Werner Sperber
Der Austria Börsenbrief sieht die Trendwende bei Analytik Jena kommen. Der Zertifikate + Optionsscheine Trader geht von steigenden Kursen der Aktie von E.on aus und hat dafür ein passendes Derivat parat. Der Anlegerbrief performaxx beschäftigt sich mit dem Segmentwechsel bei gleichzeitiger Kapitalerhöhung von RIB Software. CdC Aktiensnapshot erwartet, dass die Vorzugsaktie von KSB den Anlegern Gewinne beschert. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Austria Börsenbriefes erinnern an die enttäuschende operative Entwicklung bei Analytik Jena in den vergangenen Quartalen. Zudem wird seit länger als einem halben Jahr gegen den Konzern wegen des Verdachts von Schmiergeldzahlungen ermittelt, wobei bis jetzt keine Ergebnisse bekannt sind, welche Analytik Jena schaden. Nun deutet sich aber die Trendwende bei dem Hersteller analytischer, bioanalytischer und optischer Systeme sowie molekular-diagnostischer Reagenzien an. Das schwache, Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2009/10 ist abgehakt und die operative Lage verbessert sich. Im ersten Fiskalquartal 2010/11 stieg der Umsatz um 10,1 Prozent auf 23,7 Millionen Euro. Das operative Ergebnis legte im Jahresvergleich um 15,7 Prozent auf 2,2 Millionen Euro zu. Der Wert der Auftragseingänge erreichte ein Rekordniveau, welches allerdings nicht veröffentlicht worden ist. Vorstandsvorsitzender Klaus Berka prognostiziert vor diesem Hintergrund für das gesamte Wirtschaftsjahr deutliches Wachstum bei Erlös und Ergebnis in allen Sparten. Erste Käufe sind nun möglich. Vorsichtigere Anleger sollten den Bericht für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 abwarten, der am Donnerstag, 10. Februar, vorgelegt werden soll.

Der Zertifikate & Optionsscheine Trader: E.on steht bald wieder unter Strom
Der Aktienkurs von E.on ist am Widerstand bei 25,54 Euro abgeprallt und konsolidiert nun, wobei nach Ansicht der Experten des Zertifikate & Optionsscheine Trader Notierungen von 23,80 Euro möglich sind. Allerdings hat der Kurs Ende Dezember die langfristige Abwärtstrendlinie überwunden, was Notierungen von 26,20 Euro möglich macht. Nach der Korrektur dürfte sich entsprechend der Aufwärtstrend fortsetzen. Dafür spricht neben dem Indikator MACD (Moving Average Convergence/Divergence) auch das sogenannte "Golden Cross", welches jüngst erzeugt worden ist, als die 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie von unten nach oben durchbrochen hat. Die Experten raten risikobereiten Anlegern deshalb zum Kauf des endlos laufenden Bull-Zertifikates (WKN CM0 1HM) der Commerzbank auf E.on. Der Schein ist mit einer Basis bei 19,17 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 20,07 Euro und einem Hebel von derzeit 4,4 ausgestattet.
Änderungen im Musterdepot des Zertifikate & Optionsscheine Trader:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio wollen 868 Call-Optionsscheine (WKN DB8 YDS) auf Wacker Chemie zu höchstens 2,80 Euro aufnehmen und bei 1,60 Euro absichern sowie 236 Long-Zertifikate (WKN BN5 X7W) auf das Währungspaar Euro/Japanischer Yen zu maximal 7,80 Euro einbuchen und den Stoppkurs bei 3,40 Euro setzen.
Der Anlegerbrief performaxx: RIB Software muss man nicht haben
RIB Software wird seit heute im Börsensegment Prime Standard an der Börse in Frankfurt am Main geführt. Die Aktien des Unternehmens mit Firmensitz in Stuttgart sind nach Angaben der Experten des Anlegerbriefes performaxx allerdings bereits seit einem Jahr im Freiverkehr an der Börse in Hamburg gehandelt worden. Mit dem aktuellen Segmentwechsel hat RIB zudem das Kapital erhöht. Das Unternehmen hat 9,9 Millionen neue Aktien sowie 3,8 Millionen Anteilscheine zuzüglich weiterer zwei Millionen Papiere als Mehrzuteilungsoption aus dem Besitz der Altaktionäre angeboten. Der Ausgabepreis für diese insgesamt 15,7 Millionen Anteilscheine wurde auf je 9,25 Euro festgelegt. Mit der Ausgabe der 9,9 Millionen neuer Aktien dürften RIB rund 90 Millionen Euro an frischem Geld zufließen, welches das Unternehmen einsetzen will, um die Verbreitung der neuen, firmeneigenen Software finanzieren und beschleunigen zu können. Mit der Kapitalmaßnahme reduziert Thomas Wolf seinen Anteil an RIB von direkt und indirekt bislang mehr als 50 Prozent auf bis zu 27 Prozent. Hasso Plattner Ventures und Kooperationspartner SAP hatten vor der Maßnahme jeweils mehr als sieben Prozent an RIB gehalten. RIB Software ist vor 50 Jahren gegründet worden und entwickelt und vertreibt integrierte Projektmanagement-Softwarelösungen für das Bauwesen. Im Jahr 2009 erlöste RIB 28 Millionen Euro und der Vorsteuergewinn belief sich auf knapp fünf Millionen Euro, was auf ein KGV von 100 hindeutet. Im ersten Halbjahr 2010 beschleunigte sich das Wachstum und die Umsätze erhöhten sich um ein Drittel, während sich das EBIT verdoppelte. Der Börsenwert vor dem Segmentwechsel erreichte allerdings schon 273 Millionen Euro. Vergleichbare Software-Unternehmen sind teilweise erheblich günstiger bewertet, obgleich RIB derzeit tatsächlich stark wächst. Allerdings hatten sich bereits viele andere Unternehmen zum Ziel gesetzt, eine "SAP der Baubranche" zu werden. Die Experten schätzen den Umsatz für die Jahre 2010 und 2011 auf 40 Millionen beziehungsweise 55 Millionen Euro beziehungsweise die Gewinne je Aktie auf 0,22 Euro und 0,35 Euro, was KGVs von 42 respektive 27 bedeuten würde. Dass sich renommierte Firmen, wie die UBS, die Berenberg Bank und Equinet an dem Segmentwechsel mit Kapitalerhöhung beteiligt haben, deuten die Experten als Zeichen einer guten Glaubwürdigkeit des Managements von RIB. Die Kursentwicklung von RIB seit der Erstnotiz vor einem Jahr ist beachtlich. Was genau der Hintergrund für die nahezu Kursvervierfachung gewesen sein mag, sei dahingestellt - die Geschäftszahlen waren es nicht, denn die kamen bis dato praktisch nicht voran. Angesichts dessen ist die Aktie nach allen Maßstäben zu teuer und nichts für Neueinsteiger.
CdC Aktiensnapshot: KSB ist und bleibt sehr solide
Das operative Geschäft des Pumpenherstellers KSB entwickelt sich nach Angaben der Experten des CdC Aktiensnaspshot seit Jahren sehr gut. Neben den üblicherweise sehr konservativen Prognosen des Vorstands loben sie auch die breite Aufstellung des Konzerns, welches dem Geschäft eine gewisse Konjunkturresistenz verleiht. KSB ist ein international führender Hersteller von Pumpen, Armaturen und zugehörigen Systemen für die Industrie- und Gebäudetechnik, die Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie die Kraftwerkstechnik und den Bergbau. Der Konzern ist mit eigenen Vertriebsgesellschaften, Fertigungsstätten und Servicebetrieben auf allen Kontinenten vertreten und beschäftigte zum Ende des Jahres 2010 rund 14.600 Mitarbeiter. KSB ist wohl aussichtsreich positioniert, um an langfristigen Trends wie beispielsweise der Steigerung der Energieeffizienz, der Verwendung der knappen Güter Wasser und Rohstoffe sowie dem zunehmenden globalen Energiebedarf zu profitieren. Nach der kleinen Auftragsdelle in der Weltwirtschaftskrise wächst der Konzern nun wieder profitabel. Nach vorläufigen Zahlen erhöhte sich der Wert der Bestellungen im Jahr 2010 um 7,3 Prozent auf 2,08 Milliarden Euro. Die Umsätze stiegen um drei Prozent auf 1,95 Milliarden Euro. Mit jeweils deutlich zweistelligen Zuwachsraten trugen vor allem die Konzerngesellschaften in den Regionen Asien/Pazifik, Amerika sowie Naher Osten/Afrika zu diesem Erfolg bei. Aufgrund des gestiegenen Preisdrucks und höherer Abschreibungen dürfte das Vorsteuerergebnis zwar gesunken sein, doch das Management erwartet für das laufende Jahr eine anhaltende Erholung im operativen Geschäft mit einem weiter steigenden Auftragseingangswert. Das Ergebnis soll auf das Niveau des Jahres 2010 erreichen.
Änderung im Musterdepot des Chart Trader:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio wollen 590 Anteilscheine von E.on zu höchstens 23,80 Euro aufnehmen und bei 21,80 Euro absichern.
Änderungen im Musterdepot des Emerging Markets Investor:
Die 25.000 Anteilscheine von Brownstone Ventures sind mit einem Verlust von 20 Prozent zu 0,55 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 150.000 Aktien von Kangaroo Resources zu 0,105 Euro aufgenommen und bei 0,08 Euro abgesichert sowie 65.000 Titel von Hawkley Oil & Gas zu 0,33 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 0,24 Euro gesetzt.
Änderungen im Musterdepot von Global Biotech Investing:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben ihre 22.500 Anteilscheine von Renovo mit einem Gewinn von 26 Prozent zu 0,84 Euro ausgebucht. Dafür haben sie 6.300 Aktien von Trius Therapeutics zu 3,13 Euro aufgenommen und bei 2,85 Euro abgesichert sowie 28.000 Titel von Starpharma zu 0,72 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 0,63 Euro gesetzt.
Änderungen im Musterdepot von Hot Stocks Europe:
Die 1.500 Anteilscheine von Paragon sowie die 35.000 Anteilscheine von Greenland Mineral & Energy sind mit einem Gewinn von 28 Prozent beziehungsweise zum Einstandskurs zu 11,80 Euro respektive zu 0,74 Euro ausgestoppt worden.
Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.