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Bester Solar-Analyst der Welt: Kein Boden bei Trina, Conergy, Solarworld und Co

Florian Söllner

Keiner kann den Solarmarkt besser einschätzen als Gordon Johnson. Der Solar-Bär hat den Absturz schon im Jahr 2010 vorhergesehen. Nun hat ihn DER AKTIONÄR erneut kontaktiert.

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Die Staranalysten der großen internationalen Investmentbanken lagen alle falsch. Keiner hatte umfassend vor dem Einbruch der Solarbranche gewarnt. 2010 rieten etwa dutzende Experten, die Aktien von First Solar zu kaufen oder zu halten. Nur ein einziger hatte den Mut, sich gegen die Analysten-Mehrheit zu stellen: Gordon Johnson, Analyst bei der vergleichsweise kleinen Axiom Capital.

Johnson im Dezember 2010 gegenüber dem AKTIONÄR: "Es könnte ein Weltuntergangsszenario sein. Die Nachfrage nach Modulen wird gerade zu einem Zeitpunkt fallen, wenn wir eine erhebliche Ausweitung des Angebotes sehen. In einer Branche, wo die Erzeugnisse der einzelnen Anbieter praktisch austauschbar sind, ist die Katastrophe damit praktisch vorprogrammiert." Im September 2011 sagte er dann etwa die Pleite von Energy Conversion Devices voraus.

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Nun hat DER AKTIONÄR den "Solar-Bären" erneut kontaktiert und gefragt: Wann sehen wir den Boden bei deutschen und chinesischen Solaraktien? Die Antwort fällt eindeutig aus: "Wir sehen den Tiefpunkt, wenn die Solarmodulpreise auf das Niveau der reinen Cash-Kosten der effizientesten Hersteller gefallen sind. Dort sind wir noch nicht."

Selbst der wohl weltbeste Solar-Analyst weiß nicht, wie die Krise im Detail ausgeht. Ob denn Kostenführer und potenziell überlebende Modulbauer wie Trina Solar mittlerweile wieder ein Kauf seien? Johnson: "Überleben? Wie wollen Sie wissen, welche Firmen überleben? Viele Experten haben immer gesagt, First Solar sei der große Kostenführer und Favorit. Diese lagen alle falsch. In einer Industrie mit solch enormen Überkapazitäten ist es sehr schwer zu sagen, wer das unbeschadet übersteht."

Nur für Zocker

DER AKTIONÄR rät weiterhin, das Gros der Solaraktien zu meiden beziehungsweise die Gewinne der empfohlenen Short-Zertifikate laufen zu lassen. Ausnahmen sind Kurzfrist-Zocks: So kann etwa kurz vor der Bekanntgabe der Zahlen von SMA Solar am 10. Mai auf ein von Vorzieffekten geprägtes Quartal spekuliert werden. (siehe auch: "Solar-Insider: Überraschung"). Ein weiterer Brancheninsider bestätigte dem AKTIONÄR nun, dass SMA-Produkte teils Lieferzeiten bis Ende Juni haben. Doch danach den Absprung nicht vergessen! Denn nach den Vorzieheffekten droht zumindest in Europa ein tiefes Zubau-Loch. Auf mittlere Sicht bleibt DER AKTIONÄR daher skeptisch für die Margen- und Aktienentwicklung bei SMA Solar.

Mutige Anleger können auch eine erste Position mit engem Stopp bei Trina Solar ("Rebound bei Trina") eingehen. Die Gefahr einer Pleite ist bei fast jeder Solarfirma gegeben. Doch die Chancen bei Trina - die Nettoverschuldung ist hier geringer als die bei Yingli, Solarworld oder Suntech - sind gleichzeitig sehr groß. Schon 2008 hatte sich die Trina-Aktie nach einer Branchenkrise und anschließenden, ähnlichen Bodenbildung in der Spitze mehr als verzehnfacht.

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