Lufthansa: Harte Auseinandersetzung droht
Ab heute setzen sich Vertreter der Lufthansa und der Gewerkschaft Verdi zu Tarifverhandlungen an einen Tisch. Der Zeitpunkt für die ohnehin schon unangenehmen Verhandlungen könnte ungünstiger nicht sein.
Erst in der vergangenen Woche hat die Lufthansa ihren Anteilseignern die Dividende gestrichen und zudem die Schließung von Standorten angekündigt. Mitten im größten Sparprogramm der Konzerngeschichte pocht die Gewerkschaft nun auf eine deutliche Anhebung der Löhne.
Verhärtete Fronten
Die Tarifpartner bei der heute beginnenden Verhandlungsrunde sind in ihren Vorstellungen selten weiter voneinander entfernt gewesen. Die Gewerkschaft Verdi fordert 5,2 Prozent mehr Lohn für rund 33.000 Beschäftigte. Dazu sollen die Beschäftigten am Gewinn beteiligt werden und Beschäftigungsgarantien erhalten. Gerade Letzteres scheint angesichts des zuletzt angekündigt Jobabbaus zum größten Hemmnis zu werden. Die Lufthansa will im Rahmen des laufenden Sparprogramms weltweit rund 3.500 Stellen abbauen.
Gewerkschaft fordert Planungssicherheit
Gerade vor dem Hintergrund der angekündigten Sparmaßnahmen benötigten die Beschäftigten Stabilität und Planungssicherheit, erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle. Eine Lohnerhöhung sei alternativlos. Zudem kündigte die Gewerkschaft Widerstand gegen die geplanten Stellenstreichungen an. Konzern-Personalvorstand Stefan Lauer und der Passage-Personalchef Peter Gerber haben vor Kurzem bereits durchsickern lassen, dass eine derartige Gehaltserhöhung derzeit nicht zu erwirtschaften sei. Gerber verlangte stattdessen flexiblere Arbeitszeiten und höhere Produktivität von den Beschäftigten.

Unruhige Zeiten
Die Tarifauseinandersetzungen dürften sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Einmal mehr dürften die Gewerkschaften mit Streiks drohen. Erst im vergangenen Jahr hatten die Kabinenmitarbeiter gestreikt. Die Unruhe dürfte sich auch auf den Aktienkurs übertragen. Vor Neuengagements sollten Anleger erst eine Beruhigung der Lage abwarten.
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