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Beinahe bildschöne Zahlen von Loewe

Werner Sperber

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Das vierte Quartal des Unterhaltungselektronikkonzerns Loewe lässt auf ein gutes Jahr 2010 schließen, wenn die Rezession nicht erneut einen Strich durch die Rechnung macht. Doch es gibt genügend Gründe, um optimistisch zu sein. Loewe bekommt die Kosten in den Griff und dürfte nun wieder mehr Fernsehgeräte verkaufen.

Frieder Löhrer, Vorstandsvorsitzender von Loewe, ist zuversichtlich für die Geschäftsentwicklung des in Kronach ansässigen Herstellers qualitativ hochwertiger Unterhaltungselektronik. Nach vorläufigen Zahlen für das Jahr 2009 sind Umsatz und Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zu 2008 zwar deutlich zurückgegangen, doch die eigenen Ziele hat der Produzent von Fernsehgeräten zumindest für das EBIT übertroffen. Löhrer geht davon aus, dass die Kunden verstärkt Ersatz- und Zweitgeräte kaufen werden. Loewe will drei neue Produktlinien sowie Flachbildschirmgeräte mit LED-Hinterleuchtung einführen (LED, Light Emitting Diode, also eine Leuchtdiode oder Lumineszenz-Diode). Löhrer sagte: "Im Jahr 2010 werden alle neuen Produkte und im Jahr 2011 komplett alle Loewe-Produkte mit der LED-Technologie ausgestattet sein, die eine bessere Bildqualität liefert, als alle Produkte, die bisher auf dem Markt sind."  Die neuen Produkte von Loewe, die Einführung von HDTV-Fernsehprogrammen in Deutschland (High Definition Television, also hochauflösende Fernsehprogramme) und die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika dürften den Absatz im laufenden Jahr ankurbeln. Die neuen Fernsehgeräte sollen zur Fußball-WM auf dem Markt sein, das Loewe-Mediacenter ist für das zweite Quartal geplant und im Laufe des Jahres wird Loewe die Home-Entertainment-Systeme mit neuen Lautsprecher- und Multiroom-Lösungen ausstatten.

Starkes viertes Quartal

Der Konzernchef bezeichnete das wirtschaftliche Umfeld zwar als "anhaltend schwierig", doch geht er für 2010 von einem verbesserten Lage aus, in welcher der LCD-TV-Markt in Europa weiter wachsen werde (LCD, Liquid Crystal Display, also ein Flüssigkristallbildschirm). Auch die sehr starke Geschäftslage im vierten Quartal spricht für Wachstum. In diesem Weihnachtsquartal erlöste Loewe rund 105 Millionen Euro und verdiente zirka neun Millionen Euro vor Zinsen und Steuern.

Große Fernseher, hohe Marge

Nach den vorläufigen Zahlen für 2009 erlöste Loewe 325 Millionen Euro. Das sind 13,1 Prozent weniger als im Jahr 2008 und auch weniger als die vom Vorstand prognostizierten 350 Millionen Euro Umsatz für das Gesamtjahr 2009. Das EBIT verringerte sich um 52,6 Prozent auf 13,5 Millionen Euro, was allerdings mehr ist, als die zwölf Millionen Euro, welche das Management als Ziel ausgegeben hatte. In Deutschland hielt Loewe den Umsatz im Geschäft mit Unterhaltungselektronik. Bei großformatigen und margenstarken TV-Geräten mit einer Bildschirmdiagonale von 37 Zoll und mehr, erreichte Loewe erneut einen Marktanteil von 58 Prozent. Der Export gab allerdings um 24,3 Prozent auf 132 Millionen Euro nach. Das gilt hauptsächlich für die Märkte in Spanien und den Niederlanden, in denen die Weltwirtschaftskrise besonders zu spüren gewesen sei. Für das Gesamtjahr 2010 geht Löhrer von einem stabilen Umsatz im Hauptmarkt Deutschland sowie einem prozentual zweistelligen Wachstum in den europäischen Kernmärkten wie Italien, Frankreich oder Großbritannien aus. Insgesamt sollen die Erlöse prozentual einstellig zulegen. Gerade die für Loewe wichtigen großformatigen TV-Geräte bleiben die dynamischen Wachstumstreiber.

Jetzt kommt es auf den Chart an

Fundamental ist der bilanziell sehr gut aufgestellte Konzern auf einem guten Weg, wenn die Rezession nicht für ein erneutes Rauschen auf dem Konzern-Bildschirm sorgt. Bei geschätzten Gewinnen je Aktie von 0,85 Euro für 2010 und 0,99 Euro für 2011 lägen die KGVs bei 12 beziehungsweise 10, wobei einem Hochtechnologie-Konzern wie Loewe durchaus Kurs-Gewinn-Vielfache von 15 zugestanden werden können. Charttechnisch befindet sich die Aktie in einer Dreiecksformation. Nach Höchstständen von 33 Euro zu Beginn des Jahres 2001 verläuft eine Abwärtstrendlinie bis auf aktuell zehn Euro. Seit den Tiefständen zu Beginn des Jahres 2009 bei sechs Euro verläuft eine Aufwärtstrendlinie auf einen Wert von derzeit knapp neun Euro. Schafft die Notierung den nachhaltigen Ausbruch auf Kurse von mehr als zehn Euro, sind auf Jahressicht Werte von 14 Euro fundamental wie auch charttechnisch zu vertreten. Der Stoppkurs sollte bei 7,50 Euro belassen werden.

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