Carolin Kessler
Der Pharmakonzern muss weiter um Umsätze und Gewinne mit seiner Verhütungspille Yasmin bangen. In einem Patentstreit in den USA musste Bayer zudem eine Schlappe einstecken. Könnte die Aktie nun gedrückt werden?
Die Aktie von Bayer gehört am Freitag zu den schwächeren Titeln im DAX. Grund: Weiterhin sieht sich Bayer in den USA mit argen Problemen mit seiner Produktfamilie um die Verhütungspille Yasmin konfrontiert. Ein Gericht hat nun einen Antrag der Leverkusener zurückgewiesen, dem Konkurrenten Watson die Zulassung einer Nachahmerversion von Yasmin weiterhin zu untersagen. Damit läuft das Verbot, ein Generikum auf den Markt zu bringen, am 4. September aus. Die Argumentation Bayers, die Nachahmervariante von Yasmin verletze den Patentschutz des Präparats des Dax-Konzerns, wurde nicht übernommen.
Auf Talfahrt
Damit dürfte sich Bayer wohl auf sinkende Umsätze bei den Medikamenten zur Geburtenkontrolle einstellen. Mit der Yasmin-Produktfamilie hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr weltweit Umsätze von 1,28 Milliarden Euro verbuchen können. Bereits im Juni hatte Bayer gegen den israelischen Konkurrenten Teva eine Klage eingereicht, weil dieser angeblich unrechtmäßig ein Generikum für Yaz, das ebenfalls zu dieser Medikamentengruppe gehört, eingeführt hat. Durch die „Kopie" unter dem Namen Gianvi wird Bayer dieses Jahr Umsatzeinbußen von 200 Millionen Euro verzeichnen müssen. Dies hatten die Analysten der Deutschen Bank schon vor zwei Monaten geschätzt.
Kann die Bilanz gerettet werden?
Bayer hatte trotz der Probleme im Pharmageschäft Ende Juli blendende Zahlen zum zweiten Quartal präsentiert. Für eine Steigerung des Umsatzes um 14,6 Prozent auf 9,18 Milliarden Euro war vor allem die Kunststoffsparte des Konzerns verantwortlich. Der Gewinn stagnierte bei rund einer halben Milliarde Euro.

Basisinvestment
Trotz einiger Negativschlagzeilen hat sich die Aktie von Bayer zuletzt recht ordentlich entwickelt. Auf Basis der aktuellen Gewinnschätzungen errechnet sich für das laufende Jahr ein KGV von 11, was zeigt, dass das Papier immer noch moderat bewertet ist. Die Aktie nimmt Anlauf auf das vom AKTIONÄR ausgegeben Kursziel von 52 Euro. Anleger sollten dabeibleiben und den Stoppkurs im Bereich von 41 Euro platzieren.