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Bauer: Bullen- oder Bärenfutter?

Michael Herrmann

Die anziehende Konjunktur erreicht nun auch das Baugwirtschaft. Dies belegt zeigt sich unter anderem an der positiven Halbjahresbilanz der Bauer AG, der nach Verlusten im Auftaktquartal im zweiten Quartal wieder in die Gewinnzone zurück kehrt. Doch reicht das aus um die Bullen, die zuletzt das Ruder übernommen haben, zufrieden zu stellen?

Mehrere Analysten haben in den vergangenen Tagen ihre positiven Erwartungen für die Halbjahresbilanz des Tiefbauspezialisten und Baumaschinenkonzerns Bauer wiederholt. Nachdem die Zahlen nun da sind, stellt sich die Frage, ob diese Erwartungen erfüllt werden konnten und die Bilanz eher Futter für die Bullen oder für die Bären ist.

Insgesamt noch schwächer als im Vorjahr

Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Bilanz insgesamt etwas schwächer aus. Im gesamten ersten Halbjahr 2010 erzielte Bauer einen Nachsteuergewinn von 6,1 Millionen Euro, nach 21,1 Millionen Euro im Vorjahr. Die Gesamtkonzernleistung ging ebenfalls zurück und belief sich auf 592,9 Millionen Euro, was einem Minus von 12,9 Prozent entspricht. Deutlich besser stellt sich dagegen die Entwicklung der Auftragseingänge dar, die um 38,7 Prozent auf 738,8 Millionen Euro gesteigert wurden.

Erholung im zweiten Quartal

Im zweiten Quartal ist Bauer dank der konjunkturellen Erholung wieder auf den Wachstumskurs zurückgekehrt. Der Umsatz kletterte von 263,5 Millionen Euro auf 313,1 Millionen Euro. Nach einem Verlust im Auftaktquartal schrieb der MDAX-Konzern im zweiten Quartal wieder schwarze Zahlen. Der Gewinn vor Minderheiten betrug 10,5 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum fiel er mit 10,1 Millionen Euro etwas niedriger aus.

Zuversichtliche Prognose bestätigt

Für das zweite Halbjahr zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Prof. Thomas Bauer im Interview mit dem AKTIONÄR zuletzt schon optimistisch, dass sich das Geschäft im zweiten Halbjahr besser entwickeln wird. "Wir glauben, dass sich die Geschäfte im Jahresverlauf erholen", sagte er. Für das Gesamtjahr bekräftigte der Baukonzern nun die bisherige Prognose. Die Gesamtkonzernleistung soll weiter auf dem Niveau des Vorjahres und der Nettogewinn bei rund 40 Millionen Euro liegen, und damit leicht unterhalb des Vorjahreswertes von 42 Millionen Euro.

Gemischte Reaktionen

Die Analysten dürften sich durch die Halbjahresbilanz in ihrer positiven Einschätzung bestätigt sehen. Die Halbjahreszahlen von Bauer sind Händlern zufolge in etwa wie erwartet ausgefallen. Der Umsatz habe zwar positiv überrascht, dafür verfehlte Bauer aber die Erwartungen beim Gewinn leicht und auch die Margen seien etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Dass die Zahlen in etwa so erwartet wurden oder sogar leicht über den Erwartungen lagen, zeigt auch die Reaktion der Märkte auf die Zahlen. Die Aktie eröffnete nach Bekanntgabe der Zahlen nahezu unverändert und drehte im Anschluss deutlich ins Plus.

Bullen bleiben am Ruder

DER AKTIONÄR sieht sich durch die Halbjahresbilanz in seiner positiven Einschätzung zur Bauer AG bestätigt und rät zum Kauf des Titels. Speziell die Entwicklung im zweiten Quartal stimmt zuversichtlich. Die Bullen sollten daher auch weiterhin das Ruder übernehmen. Das Kursziel des AKTIONÄRs liegt weiterhin bei 40,00 Euro. Ein Stoppkurs von 24,00 Euro sichert ab.

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