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Ausbruch: Analytik Jena schluckt "Giftpille" gegen Übernahme

Florian Söllner

Die Ereignisse bei Analytik Jena überschlagen sich. Der Technologiekonzern hat nun offenbar zur Abwehr einer Übernahme durch Verder eine Kapitalerhöhung angekündigt. Das Besondere dabei: Nur bestimmte Aktionäre dürften die begehrten Papiere zeichnen.

Dieses Pille dürfte dem aggressiven Großaktionär Verder gar nicht schmecken: Analytik Jena setzt mit einer Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechtes der Aktionäre auf eine sogenannte "Poison Pill" - offenbar um die weitere Einflussnahme von Verder einzudämmen. Denn die 470.000 neuen Stückaktien zum Ausgabebetrag von 10,48 Euro je Aktie dürfen ausschließlich durch bm-t beteilungsmanagement thüringen gezeichnet werden. Der Aktienanteil von bm-t steigt damit von 10,4 auf 17,8  Prozent.

Der holländische Pumpenhersteller Verder hatte zuletzt mit rund 17 Prozent eine ähnlich hohe Prozentzahl erworben - die Stimmrechte werden durch die Kapitalerhöhung nun jedoch um rund neun Prozent verwässert. Der Einfluss des offenbar unliebsamen Aktionärs  ist damit wieder gesunken. Bereits 2008 hatte dieser ein Übernahmeangebot zu 7,50 Euro je Aktie für Analytik Jena abgegeben - was damals vom Management (37 Prozent der Anteile) abgelehnt wurde.

In der offiziellen Mitteilung wird als Grund der Kapitalerhöhung freilich ein anderer angeben: "Der Erlös aus der Kapitalerhöhung soll für den weiteren Ausbau unseres Geschäftes, bei dem insbesondere Portfolioergänzungen mit hohen Synergieeffekten eine Rolle spielen, eingesetzt werden", so Firmenchef Klaus Berka. Bereits der 2009 durchgeführten Kapitalerhöhung folgte mit Cybio eine nennenswerte Übernahme.

Gewinne laufen lassen

Die Spekulation auf eine Übernahme-Schlacht ist aufgegangen. Charttechnisch ist nach dem Überwinden des Widerstandes bei 11,40 Euro der Weg nach oben frei. Kurzfristig dürfte die KE jedoch Kaufdruck und Momentum aus dem Papier nehmen. Auch aufgrund der fundamental attraktiven Bewertung hält DER AKTIONÄR am Kursziel von 15 Euro (Neu: Stopp 8,70 Euro) fest. Neben dem 2012er-KGV von 11 gefällt das Potenzial für Margen- und Umsatzwachstum.

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