Markus Bußler
Die Erotikbranche hat Beate Uhse vor Jahren revolutioniert. Jetzt steht der Konzern vor seiner womöglich schwierigsten Aufgabe. Das kostenlose Angebot an Sex-Filmen im Internet macht das Geschäft mit DVDs kaputt. Der Konzern muss dringend neue Geschäftsfelder erschließen - und scheint auf dem richtigen Weg zu sein.
Der Konzern wandelt sich mehr und mehr zu einem Lifestyle-Anbieter für Frauen und Paare. Nach Angaben von Beate Uhse sind schon mehr als die Hälfte der Kunden des Versandhandels Frauen. Zusätzlich sind auch Paare als Zielgruppe für den Konzern mehr und mehr in den Blickpunkt gerückt.
Leichter Rückgang
In den Zahlen für das abgelaufene Jahr spiegelt sich das zum Teil wider: Immerhin konnte Beate Uhse einen Teil des eingebrochenen DVD-Geschäfts ausgleichen. Das EBIT gab von 3,1 auf 2,8 Millionen Euro nach. Der Jahresüberschuss ging um drei Prozent auf 2,2 Millionen Euro zurück, der Umsatz sank um neun Prozent auf 231 Millionen Euro. Allerdings dürfte dieser Umsatzrückgang keine Überraschung sein, hat das Unternehmen doch im vergangenen Jahr sein Filialnetz verkleinert.
Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit einem EBIT von 3,0 bis 3,5 Millionen Euro, der Umsatz soll nur marginal steigen. Offensichtlich hat man auf Seiten des Vorstandes aus den Fehlern des vergangenen Jahres gelernt: Damals hatte man bei Bekanntgabe der Zahlen prognostiziert, das EBIT verdoppeln zu wollen. Doch schon zum Halbjahr musste man diese Prognose wieder zurücknehmen.

Die Aktie von Beate Uhse pendelt seit knapp einem Jahr in einer Range zwischen 0,60 und 0,75 Euro. Gestern näherte sich die Aktie noch der unteren Begrenzung dieses Trendkanals, mit den Zahlen drehten die Papiere jedoch wieder nach oben. Die Aktie hat jetzt Luft bis zur 0,70-Euro-Marke. Gelingt der Ausbruch, sind auch schnell Kurse von 0,75 Euro. Dennoch sollten Anleger jede Position mit einem Stoppkurs bei 0,59 Euro absichern. Die Aktie bleibt nach wie vor nur für risikobewusste Investoren interessant.