Dominik Schertel
Nach Präsentation der endgültigen Zahlen haben die Analystenhäuser ihre Einschätzung für BMW überarbeitet. Der Münchner Autobauer kann davon profitieren und bei einem verhaltenen Marktumfeld leicht hinzugewinnen.
Nachdem BMW am Mittwoch seine endgültigen Zahlen präsentierte, meldeten sich die verschiedenen Experten zu Wort. Dabei votierten gleich fünf Analystenhäuser für den Kauf der Papiere. In einer Studie von Freitag hat der UniCredit-Analyst Georg Stürzer sein "Buy"-Rating für den DAX-Titel bestätigt und das Kursziel von 35,00 auf 39,00 Euro erhöht. Das erhöhte Ziel basiert auf den Ertragserwartungen für das Jahr 2011. Der Experte rechnet bei einem Umsatz von rund 57 Milliarden Euro mit einem EBIT von 3,3 Milliarden Euro. Equinet und Citigroup empfehlen die BMW-Aktie ebenfalls zum Kauf. Beide Analystenhäuser sehen das Kursziel für den DAX-Wert bei 40,00 Euro. Auch die Experten von HSBC und Nomura raten Anlegern, den Titel in ihr Depot zu legen.
Lediglich "Halten"
Die Deutsche Bank ist für den Autobauer nicht so optimistisch gestimmt. Die Experten haben ihr Rating nach endgültigen Zahlen auf "Hold" mit Ziel 30,00 Euro belassen. Als Begründung führt Analyst Jochen Gehrke die verhaltenen Ziele für das Geschäftsjahr 2010 an. Auch JPMorgan stuft den Wert derzeit nur mit "Neutral" ein. Das Kursziel wurde allerdings auf 37,00 Euro erhöht.
Verhalten optimistisch
"Wir gehen vorsichtig optimistisch in das neue Jahr und streben ein Konzernergebnis an, das deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegt. Wir wollen 2010 einen sichtbaren Schritt in Richtung unserer Profitabilitätsziele 2012 machen", sagte Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer. Die Münchner gehen im Automobilsegment von einer EBIT-Marge im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Für 2012 wird unverändert mit einer Marge von acht bis zehn Prozent gerechnet.
Kleinwagen rücken in den Fokus
Nach dem Start einer gemeinsamen Architektur für Luxus-Kleinwagen 2014 oder 2015 sei mit dem jährlichen Verkauf von 700.000 bis einer Million solcher Fahrzeuge zu rechnen, kündigte Reithofer am Donnerstag im Rahmen einer Analystenkonferenz an. "Das erste Auto, das auf dieser gemeinsamen Architektur gebaut werden wird, wird ein Mini sein, gefolgt von einem kleinen BMW", so Reithofer weiter. Die Münchner rechnen im Kleinwagensegment mit einem jährlichen Wachstum zwischen vier und sechs Prozent.
Fällt der Widerstand?

Wie erwartet, hat die BMW-Aktie Anfang März ihren Abwärtstrend überwunden und eine Gegenbewegung gestartet. Diese führte den DAX-Titel zunächst bis zum Widerstand bei 33,00 Euro. Dieser Bereich erwies sich für das Papier in der Vergangenheit bereits mehrfach als harte Nuss. Wenn der Aktie der Sprung über den Widerstand gelingt, ist mit weiteren Kurssteigerungen zu rechnen. Das nächste Kursziel bleibt bei 36,00 Euro.