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Nokia: Reise ungewiss

André Greiner

Am Rande der Siemens-Hauptversammlung gab Finanzchef Joe Kaeser heute eine düstere Prognose für das Mobilfunk Joint-Venture mit Nokia ab. Die Aktie des finnischen Handykonzerns befindet sich seit Mitte letzten Jahres in einer Seitwärtsbewegung. Wohin die Reise geht, scheint ungewiss.

Nachdem Nokia in den letzten beiden Monaten des vergangenen Jahres unter Druck geriet, hat die Aktie seit Beginn des Jahres wieder Boden gut gemacht. Ein klares Bild zeigt sich jedoch nicht ab.

Ständiges Sorgenkind NSN

Das Joint-Venture Nokia Siemens Networks (NSN) belastet weiterhin Nokias Geschäft. Im ersten Quartal schrieb NSN eine schwarze Null, nach Gewinnen von 18 Millionen Euro im Vorjahr. Insgesamt betrachtet hat NSN den beiden Mutterkonzernen in den vergangenen Jahren hohe Verluste eingebracht. Das Unternehmen will sich nun komplett auf mobile Netze fokussieren und bis Ende 2013 insgesamt 17.000 Stellen abbauen. Das Festnetzgeschäft wird aufgegeben. Für negative Schlagzeilen sorgte heute Siemens-Finanzchef Joe Kaeser am Rande der Siemens-Hauptversammlung. Kaeser zufolge werden im zweiten Geschäftsquartal erhebliche Belastungen aus Umbauprogrammen der Tochter anfallen. Der Umbau wird unter der operativen Führung von Nokia stattfinden. Laut einem Bericht der Financial Times Deutschland hat NSN unterdessen Schulden umgeschichtet und bei einem Bankenkonsortium fast 1,3 Milliarden Euro eingesammelt. Vergangenes Jahr hatten Nokia und Siemens vergeblich einen Käufer für NSN gesucht und zusammen eine Milliarde Euro frisches Kapital in das kriselnde Unternehmen gepumpt.

Flagschiff Lumia 800 mit gutem Absatz

Erfreuliche Nachrichten kommen vom Nokia-Flagschiff Lumia 800. Laut dem Wirtschafts-Nachrichtendienst Bloomberg sollen bis Ende des Jahres 2011 rund 1,3 Millionen Lumia-Modelle verkauft worden sein. Für das erste Quartal 2012 geht man von einem Absatz von 3,2 Millionen Smartphones aus. Das Lumia ist Nokias erstes Windows 7 Phone. Nach der Abkehr vom eigenen Betriebssystem Symbian liegen hohe Erwartungen auf dem Lumia 800. Im März wird wohl das Lumia 900 in den Markt kommen.

Abwarten

Für Anleger bietet die Nokia-Aktie ein zweigeteiltes Bild. Während sich Nokia seit Anfang des Jahres in einem kurzfristigem Aufwärtstrend befindet, verhelfen die Fundamentaldaten dem Papier nicht zu gewünschten Kurssprüngen. Nokia ist heute einer der größten Verlierer im Eurostoxx 50. Vorsichtige Anleger warten vor einem Einstieg die Veröffentlichung der Quartalszahlen am Donnerstag ab.

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