Werner Sperber
Die Euro am Sonntag baut auf den Etappensieg von Bayer mit Xarelto. Die Platow Börse zieht Volkswagen Porsche vor. Die Börse am Sonntag rät spekulativ zum Kauf von Evotec-Aktien und stellt auch passende Derivate vor. Der Rohstoff-Report erkennt charttechnische Chancen für die Aktie der SGL Group.
Börsenwelt Presseschau: Sven Parplies, Experte der Euro am Sonntag, verweist darauf, dass Bayer nach einer Empfehlung eines Beratergremiums an die Gesundheitsbehörde FDA darauf hoffen kann, die Zulassung für den Gerinnungshemmer Xarelto für die USA zu erhalten. Die endgültige Entscheidung der FDA könnte Anfang November fallen. Analysten schätzen den Gesamtmarkt für die neue Generation von Gerinnungshemmern auf zehn bis 20 Milliarden Dollar. Bayer schätzt den Spitzen-Umsatz mit Xarelto auf zwei Milliarden Euro jährlich. Dabei sind die möglichen Einnahmen aus den USA nicht berücksichtigt. Die Analysten von Unicredit schätzen, dass Xarelto 20 bis 30 Prozent seines wirtschaftlichen Wertes in den USA hat. Anleger zweifeln die Bayer-Prognose an, da sie befürchten, die US-Zulassung könnte aufgrund von Nebenwirkungen eingeschränkt werden. Allerdings vertreibt der Partner Johnson & Johnson Xarelto in den USA, deshalb träfen solche Einschränkungen Bayer nur indirekt. Befürchtungen, die FDA könnte weitere Studien zu Xarelto fordern, ließen den Aktienkurs von Bayer einbrechen. Xarelto könnte dadurch später zugelassen werden als das ebenfalls in der Entwicklung befindliche und wohl bessere Konkurrenzprodukt von Pfizer und Bristol-Myers Squibb. Trotz dieser Probleme mit Xarelto bleibt die Aktie von Bayer mit einem Kursziel von 48 Euro und einem Stoppkurs bei 34 Euro kaufenswert. Dafür sprechen, dass Xarelto demnächst wohl in Europa zugelassen wird, die attraktive Pipeline des Konzerns sowie die moderate Bewertung der Aktie mit einem KGV von 7,5 für das nächste Jahr. Selbst wenn es Rückschläge bei Xarelto geben sollte, könnte das im Endeffekt positiv für den Aktienkurs sein, denn dann würde Bayer wohl als Übernahmekandidat gelten.

Die Platow Börse: Volkswagen vorziehen und bei Porsche aussteigen
Aus dem integrierten Automobilkonzern "Volkswagen/Porsche" wird vorerst aus rechtlichen Gründen nichts. Porsche und Volkswagen wollen die zur Verschmelzung der beiden Konzerne erforderlichen Beschlüsse wohl doch erst im nächsten Jahr fassen. Denn noch ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Porsche SE wegen angeblicher Marktmanipulationen, was zu Schadensersatz-Zahlungen von Porsche führen könnte. Das Ergebnis dieses Verfahrens beeinflusst die Gewinne von Porsche erheblich, weshalb Anleger nach Angaben der Experten der Platow Börse Porsche-Aktien meiden sollten. Zudem ist auch die charttechnische Bodenbildung der Vorzugsaktie vorerst gescheitert. Das Chartbild der Vorzugsaktien von Volkswagen sieht dagegen besser aus, da die Notierung bislang die wichtige Unterstützung bei 100 Euro halten kann. Deshalb bleiben die VW-Vorzüge mit einem Stoppkurs bei 93 Euro kaufenswert.
Die Börse am Sonntag: Evotec ist erfolgreich
Evotec hat jüngst eine Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern Roche vereinbart. Dabei geht es um die Entwicklung von "EVT 302", einem sogenannten MAO-B-Inhibitor von Evotec, mit dem das Fortschreiten der Alzheimerschen Krankheit verlangsamt werden soll. Diese Kooperation ist ein großer Erfolg für Evotec, auch wenn es noch einige Jahre dauern dürfte, bis ein erfolgreiches Medikament auf den Markt kommen könnte. Die Experten der Börse am Sonntag verweisen jedoch darauf, dass diese Zusammenarbeit vor dem Hintergrund anderer Kooperationen die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells von Evotec untermauern. Die nach dem Strategiewechsel wenigen verbliebenen eigenen Forschungsprojekte sind dabei durch das nun wieder forcierte Kerngeschäft, der Suche nach Wirkstoffen im Auftrag anderer Konzerne, gut abgesichert. Evotec könnte weiterhin Gewinne erwirtschaften, wobei natürlich auch branchenübliche Rückschläge einzukalkulieren sind. Insgesamt betrachtet, sollten risikobereite Anleger mit einem Stoppkurs bei 1,55 Euro einsteigen. Vorsichtigere Investoren sollten zu dem am 27. Dezember 2012 fälligen Discount-Zertifikat (WKN DE6 X9F) der Deutschen Bank auf Evotec greifen. Risikobereiten Anlegern bieten die jeweils endlos laufenden Long-Zertifikate (WKN BP0 KBC und TB6 2P7) der BNP Paribas beziehungsweise von HSBC Trinkaus auf Evotec gute Chancen. Wer pessimistisch ist, für den ist das am 14. März 2012 fällige Put-Optionsschein (WKN DE7 K9B) der Deutschen Bank auf Evotec eine Alternative.
Der Rohstoff-Report: SGL Carbon ist relativ stark
Der Aktienkurs der SGL Group hat sich nach Angaben der Experten des Rohstoff-Reports im Vergleich zum Markt jüngst relativ stark gezeigt. Mit dem Überwinden des Widerstandes bei 35,46 Euro gelangen ein kurzfristiges Kaufsignal und sogar die Trendumkehr. Das daraus abzuleitende erste Kursziel beträgt 41,35 Euro. Zwischenzeitliche Korrekturen sollten jedoch eingeplant werden. Würde allerdings die Unterstützung bei 32,20 Euro unterschritten, dürfte der Kurs bis auf 29,50 Euro oder sogar 26,15 Euro sinken.
Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.