BMW und Daimler wollen laut einem Spiegel-Artikel eine enge Einkaufskooperation bekannt geben. Auch eine Kapitalverflechtung sei geplant gewesen. Was steckt hinter der Annäherung der beiden hart konkurrierenden Automobilhersteller?
BMW und Daimler wollen laut einem Spiegel-Artikel eine enge Einkaufskooperation bekannt geben. Auch eine Kapitalverflechtung sei geplant gewesen. Was steckt hinter der Annäherung der beiden hart konkurrierenden Automobilhersteller?
Die beiden Premium-Autohersteller BMW und Daimler hatten einem Spiegel-Artikel zufolge darüber nachgedacht, gegenseitig eine Kapitalverflechtung einzugehen. Es seien gegenseitige Beteiligungen von sieben Prozent geplant gewesen. Das Vorhaben soll jedoch am Widerstand der Familie Quandt mit 46,6 Prozent Großaktionär bei BMW gescheitert sein.
Milliardeneinsparungen
Unabhängig davon, sollen beide Konzerne eine umfangreiche Einkaufskooperation vereinbart haben. Eine Veröffentlichung könnte in der nächsten Woche erfolgen, wenn BMW die Zahlen für 2008 vorlegt. So sollen ein großer Teil des Einkaufs künftig gemeinsam abgewickelt werden und etwa Batterien, Scheinwerfer oder Tachos im bayrisch-schwäbischen Paket bestellt werden. Insgesamt beläuft sich das Einkaufsvolumen in Summe auf schätzungsweise 60 Milliarden Euro. Auf kurze Sicht sind auf dieser Basis 600 Millionen Euro an Kosteneinsparungen möglich. Langfristig sind durch Synergien in Bereichen wie Forschung und Entwicklung Kosteneffekte von bis zu 1,4 Milliarden Euro möglich. Zudem könnten beide Konzerne rund eine Milliarde an Investitionen sparen, so die Schätzung der Analysten der Commerzbank. Die letzten beiden Punkte erfordern jedoch eine engere Verflechtung der beiden Kontrahenten.
BMW, Daimler: Bewertungstechnisch nahezu gleichauf. Aufgrund der größeren Kostensenkungspotenziale hat BMW jedoch bei den Kurschancen die Haube vorne.
Nur BMW ein Kauf
Eine Einkaufskooperation macht für beide Unternehmen Sinn und dürfte sich mittel- bis langfristig wertsteigernd auswirken. Gegenwärtig ist lediglich BMW aufgrund des besseren Momentums bei Fahrzeugneuanläufen und der größeren Kostensenkungspotenziale ein Kauf. Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise dürfte das Sentiment gegenüber Automobiltiteln jedoch weiter schlecht bleiben.
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