Bechtle: Visionäre im IT-Geschäft
Das schwäbische IT-Systemhaus Bechtle glänzt im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Rekordzahlen. Für die kommenden Jahre hat der Vorstand eine klare Vision. Dei Aktie hat trotz des jüngsten Anstiegs noch Potenzial.
"Die 5.500 Mitarbeiter von Bechtle haben eine beeindruckende Teamleistung vollbracht!" So lautete das Fazit von Dr. Thomas Olemotz, Chef des IT-Systemhauses aus Neckarsulm, zu den Ergebnissen für 2011. Der Konzern erreichte erstmals in der Geschichte einen Umsatz von zwei Milliarden Euro - ein Plus von knapp 16 Prozent. Das Vorsteuerergebnis konnte sogar um 40 Prozent auf 86,3 Millionen Euro verbessert werden. Die Aktionäre dürfen sich deshalb über eine deutliche höhere Ausschüttung freuen: Die regulären Dividende stieg um zehn Cent auf 0,85 Euro. Zudem erhalten Anleger eine Sonderzahlung von 15 Cent.
Schulung schafft Erfolg
Olemotz führt das starke Ergebnis insbesondere auf die umfangreichen Qualifizierungsmaßnahmen zurück. Im Segment IT-E-Commerce konnte durch die Schulung der Vertriebsmitarbeiter der Umsatz rein organisch um 18,8 Prozent auf rund 680 Millionen Euro gesteigert und eine „herausragende" Marge von 5,4 Prozent erwirtschaftet werden. Das Handelsgeschäft wuchs damit sogar schneller als das Segment IT-Systemhaus & Managed Services, wo die Erlöse um 14,3 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro kletterten.
Vision 2020
Für das laufende Geschäftsjahr ist Olemotz optimistisch, erneut den Markt schlagen zu können. Bechtle dürfte dabei von weiteren Zukäufen sowie von der Schwäche der Konkurrenz profitieren. So hat Anfang März das Ada Systemhaus mit 1.040 Mitarbeitern Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Kleinere Wettbewerber sind zum Teil mit der Innovationsgeschwindigkeit im IT-Geschäft überfordert und deshalb der Nummer 2 in Deutschland weit unterlegen.
Während der Ausblick für 2012 noch vage ist, hat Olemotz schon klare Vorstellungen, wie Bechtle im Jahr 2020 dastehen wird. Seine Vision ist ein Umsatz von fünf Milliarden Euro und eine Vorsteuermarge von fünf Prozent.
Hohes Potenzial
Analystin Alexandra Schlegel von der Berenberg Bank ist von diesem Ausblick sehr angetan. Sie sieht Bechtle als Gewinner der Branchenkonsolidierung und der ungebrochenen Nachfrage nach IT-Dienstleistungen. Insbesondere das Thema Cloud-Computing werde Systemhäusern wie Bechtle zusätzliche Aufträge bringen. Schlegel empfiehlt daher die TecDAX-Aktie mit einem Kursziel von 47 Euro zum Kauf, was auf dem aktuellen Niveau einem Kurspotenzial von rund 40 Prozent entspricht.

Mit Hebel outperformen!
Die Bechtle-Aktie ist auf dem aktuellen Niveau immer noch kaufenswert. Das Kursziel liegt bei 40 Euro. Wer mehr aus dem Wert herausholen will, sollte das Knock-out-Zertifikat von BNP Paribas mit der WKN BP2 J5E (aktueller Kurs: 1,09 Euro) kaufen. Das Papier hat Verdopplungspotenzial.
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