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Beate Uhse AG: Zauberformel e-Commerce

Eva-Catharina Schwörer

„Sex sells“. Dass Sex allein kein Selbstläufer mehr ist, weiß der Vorstand der Beate Uhse AG nur zu gut. Tausende klicken tagtäglich die Webpräsenz des Erotikkonzerns an - doch Interesse allein verpflichtet nicht zum Kauf. Die zuletzt stark sinkenden Umsatzzahlen sollen mit Restrukturierungsmaßnahmen wieder gesteigert werden.

„Wir müssen weg vom klassischen Versandhandel", so Vorstandsvorsitzender Serge van der Hooft. Die im ersten Quartal 2010 begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen konzentrieren die Geschäftstätigkeit des Flensburger Erotikhändler auf den e-Commerce. Dieser Geschäftsbereich soll das Unternehmen nach einem EBIT von zuletzt minus 50 Millionen Euro im vierten Quartal 2010 aus der Verlustzone führen.

Sparen, sparen, sparen

Nach zuletzt horrenden Umsätzen im direkten Vertrieb hat die Geschäftsleitung seit Anfang 2010 17 Lizenz- und 29 eigene Shops in Europa aus Rentabilitätsgründen geschlossen. Diese Maßnahme führte zu einem Einbruch des Einzelhandelsumsatzes um knapp 20 Prozent. Noch schlechter sieht es im Versand- und Großhandel aus, hier beträgt der Umsatzrückgang 30,5 beziehungsweise 35,5 Prozent. Der Vorstand erklärt dies mit erfolgreich durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen: die den Versandhandel unterstützenden Werbemittel wurden gekürzt und fließen nun dem Aufbau der Onlineaktivität beziehungsweise Online-Werbung zu. Gleichzeitig wurden die Großhandelsaktivitäten gebündelt um die Kosten zu senken und die logistische Effizienz zu verbessern. Großhandelskunden erhalten ihre Waren seit Februar 2011 ausschließlich aus dem Distributionslager Almere in den Niederlanden. Aufgrund der Kürzungen in den genannten Geschäftsbereichen verschlechterte sich das operative Ergebnis (EBIT) auf minus 0,1 Millionen Euro (2010: 0,9 Millionen Euro). Im Vergleich mit den drei vorhergehenden Quartalen wird jedoch deutlich, dass sich der Konzern langsam aus der Schuldenzone herausarbeitet. So betrug das EBIT im dritten Quartal 2010 minus vier Millionen Euro, im vierten sogar fast minus 50 Millionen Euro. 

Raus aus dem Einzelhandel, rein ins Onlinegeschäft

Die Geschäftsleitung hat angekündigt, bis Ende 2012 weitere Läden zu schließen, sie sind neben dem Versandhandel die größten Kostenverursacher. Um das Konzernergebnis wieder zurück in die schwarzen Zahlen zu führen baut Vorstandsvorsitzender van der Hooft neben der Kostenreduzierung vor allem auf das Onlinegeschäft. Schon jetzt erzielt Beate Uhse 50 Prozent des Umsatzes über das Internet, van der Hooft will diese Quote weiter auf über 70 Prozent steigern. Für das Gesamtjahr prognostiziert der Geschäftsführer einen Umsatz um die 140 Millionen Euro und eine Begrenzung des Verlustes auf vier bis sechs Millionen Euro. 

Die Aktie hat den seit Ende letzten Jahres andauernden Abwärtstrend durchbrochen und befindet sich momentan in einem volatilen Seitwärtstrend. Trotzdem sollte eine Wende im operativen Geschäft abgewartet werden.

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