Dominik Schertel
Der im DAX notierte Chemiekonzern BASF hat in den kommenden Jahren einiges vor. Im Rahmen einer Investorenkonferenz hat der Firmenchef Jürgen Hambrecht die Wachstumsziele des Konzerns bis 2020 vorgestellt und die Guidance für das laufende Geschäftsjahr bestätigt. Zudem könnte eine Akquistion kurz vor dem Abschluss stehen. Anleger sollten ein Auge auf die Aktie werfen.
Der weltgrößte Chemiekonzern BASF peilt bis zum Jahr 2020 einen Umsatz von mehr als 90 Milliarden Euro an, was im Vergleich zum Jahr 2009 einer Steigerung um mehr als drei Viertel entspräche. Das Gros dieser Summe soll weiterhin Europa mit 49 Milliarden Euro beisteuern. Dabei setzt Vorstand Jürgen Hambrecht eine jährliche Wachstumsrate für die Region von vier bis fünf Prozent voraus. Der asiatische Markt soll nach Unternehmensprognose rund doppelt so stark wachsen. Bei jährlichen Zuwächsen von sieben bis acht Prozent sollen die Erlöse in zehn Jahren bei rund 20 Milliarden Euro liegen. Für Nordamerika erwartet man ein jährliches Plus von fünf bis sechs Prozent und für Südamerika von etwa acht Prozent.
Ausblick bestätigt
Für das laufende Geschäftsjahr hat der Firmenchef Hambrecht die Prognosen bestätigt. So soll nach drastischen Rückgängen in 2009 das laufende Jahr einen deutlichen Zuwachs beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie ein Umsatzplus hervorbringen.
Übernahme voraus?
Das angestrebte Wachstum von BASF wird womöglich nicht nur aus Organischem bestehen. Das aktuelle Objekt der Begierde ist das Spezialchemieunternehmen Cognis. Laut Medienberichten könnte die Akquisition des Monheimer Unternehmens bereits in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden. Als Kaufpreis kursiert am Markt eine Summe zwischen drei und 3,5 Milliarden Euro.

Analysten raten zum Kauf
Die Analysten von Kepler und Unicredit haben die BASF-Aktie nach dem Investorentag auf "Buy" belassen. Kepler-Analyst Lutz Grüten rechnet für das zweite Quartal mit genauso guten Ergebnissen wie in den ersten drei Monaten 2010. Laut Grüten dürfte der Chemiekonzern als ein struktureller Gewinner aus der Krise hervorgehen, selbst wenn es zu einer nochmaligen konjunkturellen Bodenbildung kommen sollte. Sein Kursziel lautet 55,00 Euro. Die italienische Großbank Unicredit rät ebenfalls zum Kauf der Aktie mit einem Kursziel von 54,00 Euro. Analyst Andreas Heine hält das Geschäftsmodell von BASF für sehr überzeugend.
Neuer Vorstandsvorsitzender
Der Aufsichtsrat von BASF hat die Spekulationen um die Nachfolge des 2011 ausscheidenden Vorstandsvorsitzenden Jürgen Hambrecht jüngst beendet. Der neue Firmenlenker wird der bisherige Finanzvorstand Jürgen Bock. Die Ernennung wird mit Ablauf der Hauptversammlung am 6. Mai 2011 wirksam.

Kaufsignal voraus?
DER AKTIONÄR hatte Ende April damit gerechnet, dass die BASF-Aktie den Aufwärtstrend im Bereich um 45,00 Euro erfolgreich testen und anschließend nach oben drehen wird. Risikobewusste Anleger sollten daher auf den Turbo-Optionsschein mit der WKN CM3 E39 (aktueller Briefkurs 0,82 Euro) setzen. Aufgrund der weltweiten Turbulenzen an den Börsen konnte der DAX-Wert die charrtechnische Marke allerdings nicht halten. Von den damit einhergegangenen Abschlägen hat sich das Papier in den vergangenen Tagen etwas erholt. Nun könnte zeitnah ein Versuch gestartet werden die 45-Euro-Marke zurückzuerobern. Dazu müsste der kurzfristige Abwärtstrend sowie die 38-Tage-Linie überwunden werden. Risikobewusste Anleger können weiterhin an dem Schein festhalten und auf den Durchbruch spekulieren. Auch konservative Anleger können sich aktuell BASF-Aktien ins Depot legen und die Position nach dem Kaufsignal weiter aufstocken.