Florian Söllner
Auch chinesische Solarhersteller machen mittlerweile dicke Verluste. Der einstige Highflyer Trina Solar wird selbst im nächsten Jahr keine Gewinne mehr erzielen und veröffentlichte nun eine Gewinnwarnung.
Trina Solar war bisher das Aushängeschild der chinesischen Solarbranche. Der vollintegierte Solarmodulhersteller glänzte in den letzten Jahren mit besonders modernen Maschinen und damit niedrigen Kostenstrukturen. Doch selbst damit können derzeit keine Gewinne mehr erzielt werden. 31,5 Millionen Dollar hat Trina im vierten Quartal verloren. Noch im Vorjahr wurde im gleichen Zeitraum ein Gewinn von 82,9 Millionen Euro erzielt. Nun tritt Trina auf die Bremse: Statt 1,75 bis 1,80 GW wollen die Chinesen dieses Jahr nur noch 1,40 GW ausliefern.
Und das Drama geht weiter: Da sich der Preisverfall von Solarmodulen fortsetzt, erwartet das Gros der Analysten auch 2012 einen Nettoverlust. Selbst 2013 sehen einige Experten noch rote Zahlen bei Trina Solar. Nach den überraschend schwachen Quartalszahlen bleibt auch die Bank of America skeptisch und prognostiziert nur noch ein Kursziel von 2,00 Dollar. Damit hätte die Aktie weitere 70 Prozent Abwärtspotenzial. Im Schnitt liegt das Kursziel der Analysten hingegen immer noch bei 9,14 Dollar.
Trina-Chef Jifan Gao hatte schon im Vorfeld der Zahlen einen düsteren Ausblick für den Sektor gegeben: "Bis 2015 werden zwei Drittel der Solarplayer vom Markt verschwinden", sagte er in einem Interview. Doch nicht alle gingen pleite: "Das ist das Jahrzehnt der Übernahmen und Fusionen."

Doppelter Boden
Die Stimmung könnte derzeit nicht düsterer sein. Genau deswegen scheint jedoch kurzfristig schon viel Negatives im Kurs eingepreist und eine kurze Erholungsbewegung möglich. Einen solchen Zock sollten jedoch nur Trader wagen, die den Absprung nicht vergessen. Schließlich ist der mittelfristige Abwärtstrend der Aktie voll intakt und auch operativ noch keine nachhaltige Entspannung absehbar.