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BMW, Daimler, VW: China-Boom auf vier Rädern

Markus Horntrich

Dank der rasant steigenden Nachfrage aus China kommt die weltweite Autoindustrie schnell aus der Krise heraus. Die globale Produktion wächst 2010 um 20 Prozent, 2011 ist bereits mit einem neuen Produktionsrekord zu rechnen. Die im DAX notierten Autowerte glänzen derzeit mit Stärke.

Die globale Autoindustrie profitiert weiter von der bislang ungebremst steigenden Nachfrage in China. Für das laufende Jahr prognostiziert das Automotive Institute der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) gegenüber 2009 einen Anstieg der weltweiten Pkw-Produktion um annähernd 20 Prozent auf gut 68,7 Millionen Fahrzeuge. Damit würde das im Vorkrisenjahr 2008 erreichte Niveau von 66 Millionen Pkw übertroffen. Bislang gingen die Branchenexperten für 2010 von einem Produktionsplus auf 65 Millionen Einheiten aus.

China gibt Gas

Der wichtigste Motor der Branchenkonjunktur ist eindeutig der chinesische Markt. Hier legte der Autoabsatz von Januar bis Ende Mai gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um über 50 Prozent auf gut 5,8 Millionen Pkw zu. Vom Autoboom in China profitieren auch die deutschen Hersteller. Sie exportierten bis Ende Mai weltweit rund 1,83 Millionen Fahrzeuge und damit annähernd 50 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2009.

Erholung in den USA  

Auch die USA finden nach den dramatischen Einbrüchen des vergangenen Jahres wieder Anschluss an die führenden Automobilnationen. Für 2010 erwarten die Branchenexperten einen Produktionsanstieg um gut ein Drittel auf 7,5 Millionen Pkw. Damit rangiert der Autostandort hinter China und Japan (plus 18 Prozent auf 8,96 Millionen Pkw) auf dem dritten Platz. Dieser Aufholeffekt hat allerdings seinen Preis. Schon heute agieren insbesondere US-Hersteller mit zusätzlichen Kaufanreizen um die Nachfrage zu stimulieren.

EU solide

In der Europäischen Union verlassen im laufenden Jahr voraussichtlich 15,19 Millionen Fahrzeuge die Werkhallen und damit gut 400.000 mehr als 2009. Der Fertigungsstandort Deutschland trägt 4,92 Millionen Fahrzeuge zur europäischen Branchenbilanz bei, gut 100.000 mehr als 2009. Dynamischer dürfte sich die Produktion in Osteuropa entwickeln, wo zahlreiche Hersteller aus der EU fertigen lassen. Hier prognostizieren die Experten einen Anstieg gegenüber 2009 um 50 Prozent auf knapp 2,7 Millionen Pkw.

Daimler: Starker Aufwärtstrend

Nach dem Ausbruch über 37,80 Euro hat sich bei Daimler der Aufwärtstrend gefestigt. Aktuell konsolidiert die Aktie zwar seitwärts, ein Ausbruch über den Widerstand bei 45 Euro würde weiteres Kurspotenzial freisetzen. Die Marke mit dem Stern gehört insbesondere im Ausland zu den großen Profiteuren, denn die Marke Mercedes gehört zu den weltweit am bekanntesten Autolabels. Ein Kauf auf dem aktuellen Niveau dürfte sich auch nach den jüngsten Kursgewinnen mittelfristig noch lohnen. DER AKTIONÄR sieht das Kursziel bei vorerst 55 Euro. Ein Stopp bei 35 Euro sichert ab.

BMW: Zweitstärkste Aktie im DAX

Der bayerische Daimler-Konkurrent BMW ist derzeit nach MAN die technisch zweitstärkste Aktie im DAX. Kurzfristig scheint die Aktie überkauft, eine Konsolidierung ist überfällig. Aber auch bei BMW dürfte das zweite Halbjahr weiterhin überzeugen, gerade dank der starken Nachfrage nach Premium-Automobilen in den Schwellenländern. Mit einem 2011er-KGV von 10 ist der Wert nach wie vor günstig bewertet. Kurse unter 40 Euro sind daher klare Kaufchancen. Das Kursziel: 55 Euro.

VW: Höhere Prognose?

Auch VW profitiert insbesondere dank der Tochter Audi vom Asienboom und vom Run auf Autos in Südamerika. Aufgrund der guten Absatzwerte im ersten Halbjahr ist bei der Vorlage der Zahlen am 29. Juli eine höhere Prognose denkbar. Nach dem Ausbruch aus der Dreieckskonsolidierung steht nur noch das Jahreshoch 82,80 Euro als nächster Widerstand im Weg. Fällt dieser, sind sogar wieder dreistellige Kurse denkbar.

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