Bittere Pille für Merck
Überzeugend sieht anders aus: Mit den Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr kann der Pharma- und Chemiekonzern Merck nicht punkten. Die eigenen Erwartungen wurden verfehlt und der Sparkurs belastet den Ausblick. Für die Aktionäre des DAX-Unternehmens gibt es dennoch Grund zur Freude.
Das operative Ergebnis von Merck ist im vergangenen Geschäftsjahr um rund zwölf Prozent auf 985,1 Millionen Euro gesunken. Gründe hierfür sind hohe Abschreibungen auf das US-Unternehmen Millipore, dass Merck 2010 übernommen hatte. Auch die gescheiterten Produkteinführungen eines Multiple Sklerose und eines Parkinson-Mittels machten sich negativ bemerkbar. Der DAX-Konzern verfehlte somit seine eigene Prognose von einer Milliarde Euro. Zunächst ging Merck sogar von einem operativen Ergebnis zwischen 1,48 und 1,6 Milliarden Euro aus, musste diese Prognose aber bereits im Sommer 2011 revidieren. Der Überschuss verringerte sich im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent auf 617,5 Millionen Euro. Den Umsatz konnte das Pharma- und Chemieunternehmen hingegen um rund elf Prozent auf 10,3 Milliarden Euro steigern. Aufgrund des „herausfordernden Umfelds“ zeigte sich Vorstand Karl-Ludwig Kley dennoch zufrieden.
Dividendenregen
Im Schlussquartal 2011 konnte Merck überzeugen. Der Gewinn stieg auf 135,6 Millionen nach 46,5 Millionen Euro im vierten Quartal 2010. Auch das operative Ergebnis kletterte auf 292 Millionen Euro und hat sich somit mehr als verdoppelt. Analysten rechneten aber im Schnitt mit einem Anstieg auf 319 Millionen Euro. Für die Aktionäre gibt es dennoch Grund zur Freude. So soll die Dividende um 20 Prozent auf 1,50 Euro erhöht werden.
Sparprogramm belastet
Der Ausblick für das laufende Jahr fällt verhalten aus. Kley geht von einer leichten Steigerung des Umsatzes aus. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen solle vor Sondereinflüssen 2012 leicht zulegen und sich auch 2013 erhöhen. Das vor kurzem ins Leben gerufene Sparprogramm könnte allerdings das Ebitda unter das Niveau von 2011 drücken.
Aus charttechnischer Sicht verläuft die Aktie von Merck in einem Aufwärtstrend. Aufgrund der veröffentlichten Zahlen und des Ausblicks sollten Anleger aber vor einem Engagement warten, bis die Aktie wieder das alte Bewegungshoch bei 83 Euro attackiert. Ein Stopp bei 75 Euro sichert nach dem Kauf die Position ab.

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