Werner Sperber
Der Aktionärsbrief kürt die Allianz SE zum "Bullen der Woche". Aktien-Strategie sieht nachtschwarz für den Sonnenstrom-Wert Q-Cells. Börse Online beschäftigt sich mit dem DAX und Gold. Börse.de sieht eine knappe Kursverdopplung für den einstigen "Brillen-Rebellen" Fielmann voraus. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Aktionärsbriefes küren die Allianz zum "Bullen der Woche". Der Versicherungskonzern habe sein Griechenland-Engagement rigoros auf Marktwerte abgeschrieben. Diese Positionen könnten unter Umständen deshalb sogar wieder an Wert gewinnen. Damit geht das Unternehmen sehr viel radikaler an diese Anleihen heran als die meisten Wettbewerber, die ihre Wertberichtigungen teils bis zum Jahr 2020 strecken. Vorstandsvorsitzender Michael Diekmann will damit verlorengegangenes Vertrauen der Anleger zurückbekommen. Transparenz und konservatives Vorgehen sollen der Allianz auf Dauer nützen. Diese sehr konservative Vorgehensweise kommt am Markt offenbar gut an, denn die Aktie der Allianz war am Montag die einzige im DAX, die zugelegt hat. Ein weiteres Kaufargument ist das niedrige KGV von 6 für das Jahr 2012. Langfristig orientierte Anleger sollten Notierungen von weniger als 80 Euro zum Einstieg nutzen.
Änderungen in den Musterdepots des Aktionärsbriefes:
Im spekulativ ausgerichteten Musterportfolio sind die 400 Vorzugsaktien von WMF, die 600 Anteilscheine von 2G Bio-Energie, die 120 Aktien von Berthold Hermle Maschinenfabrik und die 1.000 Titel der Dr. Hönle AG jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Die Verantwortlichen möchten nun ihren 2.500 Papieren von Gigaset 2.500 weitere zu höchstens 2,30 Euro hinzufügen. Im Allround-Musterdepot sind die 150 Anteilscheine von Umicore und die 150 Aktien der Bertrandt AG jeweils mit Verlust ausgestoppt worden sowie die 100 Titel der Sto AG und die 100 Papiere von BASF jeweils mit Gewinn. Die Verantwortlichen möchten nun 50 Vorzugsaktien von Volkswagen zu höchstens 106 Euro einbuchen.

Aktien-Strategie: Q-Cells bleibt stabil im Schatten
Q-Cells steckt nach Angaben der Experten von Aktien-Strategie wieder in einer schweren Krise und wird für das zweite Quartal 2011 einen hohen Verlust ausweisen. Der Vorstand hat daher ein hartes Sanierungsprogramm beschlossen, bei dem die Produktionskapazitäten in Deutschland um die Hälfte abgebaut werden. Aufgrund der hohen diesbezüglichen Abschreibungen beträgt der operative Verlust beinahe 308 Millionen Euro. Ohne diese Wertberichtigungen beläuft sich das operative Minus auf 24,4 Millionen Euro. Die Stellung der Aktie von Q-Cells als Pennystock dürfte deshalb dauerhaft bleiben, zumal die Verluste des hoch verschuldeten Unternehmens das Eigenkapital aufzehren. Der einstige Star des TecDAX steuert in Richtung Pleite. Deshalb sollten Anleger die Aktie meiden.
Änderungen im Musterdepot von Aktien-Strategie:
Im Musterportfolio sind die 600 Anteilscheine der Basler AG, die 180 Aktien von Tipp24, die 1.000 Titel von MBB Industries, die 1.800 Papiere von PVA Tepla und die 400 Valoren von Euromicron jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Die 140 Anteilscheine von Schaltbau, die 1.500 Aktien von Jenoptik, die 1.200 Titel der Dr. Hönle AG und die 1.200 Papiere von First Sensor sind jeweils mit Gewinn ausgestoppt worden. Damit befinden sich nur mehr 700 Anteile von Augusta Technologie, 300 Aktien von Bechtle und 1.500 Titel von Masterflex im Depot.
Börse Online: In den DAX einsteigen und auch Gold kaufen
Die Panik an den Börsen wird irgendwann beendet sein. Diese Panik beschert nach Ansicht der Experten von Börse Online derzeit eine extrem gestiegene Volatilität, welche wiederum Discount-Zertifikate interessant macht. Zum bisherigen Tiefpunkt der jüngsten Finanzkrise an der Börse, im März 2009, stand der DAX bei 3.588 Punkten. Die UBS hat ein am 3. Februar 2012 fälliges Discount-Zertifikat (WKN UB3 06R) auf den DAX aufgelegt, dessen Cap 3.950 Zähler beträgt. Der Rabatt auf den DAX beträgt derzeit 32,8 Prozent, was einem Indexstand von etwa 3.850 Punkten entspricht. Die Bank zahlt maximal 39,50 Euro zurück, was einer Rendite von 2,3 Prozent beziehungsweise fünf Prozent auf ein Jahr gerechnet ergibt. Der Stoppkurs sollte bei 36,40 Euro gesetzt werden.
Die Experten von Börse Online verweisen auf eine Studie, wonach bislang nur acht Prozent der Menschen in Deutschland Gold gekauft haben. Dabei sei es fahrlässig, auf Gold zu verzichten. Deshalb ist der Einstieg in Xetra-Gold (WKN A0S 9GB) ratsam. Der mit körperlich vorhandenem Gold hinterlegte Exchange Traded Commodity (ETC) spiegelt den Trend beim Goldpreis in Euro wieder. Unterstützt durch einen positiven MACD-Indikator ist der Preis nach der längeren Konsolidierung im ersten Halbjahr nun gestiegen. Das Kursziel für den ETC beträgt 50 Euro und der Stoppkurs sollte bei 30,50 Euro gesetzt werden.
Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:
Im ausgewogen orientierten Musterdepot sind die 100 Anteilscheine von Novo Nordisk mit Gewinn ausgestoppt worden sowie die 1.600 Call-Optionsscheine (WKN TB8 RH1) auf den TecDAX, die 270 Aktien von Symrise, die 130 ETFs (WKN ETF 005) auf den SDAX, die 150 Titel von SAP und die 120 Papiere von BB Biotech jeweils mit Verlust.
Im dynamisch ausgerichteten Musterdepot sind die 1.300 Call-Optionsscheine (WKN TB8 R77) auf den DAX, die 6.000 Call-Optionsscheine (WKN BN7 0YJ) auf die Deutsche Telekom, die 275 Anteilscheine von Ebay, die 250 ETFs (WKN A0H GZV) auf den Index iShares MSCI Eastern Europe, die 200 Aktien von Johnson Controls, die 1.000 Bull-Zertifikate (WKN AA2 N4K) auf den Index Nasdaq100, die 75 Titel von Technip und die 300 Anteile (WKN A0R AK3) am Templeton-Fonds Frontier Markets jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Die Verantwortlichen möchten nun ihren 70 Korridor-Optionsscheinen (WKN MQ2 5XS) auf den DAX 70 weitere zu höchstens 104 Euro hinzufügen.
Im konservativ aufgestellten Musterportfolio sind die 150 Anteilscheine von Adidas, die 100 Aktien von Chevron, die 150 Titel von K+S und die 250 ETFs (WKN LYX 0A9) auf den Index Stoxx 600 Oil & Gas jeweils mit Verlust ausgestoppt worden sowie die 150 ETFs (WKN DBX 1DA) auf den DAX, die 40 Anteile am Fonds (WKN 164 325) E Dividende & Substanz und die 20 Anteile am FMM-Fonds (WKN 847 811) jeweils mit Gewinn. Die Verantwortlichen haben dafür 100 Anteilscheine von Fresenius zu 72,48 Euro aufgenommen und bei 60 Euro abgesichert sowie 150 Aktien von McDonalds zu 59,58 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 50,50 Euro gesetzt.
Im Trend-Musterdepot sind die 600 Anteilscheine von Lang & Schwarz wohl knapp im Plus ausgestoppt worden. Die 1.500 Put-Optionsscheine (WKN DZ2 L1Z) auf das Währungspaar Dollar/Yen, die 1.000 Call-Optionsscheine (WKN BN7 0V7) auf BMW, die 130 Anteilscheine von Yum Brands, die 100 Aktien von Xing, die 1.250 Titel von Sky Deutschland, die 450 Papiere von Pfizer, die 2.000 Anteilscheine von Orascom, die 250 Aktien von Morphosys, die 100 Titel von Danone, die 500 Papiere von Cisco Systems und die 1.300 Anteilscheine von Cinemaxx sind jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Die Verantwortlichen möchten nun 1.500 Call-Optionsscheine (WKN TB6 KQ3) auf Gold zu höchstens 27,50 Euro und weitere 1.500 Stück zu maximal 22,50 Euro einbuchen. Zudem möchten sie jeweils 1.000 der ausgestoppten ETFs (WKN DBX 1DA) auf den DAX zu höchstens 55,10 Euro beziehungsweise 52,10 Euro respektive 48,50 Euro aufnehmen und den Stoppkurs bei 47,40 Euro setzen.
Börse.de: Bei Fielmann ist beinahe eine Verdopplung in Sicht
Die Experten von Börse.de erinnern an das Jahr 1972, als Günther Fielmann als Rebell gegen die überteuerten hässlichen Kassenbrillen ein eigenes Optikergeschäft in Cuxhaven eröffnet hat. Daraus ist heute die europaweit führende Optikerkette Fielmann mit mehr als 650 Niederlassungen in sechs Ländern geworden. Diesen Erfolg möchte Fielmann mit Hörgeräten wiederholen. Immer mehr Filialen erhalten eine Akustikabteilung. Das dürfte der Gewinnentwicklung gut tun. Für Langfristanleger stellt Fielmann ein exzellentes Basis-Investment dar. Denn während der Aktienkurs in den vergangenen zehn Jahren um durchschnittlich 14 Prozent pro anno stieg, ist die Verlust-Ratio mit 1,88 deutlich unterdurchschnittlich. Das abgeleitete Kursziel bis zum Jahr 2016 beträgt 132 Euro. Anleger sollten allerdings erst einsteigen, wenn die Notierung nachhaltig höher ist als 70 Euro.
Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Die Verantwortlichen für das langfristig orientierte Musterportfolio haben 700 Anteilscheine von Klöckner & Co. zu 10,02 Euro aufgenommen.
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