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Quo vadis BDI Biodiesel, Biopetrol, CropEnergies, EOP, Petrotec und Verbio?

Leon Müller

Die Biosprit-Branche hat schwere Zeiten hinter sich. Immerhin: Der Koalitionsvertrag verspricht neue Impulse. Was sich genau verbessern soll und wohin die Reise der Unternehmen aus der Branche geht, wollte DER AKTIONÄR von Elmar Baumann wissen, dem Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB).

Ob BDI Biodiesel, Biopetrol, CropEnergies, EOP, Petrotec oder Verbio - die Biosprit-Branche hat schwere Zeiten hinter sich. Entsprechend miserabel präsentiert sich das eine oder andere Chartbild. Doch die Regierung verspricht Besserung. Im Koalitionsvertrag heißt es unter anderem: "Wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit für die heimische Produktion von Biokraftstoffen auch unter steuerlichen Gesichtspunkten erhalten. Für die Branche muss Planungssicherheit gewährleistet sein."

Was genau das für die Branche bedeutet, wollte DER AKTIONÄR von Elmar Baumann wissen. Er ist Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB).

Herr Baumann, im jüngst vorgelegten Koalitionsvertrag ist von einer Wiederbelebung des Marktes für reinen Biokraftstoff die Rede. Was genau verbessert sich für die Branche?

ELMAR BAUMANN: Die neue Bundesregierung will die Besteuerung von reinem Biodiesel, auch B100 genannt, absenken. Zuletzt meldeten die Medien eine Energiesteuer von 10 Cent/Liter. Gegenwärtig wird B100 mit 18 Cent/Liter besteuert, zusätzlich war bisher eine steigende Besteuerung vorgesehen. Es hat sich aber gezeigt, dass reiner Biodiesel bei dieser Steuerhöhe nicht mehr verkauft werden kann.

Die Steuersenkung führt aber nicht automatisch dazu, dass B100 wettbewerbsfähig ist. Dies hängt auch ab vom Ölpreis und den Rohstoffkosten. Letztlich ist ohne Freigaben für Biokraftstoffe von den Fahrzeugherstellern noch wenig gewonnen.

Erfreulich ist, dass neben der Wiederbelebung des B100-Marktes auch Sonderkraftstoffe wie E10 im Koalitionsvertrag eine Rolle spielen.

Zudem möchte die Regierung die steuerlichen Rahmenbedingungen stabiler gestalten. Trauen Sie der Aussage?

http://www.deraktionaer.de/upload_beitrag/150_200_651570.jpgZunächst einmal sind wir sehr erfreut, dass die Politik unsere Argumente wahrgenommen hat, anstatt sich von der irrational geführten Debatte gegen Biokraftstoffe irre machen zu lassen. Dieses Signal hatten wir von Fachpolitikern der großen Parteien bereits im Frühjahr erhalten, und wir sind äußerst zufrieden, dass die neue Regierung diese Position ihrer eigenen Fachleute aufgreift und umsetzen will. Wir sind dennoch gut beraten, die konkreten neuen Vorschriften zunächst einmal abzuwarten. Eine verlässliche Regelung ist vonnöten, und zwar nicht nur bei der Besteuerung des B100, sondern auch beim Einsatz von Biokraftstoffen insgesamt. Wir brauchen eine Vorschrift, wonach der Anteil von Biokraftstoffen am gesamten Kraftstoffmarkt in den kommenden Jahren kontinuierlich steigt.

Immerhin erhält die Branche auch Rückendeckung seitens der EU, oder?

Die EU hat in der Tat in den letzten Monaten eine positive Position zu Biokraftstoffen bezogen. Die rückwärts gewandte Politik der alten Bundesregierung war umso ärgerlicher, als Deutschland in der EU eine klare Vorreiterrolle bei Biokraftstoffen besitzt, und zwar auf allen relevanten Gebieten: Forschung und Entwicklung, Anlagenbau, Produktion und Anwendung. Diese strategischen Stärken sollte die neue Regierung bewahren und ausbauen.


Solar, Biogas, Brennstoffzellen - drei Hot-Stocks mit bis zu 100 Prozent Potenzial

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Hot-Stocks sind eine heiße Sache. Zukunftsbranchen ebenfalls. Gemeinsam ergeben sie eine feurige Mischung. DER AKTIONÄR stellt drei Kandidaten vor, deren Aktienkurse kurz vorm Aufflammen stehen. Kann etwa die drohende Firmenpleite bei dieser Biogas-Firma abgewendet werden, indem ein zahlungskräftiger Investor auf die Bühne tritt? Verbessert ein plötzlicher Geldsegen schlagartig die Gesamtaussichten bei dieser Solarfirma? Trifft ein eher unbekannter Nischenplayer aus dem Bereich der Brennstoffzellen-Technologie mit seinem Produkt exakt das Bedürfnis des Marktes? Die Antworten auf diese Fragen finden Sie im Spezialreport "Solar, Biogas, Brennstoffzellen - drei Hot-Stocks mit bis zu 100 Prozent Potenzial". Jetzt bestellen und mitverdienen.


Wo lauern die größten Unsicherheiten in der Branche?

Alternative Energien, und zu ihnen zählen die Biokraftstoffe, sind von gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängig. Die politische Unterstützung muss verlässlich und langfristig sein. Hier hat es in der Vergangenheit Defizite für die Biokraftstoffbranche gegeben. Wir gehen jetzt davon aus, dass die Zusagen im Koalitionsvertrag eingehalten werden und wir verlässliche Rahmenbedingungen für die nächsten Jahre erhalten.

Wie sehen Sie zusammenfassend die nähere aber auch langfristige Zukunft für die Hersteller?

Unsere Mitgliedsunternehmen haben in den vergangenen zwei Jahren eine extrem schwierige Zeit überstehen müssen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich durch die Auswirkungen des Biokraftstoffquotengesetzes deutlich verschlechtert.

Kurzfristig stellt die Nachhaltigkeitszertifizierung die Branche vor große Herausforderungen. Die Hersteller fordern deshalb von der Politik, dass die gesetzlichen Vorgaben praktikabel und umsetzbar sind. Wir brauchen faire Wettbewerbsbedingungen und keine Ideologie. Schließlich gehen die Biokraftstoffe bei der Nachhaltigkeit voran - aber wir fordern, dass auch alle anderen Nutzungen von Biomasse (Nahrung, Futtermittel und stoffliche Nutzung) den gleichen Anforderungen unterworfen werden.

Langfristig werden Produzenten mit strategischen Stärken in den Bereichen Einkauf, Kostenstruktur und Vertrieb die zukünftige Marktentwicklung der alternativen Kraftstoffe in Deutschland und der EU gestalten. Die nachhaltige Produktion, Beimischungs- und B100-Markt, heimischer Absatz und Export werden dabei die Erfolgsfaktoren sein, für die die Politik faire Wettbewerbsbedingungen schaffen will und muss.   

Fazit: Nicht alles Gold, was glänzt

Bleibt die Regierung bei ihren Plänen, wovon nach derzeitigem Stand der Dinge auszugehen ist, dürfte es innerhalb der Branche in der Tat zu einem hörbaren Aufatmen kommen. Entsprechend positiv sollten sich auch einige Aktien präsentieren. Dennoch: Nur weil sich die Rahmenbedingungen verbessern, werden sich nicht alle Unternehmen aus dem Sektor der Biotreibstoffe gleich schnell erholen, einige werden weiterhin deutlich schlechter abscheiden als der Markt. Welche Aktien zu den Gewinnern zählen werden und deshalb einen Platz im Depot verdient haben, verrät DER AKTIONÄR in der aktuellen Ausgabe 46/09 (ab Mittwoch am Kiosk, bereits jetzt als ePaper erhältlich).

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