Biofrontera: Erstes Produkt auf dem Markt

Bastian Galuschka

Bei den Verantwortlichen des Leverkusener Biotech-Unternehmens dürften heute die Sektkorken knallen. Als einer der wichtigsten Meilensteine in der Firmenhistorie hat Biofrontera heute das erste Medikament in den Handel gebracht.

Erfreuliche News für alle Biofrontera-Aktionäre: Das Unternehmen meldet heute den Vermarktungsstart seines ersten Produkts, Ameluz, zur Behandlung von Aktinischen Keratosen. Das sind frühe Formen von Hautkrebs, an denen nach Angaben der Firma bereits rund 15 Prozent aller über 40-jährigen erkrankt sind.

Ameluz ist ab heute zu einem Preis von 198,84 Euro in allen deutschen Apotheken erhältlich. Biofrontera vertreibt das Produkt in Deutschland mithilfe eines 10-Mann-Teams an Pharmareferenten selbst. Ein erster Umsatz im sechsstelligen Bereich sei bereits durch eine erste Lieferung an pharmazeutische Großhändler entstanden. Karl-Heinz Lüninghöner, zuständig für die Markteinführung von Ameluz erwartet bereits im ersten Jahr nach der Einführung einen „signifikanten Umsatz". Für genauere Zahlen müssen Anleger sich aber noch etwas gedulden.

Lizenzabkommen ante portas?

Neben Deutschland ist Ameluz in sämtlichen Ländern der EU, in Norwegen, Island und Liechtenstein zugelassen. Und vor allen Dingen hier verbirgt sich Kursfantasie. Biofrontera will mithilfe von Lizenzpartnern diese Länder erschließen. Die mittlerweile schon überfälligen Deals dürften nach dem Marktstart in Deutschland wohl in Kürze bekannt gegeben werden. Liegen hier Zahlen vor, kann man als Außenstehender das Marktpotenzial von Ameluz auch endlich besser beziffern. Auch dürfte das den Markt aufhorchen lassen. Letzte Aussagen des Managements gingen in die Richtung, dass Ameluz Biofrontera wohl in der zweiten Jahreshälfte bereits Gewinne bescheren könnte.

Finanzierungslücke bald vom Tisch?

AUs finanzieller Sicht weiterhin ein leidiges Thema ist die im Juli fällige Wandelanleihe, die Biofrontera noch vor dem Stichtag 2. Juli ablösen will. Hier laufen weiterhin Gespräche zur Platzierung von Restbeständen einer Optionsanleihe. Diese Gelder sollen dann wiederum zur Ablösung der Wandelanleihe genutzt werden. Anleger brauchen hier wohl einfach noch etwas Geduld, ehe aus finanzieller Sicht endlich ein Haken gemacht werden kann.

2012 das Jahr des Durchbruchs

Für den AKTIONÄR steht fest, dass die lange Warterei der Biofrontera-Aktionäre sich in diesem Jahr endlich in barer Münze auszahlen wird. Bereits 2011 konnte die Aktie entgegen eines schwachen Gesamtmarkts deutlich zulegen. Erreicht das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte den Break-even, wäre dies ein toller Erfolg. Kurzfristig könnte der Abschluss von Lizenzdeals den Kurs weiter beflügeln. Charttechnisch ist bis zum Hoch bei 4,35 Euro viel Platz.

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