Thorsten Küfner
Die Allianz will ihre Marktstellung in Asien weiter verbessern. Nun will die Sparte Industrieversicherungen in ihrem Bereich größter ausländischer Versicherer werden. Damit würde die Tochtergesellschaft des Münchner DAX-Konzerns den angeschlagenen US-Versicherer AIG ablösen.
Die Allianz will die Schwäche des großen Rivalen AIG nutzen, um im Industrieversicherungsgeschäft in Asien am US-Konzern vorbeizuziehen. "Wir wollen AIG als Marktführer der nichtasiatischen Industrieversicherer in der Region ablösen", erklärte der Chef der Allianz Global Corporate and Specialty (AGCS), Axel Theis, gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Theis fügte hinzu, dass die Sparte derzeit „ganz klar von der Schwäche der AIG" profitiere.
Bisher nur drei Prozent der gesamten Prämieneinnahmen
AGCS will sich vor allem auf die Märkte in Japan, Südostasien und Australien konzentrieren. Die Allianz-Tochtergesellschaft versichert weltweit Fabriken, Brücken oder Bergwerke, Flugzeuge oder die Schifffahrt oberhalb von Werten von 500 Millionen Euro und bewegt sich damit in Asien in einem stark fragmentierten Markt.
Theis kündigte an, dass in der Branche noch in diesem Jahr höhere Prämien durchgesetzt werden sollen. Ein Grund hierfür seien die Naturkatastrophen, die die Rückversicherer stärker belasteten. Bislang macht das in Asien gebuchte Geschäft drei Prozent des gesamten Prämienaufkommens von 3,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr aus. "Bis 2012 werden wir den Anteil auf sechs Prozent steigern", erklärte Theis. Der Anteil des deutschen Marktes liegt derzeit bei 24 Prozent, der des amerikanischen bei 29 Prozent.
China und Indien aktuell weniger interessant
Aus Gründen der Profitabilität erscheinen Theis China und Indien als derzeit noch weniger interessant: Theis betonte: "Dort wird das Geschäft vor allem von staatlichen Versicherungsgruppen gemacht. Mit deren Bedingungen können und wollen wir nicht mithalten. Wenn die Märkte sich weiter öffnen, stehen wir bereit." Bislang versichert AGCS dort vorwiegend Großprojekte der Allianz-Kunden in Deutschland - diese fließen allerdings nicht in die Ergebnisrechnung des Asiengeschäftes. Von den Bruttoprämien in Asien von 220 Millionen Euro stammen bislang 60 Prozent aus dem Geschäft mit asiatischen Kunden vor Ort. "Dieses organische Wachstum in der Region gilt es zu steigern", sagte Theis.

Wann wird die 90-Euro-Marke geknackt?
Die Aktie der Allianz ist noch immer unter bewertet (2010er-KGV von gerade einmal 8) und bleibt damit ein klarer Kauf. Aus charttechnischer Sicht dürfte in den kommenden Wochen entscheidend werden, ob es dem Kurs gelingt, endlich den Widerstand bei 90 Euro zu überwinden. Das Kursziel lautet derzeit weiterhin 100 Euro, der Stoppkurs sollte bei 69 Euro belassen werden.