Werner Sperber
Der Maschinenbau-Konzern Süss Microtec hat eigentlich solide Zahlen für das erste Halbjahr 2011 abgeliefert. Dennoch strafen die Anleger die Aktie sehr viel stärker ab als den TecDAX. Aufgrund der Auftragslage gehen die Investoren anscheinend schon fast wieder von einer kommenden Rezession aus.
Süss Microtec ist in Garching bei München ansässig und stellt dort Maschinen her, mit denen Chips produziert werden, die wiederum vor allem in Smartphones, Computern und Fernsehgeräten eingesetzt werden. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2011 stimmen eigentlich zuversichtlich. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 42,1 Prozent auf 84,7 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde durch den Umzug einer Produktionslinie mit 1,3 Millionen Euro belastet. Für das zweite Halbjahr dürften weitere Sonderausgaben von 0,7 Millionen Euro anfallen. Dennoch legte das EBIT um 203 Prozent auf 10,6 Millionen Euro zu. Der Gewinn erhöhte sich um 655 Prozent auf 8,3 Millionen Euro beziehungsweise 0,44 Euro je Aktie. Die Netto-Liquidität zum 30. Juni stieg um 38,7 Prozent auf 35,5 Millionen Euro. Auch im zweiten Quartal alleine betrachtet entwickelte sich das Geschäft sehr gut. Die Erlöse stiegen um 39,8 Prozent auf 52,7 Millionen Euro und das EBIT um 131 Prozent auf 8,1 Millionen Euro.
Schwächere Orderzahlen
Im ersten Halbjahr erhielt Süss Microtec Aufträge im Wert von 80,4 Millionen Euro. Das sind drei Prozent weniger as ein Jahr zuvor. Im zweiten Quartal beliefen sich dieses Minus bei den Bestellungen allerdings schon auf 37 Prozent und der Bestellwert auf 32,1 Millionen Euro. Der Vorstand bestätigte allerdings die Prognosen. Für das dritte Quartal rechnet er mit einem Umsatz von 35 Millionen bis 40 Millionen Euro und neuen Bestellungen im Wert von 30 Millionen bis 40 Millionen Euro. Im Gesamtjahr sollen die Erlöse mehr als 170 Millionen Euro betragen, wobei sich die EBIT-Marge verbessern dürfte. Trotzdem straften die Anleger die Aktie ab, denn sie befürchten aufgrund der Orderzahlen eine schwächer werdende Halbleiter-Konjunktur. Adrian Pehl, Analyst der Investmentbank Equinet, dagegen rechnet nicht mit einer Verschlechterung der Auftragslage. Er beließ seine Einstufung für die Aktie bei "Accumulate" und sein Kursziel bei elf Euro.

Risikobereite greifen zu
Insgesamt schätzen die Analysten die Gewinne je Aktie für die Jahre 2011 bis 2013 auf 0,90 Euro beziehungsweise 0,97 Euro respektive 1,50 Euro. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 8 beziehungsweise 7,5 respektive 5. Aufgrund dieser günstigen Bewertung können risikobereite Anleger den aktuellen allgemeinen Ausverkauf an den Börsen für den Einstieg nutzen. Das Kursziel beträgt zwölf Euro und der Stoppkurs sollte bei 5,80 Euro gesetzt werden.