Bastian Galuschka
Das Leverkusener Biotech-Unternehmen ist dem Ziel, das erste eigene Medikament auf den Markt zu bekommen, einen großen Schritt näher gekommen. Die Aktie startet endlich durch. Finanziell gibt es aber noch einige Fragezeichen.
Erst am Mittwoch hatte DER AKTIONÄR in seiner Printausgabe auf einen baldigen Zulassungsentscheid für Biofronteras Medikament Ameluz (vorher BF-200 ALA) hingewiesen. Am Freitag war es dann bereits soweit. Die European Medicines Agency (EMA) gab eine positive Empfehlung für die Zulassung des Medikaments ab. Damit hat Ameluz eine wichtige Hürde genommen auf dem lang Weg zu den Patienten genommen.
Nächster Termin im Dezember
Für den Dezember erwartet Biofrontera die endgültige Entscheidung seitens der Europäischen Kommission. Diese sollte allerdings nur Formsache sein. Denn in der Regel folgt die Kommission den Empfehlungen der EMA. Gibt sie endgültig grünes Licht für Ameluz, darf das Medikament in den 27 Ländern der EU sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein vertrieben werden. Ameluz dient zur Behandlung sogenannter Aktinischer Keratosen, durch Sonnenlicht verursachte chronische Schädigungen der Oberhaut, die bei Nichtbehandlung in Hautkrebs übergehen können.
Biofrontera will Ameluz in Deutschland eigenständig vermarkten, in den übrigen Ländern sollen Partner mit ins Boot geholt werden. Bis zum Jahresende ist daher ein positiver Newsflow in Form von Lizenzdeals durchaus zu erwarten.
Wann kommt der finanzielle Befreiungsschlag?
Finanziell ist das Unternehmen trotz großer Anstrengungen in den vergangenen zwei Jahren allerdings immer noch nicht aus dem Schneider. Eine im kommenden Jahr fällige Wandelanleihe, die noch von Zeiten des Börsengangs herrührt, schwebt über allem. Finanzvorstand Werner Pehlemann sieht aber im Gespräch mit dem AKTIONÄR gute Chancen, Restbestände einer Optionsanleihe in den kommenden Wochen bei Investoren platzieren zu können. Die Gelder würdne dann den Rückkauf der Wandelanleihe sowie die Finanzierung bis zum Breakeven sichern. Gewinne auf operativer Basis seien ab dem zweiten Halbjahr 2012 möglich, so Pehlemann weiter.

Hot Stock der Woche startet durch
Die Biofrontera-Aktie zählte in den vergangenen Tagen zu den großen Gewinnern an der Börse. Kurzfristig ist der Titel überhitzt. Die aktuell laufende Konsolidierung überrascht daher nicht. DER AKTIONÄR erwartet in den kommenden Wochen neben der endgültigen Zulassung für Ameluz auch noch Neuigkeiten in Form von Lizenzdeals und der Platzierung der Optionsanleihe. Solange die Finanzierung nich nicht unter Dach und Fach ist, bleibt der Titel zwar hochinteressant, aber auch hochspekulativ. Dessen sollten sich Investierte wie Neuinteressenten im Klaren sein.