Bewegte Woche bei Infineon: Quartalszahlen, Gewinnwarnung und Vorstandswechsel
Der Halbleiterhersteller Infineon hielt in der abgelaufenen Handelswoche wenig Erfreuliches für seine Aktionäre bereit. Nach einer Gewinnwarnung ging der DAX-Wert in die Knie. Analystenstimmen sorgen für weiteren Abgabedruck. Zudem steht der Abschied von Konzernchef Bauer an.
Am Dienstag brach die Infineon-Aktie um mehr als sechs Prozent ein. Grund hierfür waren die Eckdaten zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2012 und der Ausblick auf das Auftaktquartal 2013. Infineon erwartet einen Umsatzrückgang von bis zu zehn Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2012 sowie eine Gesamtsegmentergebnis-Marge zwischen fünf und sieben Prozent. Am 14. November 2012 wird die Konzernführung Details zu der geplanten Verbesserung der Profitabilität, zu den Finanzzahlen sowie zum Ausblick veröffentlichen.
Analysten sind skeptisch
Experten haben nach den Eckdaten ihre Einschätzungen überarbeitet. Analyst James Crawshaw von S&P Equity hat sein Kursziel von 5,80 auf 5,00 Euro gesenkt und seine Verkaufsempfehlung bestätigt. Auch die Experten der Deutschen Bank haben ihr Ziel deutlich von 6,60 auf 5,80 Euro gekürzt, die Empfehlung aber auf "Hold" belassen. Auch die Experten von AlphaValue und HSBC haben ihre Kursziele auf 6,29 (vorher: 8,66) respektive 5,20 (6,10) Euro gesenkt. Die Empfehlungen wurden auf "Buy" beziehungsweise „Neutral" bestätigt.
Bauer nimmt den Hut
Der an Osteoporose erkrankte Infineon-Chef Peter Bauer wird zum 30. September aus dem Vorstand des Halbleiterproduzenten ausscheiden. Bauer gehört seit der Geburtsstunde von Infineon, seit 2010 als Vorsitzender, zum Vorstand. Der Manager hat den Konzern in den vergangenen Jahren umgekrempelt und nach der Fast-Pleite zurück in die Gewinnzone geführt. Der Nachfolger ist Dr. Reinhard Ploss, der als Vorstandsmitglied bislang die Bereiche Produktion, Entwicklung und Technik sowie Personal verantwortete.

Unterstützung hält (noch)
Der negative Newsflow hat den Titel in der abgelaufenen Woche unter die 5-Euro-Marke auf eine neues Jahrestief gedrückt. Die horizontale Unterstützung bei 4,89 Euro hat Schlimmeres vorerst verhindert. Eine weitere Stütze wartet bei 4,13 Euro. Fällt der DAX-Wert unter diese Marken ist mit einem Abverkauf zu rechnen. Angesichts dieser verhaltenen Aussichten drängt sich derzeit kein Neueinstieg auf. Wer dennoch antizyklisch investieren will, sollte seinen Stopp knapp unterhalb des Jahrestiefs bei 4,75 Euro platzieren.
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