Bastian Galuschka
Das Dreiecher Biotechnik-Unternehmen Biotest lag mit seinen Halbjahreszahlen unter den Erwartungen des Marktes. Auch der Ausblick auf die zweite Jahreshälfte fiel eher mau aus und drückt auf den Aktienkurs.
Das ist man von Biotest nicht gewohnt: Das eigentlich für seine konservativen Prognosen bekannte Management des Biotechnikunternehmens aus Dreiech in der Nähe von Frankfurt blieb mit seinen Halbjahreszahlen hinter den Erwartungen des Marktes zurück.
Preisdruck bei Plasmaproteinen
Zwar zogen die Umsätze in den ersten sechs Monaten verglichen mit der Vorjahresperiode um vier Prozent auf 227,1 Millionen Euro an, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel jedoch um 24 Prozent auf 23,7 Millionen Euro. Der Grund hierfür waren neben höher als erwartet ausgefallenen Kosten in den Vereinigten Staaten vor allen Dingen die weiter sinkenden Preise für Plasmaproteine, deren Entwicklung und Herstellung das Hauptgeschäftsfeld der Hessen darstellt.
So konnte durch ein höheres Verkaufsvolumen zwar das EBIT in diesem Bereich um 8,7 Millionen Euro gesteigert werden, dieses Plus wurde aber durch den negativen Preiseffekt von 14,6 Millionen Euro mehr als aufgezehrt.
Weniger Gewinn
Durch den anhaltenden Preisdruck sah sich das Management gezwungen, seinen Ausblick für das Gesamtjahr zu senken. Als neue Richtmarken wurde ein Umsatzzuwachs im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt, das EBIT soll eine Größenordnung von 45 Millionen Euro plus/minus zehn Prozent erreichen. Die ursprüngliche Prognose war von einem EBIT auf Vorjahresniveau (61,6 Millionen Euro) ausgegangen.

Derzeit kein Kauf
Der heutige Kursrückgang hat das bereits zuvor angeschlagene Chartbild der Aktie weiter eingetrübt. Der Titel wurde bereits im Mai ausgestoppt und befindet sich seitdem nicht mehr auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄRs. Sowohl charttechnisch als auch fundamental drängt sich derzeit kein Einstieg auf.