Michael Herrmann
Die deutschen Autobauer zählen zweifellos zu den positiven Überraschungen des Jahres. Bereits jetzt haben sie die Krise erfolgreich hinter sich gebracht und verbuchen Milliardengewinne. Auch die dazugehörigen Aktien sind im Aufwind. Doch welche hat die besten Chancen die beiden Konkurrenten abzuhängen?
Die Krise der deutschen Autobauer ist zweifellos beendet. Die düsteren Krisen-Prophezeiungen für das Jahr 2010 aufgrund der ausgelaufenen "Abwrackprämie" sind demnach nicht eingetroffen. Dass die Autobauer bereits wieder Milliardengewinne erzielen zeigt auf, wie wenig sie mittlerweile von den heimischen Märkten abhängig sind, denn der Absatz in Deutschland ist wie erwartet deutlich zurückgegangen. Die deutschen Autobauer sind aber ein Musterbeispiel für globalisierte Konzerne und deshalb vor allem von der Entwicklung des weltweiten Automobilmarktes abhängig.
Weltweiter Automobilmarkt zieht massiv an
Und dieser hat sich im laufenden Jahr blendend entwickelt. PricewaterhouseCoopers (PwC) prognostiziert einen Anstieg der weltweiten PKW-Produktion gegenüber 2009 um annähernd 20 Prozent auf gut 68,7 Millionen Fahrzeuge. Damit würde sogar das im Vorkrisenjahr 2008 erreichte Niveau von 66 Millionen übertroffen. Bislang gingen die Branchenexperten für 2010 lediglich von einem Produktionsplus auf 65 Millionen Einheiten aus. Sowohl VW als auch Daimler und BMW konnten dabei zusätzlich von den günstigen Wechselkursen aufgrund des schwachen Euros profitieren.
Wiederbelebung aus dem US-Markt
Zuletzt sorgte die Meldung über die gute Entwicklung der Geschäfte der deutschen Autobauer auf dem US-amerikanischen Markt für erneute Freude. Volkswagen vermeldete stolz, dass dort der Absatz im Juli den dreizehnten Monat in Folge gesteigert wurde und 16 Prozent mehr Autos als vor einem Jahr verkauft wurden. Bei den Töchtern Porsche und Audi waren die Steigerungen sogar noch größer. BMW und Daimler verbuchten im Vergleich zu VW zwar vergleichsweise geringere, aber doch weiterhin kräftige Absatzsteigerungen. Bei den Münchenern lag der Zuwachs bei 10,1 Prozent, wobei vor allem die Kernmarke BMW überzeugte. Die Daimler-Marke Mercedes verbuchte im Juli ein Plus von 11,2 Prozent.
Wachstumsmotor China
Wichtigster Wachstumsmotor ist dabei eindeutig der chinesische Markt. Hier legte der Autoabsatz von Januar bis Ende Mai gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um über 50 Prozent auf gut 5,8 Millionen Pkw zu. Vom Autoboom in China profitieren auch die deutschen Hersteller. Sie exportierten bis Ende Mai weltweit rund 1,83 Millionen Fahrzeuge und damit annähernd 50 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2009.

Wer belegt die Pole Position?
Da man sich als Anleger allerdings selten mit dem Zweitbesten zufrieden geben will, stellt sich die Frage welcher von den drei Werten aktuell die besten Chancen besitzt die beiden anderen hinter sich zu lassen. Um dies zu beantworten ist ein Blick auf den "Trend-Signale-Indikator" (TSI) des AKTIONÄRs hilfreich. Alle drei Aktien befinden sich hierbei derzeit in der absoluten Spitzengruppe. "Schlechtester" Wert ist noch die Aktie von Daimler, die aktuell Rang fünf der Gesamtwertung belegt. Einen sehr guten dritten Platz im TSI-Ranking belegt der Münchener Autobauer BMW und sieht damit dennoch die Rückspiegel von VW, die nicht nur im automobilinternen Dreikampf die Pole Position belegen, sondern auch das gesamte Feld anführen. Wer also nur auf einen deutschen Autobauer setzen will, sollte aktuell zur Aktie von VW greifen, für die DER AKTIONÄR mittelfristig dreistellige Kursregionen für denkbar hält.