Amazon.com: Blitzstart für Apples größten Rivalen
Die Aktie des Online-Händlers Amazon.com hat zuletzt kräftig gelitten. Die ersten Zahlen für das Kindle Fire dürften der ihr nun aber wieder Auftrieb geben. Das Tablet hat es auf Anhieb auf Platz 2 der Verkaufscharts geschafft. Nur Apples iPad ist noch beliebter.
Die Einführung des Kindle Fire hat im vergangenen Jahr großes Aufsehen verursacht. Offenbar zu Recht: Amazon selbst gibt zwar keine Verkaufszahlen für das Tablet bekannt, die Marktforscher von IHS schätzen aber, dass Amazon im vierten Quartal 2011 knapp 3,9 Millionen Geräte verkauft hat. Damit hat sich das Amazon-Tablet aus dem Stand heraus einen Marktanteil von 14 Prozent gesichert. Klarer Marktführer bleibt Apple. Die Verkaufszahlen des iPad stiegen von 11,1 auf 15,4 Millionen. Der Marktanteil sank dennoch von 64 auf 57 Prozent.
Duopol
Die Tablet-Verkaufszahlen zeigen, dass sich vor allem zwei Anbieter etablieren: Apple im Premium-Bereich und Amazon im preiswerten Segment. Amazon bietet das Kindle Fire zu einem Kampfpreis von 199 Dollar an. Experten zufolge verdient Amazon dabei kaum noch etwas. Das Kindle Fire soll vielmehr Amazons Absatz digitaler Medien ankurbeln. Mit dem Kindle-eReader hat Amazon bei Büchern bereits erfolgreich vorgemacht, wie man Kunden alles aus einer Hand anbietet.
Auf den zweiten Blick noch besser
Bei den Zahlen des Kindle Fire sind zwei Dinge besonders bemerkenswert: Erstens kam das Kindle Fire erst am 15. November auf den Markt, und wurde damit nur in der Hälfte des vierten Quartals verkauft. Zweitens ist das Fire bisher im Grunde nur in den USA erhältlich und hat daher noch einen deutlich kleineren Absatzmarkt.

Weitsicht zahlt sich aus
Die Amazon-Aktie ist zuletzt stark unter Druck geraten, da Gründer und Konzernchef Jeff Bezos wieder einmal große Investitionen in die Infrastruktur angekündigt hat. Für den massenweisen Verkauf von digitalen Inhalten sind diese aber zwingend notwendig. Die ersten Absatzschätzungen für das Kindle Fire stimmen zuversichtlich, dass sich die Weitsicht des Konzernchefs erneut auszahlt. Spätestens wenn die Aktie den charttechnischen Abwärtstrend überwindet, sollten Anleger wieder zugreifen.
Leserkommentare
Die Kommentarfunktion wird moderiert. Die Moderation liegt alleine bei der Börsenmedien AG. Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt.
Disqus ist ein Online-Dienst und wird von der Big Head Labs, Inc. aus San Francisco in den USA zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden sind in den Börsenmedien-Datenschutzbestimmungen zu finden.
Aktien-Reports
Weitere Artikel zum Thema
Die Gerüchte verdichten sich: Bereits am 7. März könnte Apple ein neues iPad vorstellen und damit seinen Vorsprung auf die Konkurrenz weiter ausbauen. Der Aktienkurs war zuletzt heftigen Schwankungen unterworfen. Sind jetzt wieder neue Höchstkurse möglich?...mehr |
Absturz mit Ansage: Die Aktie des amerikanischen E-Commerce-Riesen Amazon.com bezieht im frühen US-Geschäft Prügel und weitet den Verlust vom Voranbend weiter aus. Der Test des 52-Wochen-Tiefs dürfte kurzfristig erfolgen. ...mehr |
Nach einer monatelangen Konsolidierung hat die Amazon-Aktie zuletzt wieder Stärke gezeigt. Das Allzeithoch ist zum Greifen nahe. Ein Ausbruch sollte Anschlussgewinne nach sich ziehen. Risikobewusste Anleger können eine Trading-Position eröffnen....mehr |
Schnell, kompakt, konkret. Aktien-Experte Alfred Maydorn analysiert die wichtigsten und interessantesten Aktien der Woche. In dieser Ausgabe: Solarworld, Praktiker, Commerzbank, Nokia, Apple und Blackberry....mehr |
Bei Apple bewegt sich was: Noch nicht bei der Aktie, die weiterhin eher stagniert, aber hinter den Kulissen. Neuen Gerüchten zufolge wird an einem Billig-iPhone gearbeitet, das nur 75 Euro kosten soll. Mit diesem Gerät sollen vor allem in China und Indien Marktanteile gewonnen werden....mehr |























