Werner Sperber
Das Nebenwerte-Journal widmet die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe der Qualitäts-Aktie von CeWe Color. Die Euro am Sonntag betrachtet sich Infineon Technologies mit den nun vollen Kassen. TradeCentre kürt die Indus Holding zum "Aktienbullen der Woche". Die Platow Börse "jammert auf hohem Niveau" über die Centrosolar Group. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Nebenwerte Journals erinnern an den Jahre andauernden, aber 2009 erfolgreich abgeschlossenen Umstellungsprozess von CeWe Color vom Geschäft mit der analogen hin zur digitalen Fotografie. Jetzt konzentriert sich das Management auf den Ausbau der Angebote werthaltiger Produkte. Bereits seit fünf Jahren bietet CeWe Color das Fotobuch an. Nach Darstellung des Vorstandsvorsitzenden Dr. Rolf Hollander ist selbst nach einer Steigerung der Verkaufszahlen von 71.000 Stück im Jahr 2005 auf 3,6 Millionen im vergangenen Jahr noch ein Marktwachstum von 50 Prozent in den kommenden drei Jahren möglich. Anfang 2010 brachte der Konzern das Produkt "Aprinto" auf den Markt. Das ist im Prinzip ein Druck-Fotobuch für kommerzielle Anwender, welche ihr Aprinto als Imagebroschüre verwenden. Die Kunden kommen aus der Fertighaus- oder der Schmuckindustrie oder sind kleine bis mittlere Aktiengesellschaften, die so beispielsweise ihre Bilanzen präsentieren. Weitere Produkte sind durch individuelle Fotos, Texte und Designs personalisierte Tassen, Teddys, Rucksäcke oder Puzzle-Spiele. Aufgrund dieser Innovationen ist CeWe Color auch bei sinkenden analogen Fotozahlen auf einem guten Weg. Die Halbjahreszahlen belegen das operative Wachstum. Hollander erklärt, entscheidend ist der Umsatz pro Foto und dieser Erlös steigt. CeWe Color kann sich auch auf die Marktführerschaft in Europa mit einem Anteil von 40 Prozent im Geschäft mit dem Foto-Finishing verlassen. Gerüchten zufolge sind die Kursanstiege von Februar bis Juni darauf zurückzuführen, dass Investor Lincoln Vale eingestiegen ist und/oder Guy Wyser-Pratte den Anteil ausgebaut hat. Mittlerweile sind die Notierungen wieder etwas zurückgekommen und diese Discount-Preise sollten Anleger zum Kauf dieser Qualitäts-Aktie nutzen.

Euro am Sonntag: Infineon mit Geld hat Chancen
Der US-amerikanische Chiphersteller Intel kauft Infineon Technologies die umsatzstarke aber ergebnisschwache Mobilfunkchip-Sparte für 1,1 Milliarden Euro ab. Mit dem Abschluss dieses Geschäfts rechnen die Beteiligten für das erste Quartal 2011. Infineon-Vorstandsvorsitzender Peter Bauer geht davon aus, dass beide Vertragspartner "sehr stark" von dieser Transaktion profitieren. Am Markt wird der Bargeldbestand von Infineon derzeit auf etwas mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt. Analysten vermuten, dass Infineon Geld in die Geschäfte mit Sicherheits-Chips für Banken und Ausweise sowie in die Automobil- und Industriesparten investieren wird. Dabei könnte der Halbleiterkonzern auch kleinere Firmen übernehmen. Tobias Meister, Experte der Euro am Sonntag, bringt zudem eine Dividende ins Spiel und rät mit einem Kursziel von 5,50 Euro und einem Stoppkurs bei vier Euro zum Kauf der Infineon-Aktie.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Im offensiv ausgerichteten Musterportfolio sind die 1.160 Anteilscheine der Schweizer Electronic AG mit einem Gewinn von 21 Prozent zu 23,95 Euro ausgestoppt worden. Im Momentum-Musterdepot sind die 240 Anteilscheine von Baidu und die 4.055 Aktien von Evotec jeweils mit Verlust ausgebucht worden. Nun will der Portfolio-Verantwortliche Sven Parplies Papiere von Leoni, ProSiebenSat.1 Media und Virgin Media aufnehmen.
TradeCentre: Indus hat 100 Prozent Potenzial bis zum Vorkrisen-Niveau
Die Experten von TradeCentre zitieren aus einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" mit Helmut Ruwisch, Vorstandsvorsitzender der Beteiligungsgesellschaft Indus Holding, wonach der Konzern bereits in diesem Jahr wieder an das Niveau vor der Krise herankommen will. Der Aktienkurs hat dagegen noch 100 Prozent Potenzial bis zu den Notierungen vor der Rezession, also im Jahr 2007. Zudem spricht die geschätzte Ausschüttung von einem Euro pro Anteilschein für 2010 für den Kauf des "Aktienbullen der Woche". Die Dividendenrendite beliefe sich in diesem Fall auf sechs Prozent.
Die Platow Börse: Centrosolar darf etwas jammern, ein Aktionär aber nicht
Centrosolar strebt seit längerem ins Ausland und hat in Großbritannien jüngst die neunte Niederlassung außerhalb Deutschlands gegründet. Die Experten der Platow Börse halten diese Internationalisierung aufgrund der jeweils verschiedenen Geschäftsbedingungen respektive Subventions- und Stromeinspeisebedingungen für sinnvoll. Derzeit erzielt Centrosolar noch mehr als 50 Prozent des Umsatzes in Deutschland, wo die Einspeisevergütung zum 1. Juli gesenkt worden und aufgrund der Vorzieheffekte mit einer deutlich reduzierten Nachfrage im zweiten Halbjahr zu rechnen ist. Deshalb darf der Konzern ein bisschen jammern, allerdings auf sehr hohem Niveau. Insgesamt ist die Nachfrage zudem nach wie vor so hoch, dass diese nicht vollständig bedient werden kann. Nach den starken Halbjahreszahlen hat Vorstandsvorsitzender Alexander Kirsch die EBIT-Prognose für das Gesamtjahr 2010 auf 24 Millionen bis 28 Millionen Euro beinahe verdoppelt. Die Aussichten sind also unverändert gut. Mit Blick auf die günstige Bewertung mit einem KGV von 8 für das laufende Jahr sind weitere Kursgewinne für die kaufenswerte Aktie zu erwarten. Der Stoppkurs sollte bei 4,70 Euro gesetzt werden.
Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Die Verantwortlichen für das kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben 250 Anteilscheine von Eurokai zu 27,70 Euro aufgenommen.
Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.