennt die Einstiegsmarken in den DAX auch für vorsichtige Anleger. Das Zertifikatejournal möchte an Brent-Rohöl verdienen und hat ein passendes Derivat parat. Der Frankfurter Börsenbrief hält die kurzfristigen Aussichten für Gold für alles andere als goldig und stellt ein entsprechendes Derivat vor. Zukunftswerte hält die Aktie von UMS United Medical Systems für chancenreich. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.

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Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Fuchs Kapitalanlagen gehen davon aus, dass sich die Korrektur im DAX fortsetzen wird. Denn der deutsche Leitindex befindet sich charttechnisch weit entfernt von allen stärkeren Unterstützungen oder Widerständen. Die nächste Unterstützung bilden die Aufwärtstrendlinien die seit den Tiefs im März 2003 und im März 2009 gültig sind. Diese beiden Linien verlaufen bei 4.700 Punkten. Bei 3.600 Zählern befindet sich die nächste starke Unterstützung, wobei diese Marke wohl nicht dauerhaft unterschritten werden dürfte. Sollte das doch passieren, würde das Chartbild langfristig sehr negativ. Die nächste (letzte) Auffanglinie liegt bei 2.260 Zählern. Charttechnisch am wahrscheinlichsten ist ein Absinken auf 5.000 bis 4.700 Zähler. Dort ist eine Stabilisierung zu erwarten. Anleger sollten dann das erste Drittel des vorgesehenen Anlagekapitals investieren. Das zweite Drittel sollte bei 3.700 Punkten angelegt werden, falls der DAX tatsächlich weiter abgeben sollte. Das letzte Drittel sollte investiert werden, wenn sich ein neuer Aufwärtstrend tatsächlich etabliert hat.

Änderungen im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:

Im Musterportfolio sind die 200 Anteilscheine von BB Biotech und die 25.000 ETFs auf Natural Gas jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Die 250 Aktien von Royal Dutch/Shell sind mit Gewinn ausgestoppt worden.


Das Zertifikatejournal: Brent-Öl ist im Vergleich zu WTI zu teuer    

Das Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) hat  einen geringeren Schwefelgehalt und eine geringere Dichte als die afrikanisch-europäische Sorte Brent. Deshalb gilt WTI als qualitativ hochwertiger. Zudem sind die Kosten für die Verarbeitung des WTI-Rohöls günstiger. Doch die Experten des Zertifikatejournals verweisen darauf, dass der Preis für Brent derzeit höher ist. Dieser Preisunterschied erreicht mittlerweile ein Rekordniveau. Die Gründe für diesen hohen Spread sind vor allem, dass sich die WTI-Notierung nach dem konjunkturangst-bedingten Rückgang nicht so schnell erholt hat, wie der Brent-Preis. Zudem verweisen die Händler auf die instabile Lage in den arabischen Ländern allgemein und den sich wohl noch länger hinziehenden Bürgerkrieg in Libyen. Allerdings dürfte sich bei solch einem gewaltigen Unterschied auch die Verschiffung über den Atlantik lohnen. Die Experten schätzen, dass sich die Preise von WTI und Brent wieder annähern, wobei sich die Notierung für Brent mittelfristig zwischen 100 und 110 Dollar je Barrel einpendeln dürfte. Deshalb empfehlen sie risikobereiten Anlegern den Kauf des am 16. Dezember fälligen Stay-Low-Optionsscheines (WKN SG1 2KD) der Société Générale auf den Brent-Ölpreis. Die französische Bank zahlt zehn Euro zurück, wenn der Brent-Preis bis zum Laufzeitende nie auf 140 Dollar oder mehr pro 159-Liter-Fass steigt. Das entspräche einer Rendite von derzeit rund 17 Prozent in nur vier Monaten.


Der Frankfurter Börsenbrief: JPMorgan, der Gold-Kontra-Indikator  

Die Analysten von JPMorgan geben das Preisziel für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold mit 2.500 Dollar an. Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes erklären, das sei für sie ein Kontra-Indikator. Der Markt ist völlig überhitzt. Der Goldpreis liegt inzwischen rund 20 Prozent oberhalb der 200-Tage-Linie. Als es im Dezember 2009 zuletzt zu einer so starken Abweichung kam, korrigierte die Notierung anschließend um neun Prozent. Natürlich ist es schwierig für eine Spekulation auf fallende Preise den richtigen Zeitpunkt zu finden. Schließlich kann die Gold-Blase noch größer werden, denn der Goldmarkt ist sehr klein und kann das "Fluchtkapital" eigentlich gar nicht aufnehmen. Insofern sind die Übertreibungen im Goldpreis gut zu begründen. Auf die mittlere bis lange Sicht dürfte die Notierung auch wieder steigen, doch kurzfristig droht ein Preissturz. Sehr risikobereite Anleger sollten deshalb den am 28. Oktober fälligen Put-Optionsschein (WKN GS6 F95) von Goldman Sachs gestaffelt kaufen und den Stoppkurs bei 3,60 Euro setzen. Der Schein ist mit einer Basis von 1.700 Dollar pro Unze Gold und einem Hebel von derzeit 24,8 ausgestattet.


Zukunftswerte: UMS, solides in einer nervösen Zeit 

Die Ausblicke des Vorstands von UMS United Medical Systems sind nach Angaben der Experten von Zukunftswerte wieder einmal zu optimistisch ausgefallen. Nun senkte das Management das Gewinnziel für dieses Jahr. Anstatt eines Ergebnisses von 0,60 bis 0,70 Euro pro Anteilschein erwartet es nun nur mehr 0,45 bis 0,55 Euro. Der Vorstand begründet die reduzierte Prognose mit den Integrationskosten für zugekaufte Firmen, mit Verzögerungen im Radiologiebereich bis August und schließlich mit dem schwachen Dollar. Diese operative Schwäche inklusive der währungsbedingten Belastung zeigte sich bereits in den vorläufigen Halbjahreszahlen: Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 3,6 Prozent auf 18,6 Millionen Euro und das EBIT um 9,7 Prozent auf 5,6 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie reduzierte sich um 20 Prozent auf 0,24 Euro. Trotz dieser negativen Nachrichten halten die Anleger dem Wert die Treue, denn sie hoffen anscheinend auf weiterhin hohe Ausschüttungen. Hier zeigt sich einer der Vorteile des wenig kapitalintensiven und konjunkturstabilen Geschäftsmodells: ein Großteil des Ergebnisses wird nicht für Investitionen benötigt und kann direkt an die Anteilseigner zurückfließen, ohne dass die Wettbewerbsfähigkeit leidet. Die Experten schätzen die Dividende auf 0,45 bis 0,50 Euro je Aktie. Diese Ausschüttungen dürften den Aktienkurs weiter stützen. Der "faire Wert" der kaufenswerten Anteilscheine mit dem geringen Risiko beträgt neun Euro.

Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:

Im Derivate-Musterportfolio sind die 800 Bonus-Zertifikate (WKN TB9 HDW) auf United Internet mit einem Gewinn und die 3.000 Long-Zertifikate (WKN TB6 A9X) auf Fresenius mit einem Verlust ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 300 Long-Zertifikate (WKN BN3 ZCY) auf die GfK SE zu 13,56 Euro aufgenommen und bei 11,50 Euro abgesichert. Nun möchten sie noch 1.600 Bull-Zertifikate (WKN CM5 W5V) auf die Vorzugsaktie von Drägerwerk zu höchstens zwei Euro einbuchen. Im Alpha-Turbo-Musterdepot sind die 2.000 Alpha-Turbo-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QNS) auf eine bessere Wertentwicklung der Aktie von Leoni als der DAX mit einem Verlust von 28 Prozent zu 1,13 Euro ausgestoppt worden. Dafür möchten die Verantwortlichen 6.000 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QM2) auf das Paar BayWa/DAX zu höchstens 0,48 Euro sowie 3.400 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QNC) auf das Paar Fraport/DAX zu maximal 1.35 Euro aufnehmen.  

Änderungen im Realdepot des TradeCentre:

Die Verantwortlichen für das Realportfolio haben ihre 500 Anteilscheine von United Internet mit einem Gewinn von 106 Prozent zu 11,52 Euro verkauft und ihre 350 Aktien von Realtime Technology mit einem Plus von 108 Prozent zu 21,20 Euro. Nun möchten sie noch 250 ihrer 500 Titel von Leoni mit Gewinn zu mindestens 32,30 Euro verkaufen.

Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.  

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