Michael Schröder
In den nächsten zehn Jahren will BASF den Umsatz nahezu verdoppeln. In einem Jahr bekommt der Chemie-Riese einen neuen Vorstand. Schon heute ist die Aktie günstig bewertet. Als spekulative Alternative zum Anteilschein bietet sich der Kauf eines Turbo-Zertifikates an.
In gut elf Monaten bekommt Dr. Kurt Bock neue Visitenkarten. Am 6. Mai 2011 wird der derzeitige Finanzvorstand der BASF SE Dr. Jürgen Hambrecht als Vorstandsvorsitzenden ablösen.Dieser hat das letzte Jahr seiner Amtszeit mit einem doppelten Paukenschlag eingeläutet: Zum einen kündigte er an, dass der weltgrößte Chemiekonzern seinen Umsatz in den kommenden zehn Jahren fast verdoppeln will. Zum anderen steht das DAX-Flaggschiff unmittelbar vor dem Abschluss einer Milliarden-Übernahme.
Langfristige Prognose
Großen Anteil an dem Wachstum dürfte vor allem der asiatische Markt haben. In der Asien-Pazifik-Region wird ein jährliches Umsatzwachstum von sieben bis acht Prozent auf 20 Milliarden Euro bis 2020 anvisiert. Laut Hambrecht wird das Tempo in Europa mit vier bis fünf Prozent und Nordamerika (fünf bis sechs Prozent) nicht ganz so hoch sein. In Summe dürften die Ludwigshafener in zehn Jahren bereits mehr als 92 Milliarden Euro umsetzen. Aufgrund der Wirtschaftskrise gingen die Erlöse im Vorjahr noch um 20 Prozent auf 50,7 Milliarden Euro zurück.
Zukauf vor Abschluss
Das angestrebte Wachstum von BASF wird aber nicht nur organisch sein. Das aktuelle Objekt der Begierde ist das Spezialchemie-Unternehmen Cognis. Dem Vernehmen nach könnte die Akquisition der Monheimer Gesellschaft bereits in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden. Als Kaufpreis steht eine Summe zwischen drei und 3,5 Milliarden Euro im Raum.
Besser al weltweite Chemieproduktion
Neben dem Zehn-Jahres-Plan äußerte sich der BASF-Chef auf einer Investorenkonferenz in New York auch zur aktuellen Geschäftsentwicklung. Das zweite Quartal laufe gleich gut wie das erste Quartal, so Hambrecht. Es gebe derzeit keine Anzeichen für eine Abschwächung. Daher hat er die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Der Umsatz soll stärker steigen als die weltweite Chemieproduktion, für die Hambrecht ein Plus von 5,3 Prozent prognostiziert. Das EBIT vor Sondereinflüssen dürfte nach den deutlichen Rückgängen in 2009 im laufenden Jahr wieder stark zulegen. Zudem wird für 2010 eine Prämie auf die Kapitalkosten angepeilt. Dieses Ziel war 2009 verfehlt worden. 
Mit Hebel 5 agieren
Im laufenden Jahr dürfte BASF einen Gewinn von 4,07 Euro je Aktie erzielen und diesen 2011 bereits auf 4,62 Euro steigern. Damit wird der wieder solide wachsende Chemiekonzern mit einem 2011er-KGV von 10 bewertet. Die Aktie dürfte daher weiter Kurs auf die alten Höchststände oberhalb von 50 Euro nehmen. Als spekulative Alternative bietet sich der Kauf des BASF-MINI-Long (WKN CG9 CTJ) von der Citigroup an. Der Schein ohne Laufzeitbegrenzung hat seinen Basispreis bei 38,06 Euro (Stop-Loss: 40,00 Euro), verfügt aktuell über einen Hebel von 5,5 und wird für 0,83 Euro gehandelt. Steigt die Aktie über die 50-Euro-Marke, liegt das Derivat des Tages rund 50 Prozent im Plus. Ein Stoppkurs bei 0,55 Euro sichert die bewusst klein gehaltene Position ab.