Aurelius nach Bayer-Deal: Jetzt muss die 30-Euro-Marke halten
Der Firmensanierer Aurelius hat Zahlen für das erste Quartal 2012 vorgelegt. Die größte Überraschung war der Weggang des Finanzvorstandes. Charttechnisch rückt nun eine wichtige Marke in den Fokus.
Spektakuläre Übernahmen sind das Geschäft der Aurelius AG. So hat sich die Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in München erst im April mit Bayer CropScience auf die Übernahme des Produktionsstandortes Norwich, Großbritannien, geeinigt. Dort werden von 260 Mitarbeitern Pflanzenschutzmittel sowie Spezial-Industriechemikalien produziert. Auch die "Traumschiff"-Reederei (Bild) gehört zum Portfolio.
Am Dienstag hat Aurelius nun Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Der Umsatz kletterte von 241 Millionen Euro im Vorjahr auf 252 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Ertragsteuern und Zinsen (EBITDA) verbesserte sich leicht von 16,2 auf nunmehr 16,5 Millionen Euro.

Finanzchef geht
Für Verstimmung - die Aktie liegt leicht im Minus - sorgte die Meldung, dass sich Ulrich Radlmayr, Vorstand für die Bereiche Finanzen, Recht und Steuern "aus persönlichen Gründen" entschlossen hat, seinen Vorstandsvertrag nicht mehr zu verlängern. Er hinterlässt eine relativ solides Zahlenwerk: Der Gesamtbestand an liquiden Mitteln beträgt immer noch 155 Millionen Euro (31. Dezember 2011: 162 Millionen Euro). Die Eigenkapitalquote lag zuletzt bei 31 Prozent gegenüber 30 Prozent zum 31. Dezember 2011.
Firmenchef Dr. Dirk Markus bleibt zuversichtlich: "Die operative Entwicklung ist in den meisten Konzernunternehmen positiv. Wir erwarten für Konzern bis Jahresende weiteres Wachstum - sowohl organisch als auch durch Zukäufe. Wir sind überzeugt, dass sich für uns zahlreiche neue Geschäftsopportunitäten ergeben werden."
Günstig aber volatil
Angesichts einer Dividendenrendite von über fünf Prozent ist der mit aktuell 300 Millionen Euro bewertete Sanierungsspezialist attraktiv gepreist. Zu beachten ist jedoch, dass die teils fragilen Töchter direkt von der Konjunkturentwicklung abhängig sind. Charttechnisch sollten Neueinsteiger abwarten, ob die psychologisch wichtige 30-Euro-Marke hält.
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