Dominik Schertel
Der TecDAX-Konzern Bechtle sorgte gestern mit der Vorlage der vorläufigen Geschäftszahlen für ein Kursfeuerwerk. Heute folgt nun eine Kaufempfehlung durch die Analysten von SES Research. Die Aktie scheint das allerdings nur geringfügig zu interessieren.
Der IT-Dienstleister Bechtle konnte mit seinen vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2009 die Markterwartungen übertreffen. Mit einem voraussichtlichen Umsatzvolumen von 1,38 (Vorjahr: 1,43) Milliarden Euro lag der TecDAX- Konzern über den Analystenschätzungen bei 1,33 Milliarden Euro. Die Ergebnismarge liegt bei 3,1 Prozent nach 4,3 Prozent in 2008. Mit einem Rekordumsatz von rund 415,2 Millionen Euro trug vor allem die spürbare Belebung der Nachfrage im letzten Quartal 2009 zu der erfreulichen Entwicklung bei. Die endgültigen Geschäftszahlen für das Gesamtjahr gibt Bechtle am 19. März 2010 bekannt.
SES Research stuft hoch
In einer Studie von Freitag stuft der SES Research-Analyst Andreas Wolf die Bechtle-Aktie von "Halten" auf "Kaufen" und das Kursziel von 22,00 auf 23,00 Euro hoch. Der Experte sieht eine Belebung auf dem Systemhausmarkt. Bechtles Geschäftszahlen reflektieren dies und auch die gemeldeten Zahlen und der Ausblick der deutschen Wettbewerber unterstreichen eine Belebung, so Wolf. Mittelfristig sollte Bechtle die Wachstumsgelegenheiten durch die Internationalisierung im Segment E-Commerce wahrnehmen, heißt es in der Studie weiter. Wolf geht für das laufende Geschäftsjahr von einem leichten Umsatzwachstum auf 1,4 Milliarden Euro und einem EBIT von 51,2 Millionen Euro aus.
Balsam für die Charttechnik
Nach einem Kurssprung Mitte Dezember bis auf fast 21,00 Euro folgte eine Abwärtsbewegung bis zur Unterstützung bei 18,79 Euro. Kurze Zeit später wurde diese nach unten durchbrochen, was die Kursdynamik beschleunigte. Die Abwärtsbewegung wurde durch den Kurssprung nach Veröffentlichung der Zahlen gestoppt. Dadurch konnte sich die Charttechnik deutlich aufhellen.
Kaufsignal abwarten
Die Bechtle-Aktie zeigt sich im Handel am Freitag nahezu unbeeindruckt von der Kaufstudie. DER AKTIONÄR empfiehlt Anleger, für einen Einstieg das Überspringen der Widerstandsmarke bei 18,79 Euro abzuwarten. Anschließend ist der Weg zunächst frei bis in den Bereich um 20,00 Euro. Risikobewusste Anleger können sich bereits auf dem aktuellen Niveau positionieren. Allerdings sollte die Position mit einem engen Stopp abgesichert werden, da bei Unterschreiten der 18-Euro-Marke Kursverluste drohen.