Michael Herrmann
BASF kämpft mit schlechten Nachrichten. Die Genkartoffel Amflora wird vorläufig aus dem Verkehr gezogen und der Bestechungsskandal weitet sich aus. Unterstützung kommt dagegen von der französischen Investmentbank Chevreaux. Was macht die Aktie?
Schlechte Nachrichten für Deutschlands größten Chemiekonzern: In Schweden hatte sich seine Kartoffelsorte Amflora mit einer anderen Sorte von BASF vermischt, die noch nicht von der EU zugelassen ist. Das Land Mecklenburg Vorpommern, indem die Kartoffel ebenfalls testweise angebaut wird, zog Amflora, die durch das "Ausschalten" eines bestimmten Bestandteils mehr Amylopektin-Stärke produzieren soll, die in der Papier- und Klebstoffindustrie gefragt ist, daraufhin vorerst aus dem Verkehr. Diese Sperre werde erst wieder aufgehoben, wenn der Verdacht auf Verunreinigungen ausgeräumt sei.
Bestechungsaffäre weitet sich aus
Für negative Schlagzeilen sorgt derzeit auch die Bestechungsaffäre bei BASF, in der jüngst zwei weitere Mitarbeiter ins Visier der Ermittler geraten sind. Nach Aussage des Chemiekonzerns BASF durchsuchte die Polizei am Dienstag die Arbeitsplätze der beiden Beschäftigten, die beide umgehend freigestellt worden seien. Bislang hatte BASF in der Affäre sechs Beschäftigte entlassen.
Cheuvreaux belässt BASF auf "Selected List"
Positive Nachrichten gibt es dagegen von der französischen Investmentbank Cheuvreaux. Ihr Analyst Martin Rödiger hat BASF mit einem Kursziel von 61 Euro auf der "Selected List" belassen. Das Geschäft des Chemiekonzerns laufe weiter gut und das Unternehmen bleibe optimistisch für den Rest des Jahres, so Rödiger. Von den Risiken steigender Ethylen-Kapazitäten sei BASF weniger betroffen und sinkende Preise in einigen Bereichen seien ebenfalls kein größeres Problem.

Günstige Einstiegsmöglichkeit
Der vorläufige Amflora-Stopp und vor allem die Bestechungsaffäre könnten in den nächsten Wochen weiterhin für negative Schlagzeilen sorgen. Nach dem Bruch des Aufwärtstrends bleibt auch das charttechnische Bild eingetrübt. Die Aktien des Chemiekonzerns könnten deshalb kurzfristig weiter unter Druck bleiben. Fundamental ist an BASF trotz der negativen Schlagzeilen dagegen weiter kaum etwas auszusetzen. Schwache Tage sollte weiter zum Positionsaufbau genutzt werden. Die alten Höchststände oberhalb von 50 Euro bleiben das mittelfristige Kursziel. Ein Stoppkurs bei 37,50 sichert ab.