Aktuell: Solarexperte über Preisverfall für Trina, Q-Cells, Solarworld und Co
Florian Söllner
Sommerschlussverkauf in der Solarbranche. Experte Wolfgang Hummel hat mit chinesischen Herstellern gesprochen und sieht weiterhin einen brutalen Preiswettbewerb. Am langen Hebel sitzen nun die Projektierer.
Es gab Zeiten, in denen Solarpark-Bauer nur Module erhalten hatten, wenn sie gleichzeitig Knebelverträge für die kommenden Jahre unterschrieben. Doch aus dem Mangel an Solarmodulen ist längst ein Überschussmarkt geworden. Das unterstreicht jetzt Wolfgang Hummel gegenüber dem AKTIONÄR. Dem Solarexeperten zufolge ist nun erstmals die 70-Cent-Marke gefallen: "Ich hatte letzte Woche ein Gespräch mit dem Vorstand von Trina Solar. Die Abnehmer, in der Regel Projektentwickler, verlangen gegenwärtig selbst gegenüber solchen im Markt führenden Unternehmen Zahlungsziele von sechs Monaten beziehungsweise Zahlung nach Verkauf einer Solaranlage beziehungsweise eines Solarparks."
Zudem berichtete er über ein aktuelles Beispiel für den Preisverfall bei Modulen von der 26. Europäischen Photovoltaik-Messe diese Woche in Hamburg. So bot Zhong Jing Solar Silizium-Module mit TÜV-Siegel zu 0,68 Cent per Watt an. "Dies sind Preise, die bisher bestenfalls für Dünnschicht-Module galten", so der Solarexperte. In Hintergrundgesprächen hat DER AKTIONÄR erfahren, dass in diesen Tagen selbst Module von chinesischen Premiumanbietern für rund 0,75 Euro pro Watt angeboten werden.
Noch abwarten
DER AKTIONÄR rechnet mit potentiell schwachen Quartalszahlen der Solarhersteller. Dies wird gerade in die Aktienkurse eingepreist. Noch ist eine Trendwende der Aktien von Solarworld oder Trina nicht erkennbar. Doch nach einer Bodenbildung kann für einige ausgewählte Solarfirmen aufgrund der für die nächsten Jahre in wichtigen Märkten anstehenden Grid Parity durchaus ein zweiter Frühling anbrechen.
Die Nachrichtenlage für Solarmodulhersteller ist weiterhin angespannt. Offenbar geht der Preisverfall bei Solarmodulen munter weiter. Auch die Charttechnik von Solarworld zeigt derzeit ein klares Bild....mehr
Die Analysten von Jefferies bezeichnen Solarworld als langfristigen Gewinner der Solarbranche, reduzieren aber gleichzeitig das Kursziel von 7,00 auf 4,50 Euro. Was sind die Gründe für diesen drastischen Schritt?...mehr
Selbst die Kostenführer Trina Solar und Suntech Power schreiben derzeit hohe Verluste. Doch es gibt erste Lichtblicke: Gegenüber dem letzten Quartal 2011 wurde das Minus teils deutlich reduziert. ...mehr
Keiner kann den Solarmarkt besser einschätzen als Gordon Johnson. Der Solar-Bär hat den Absturz schon im Jahr 2010 vorhergesehen. Nun hat ihn DER AKTIONÄR erneut kontaktiert....mehr
Ist der Boden schon erreicht? Zumindest bei einigen chinesischen Solaraktien hat sich das Bild kurzfristig aufgehellt. Mutige Anleger können nun etwas Spielgeld auf einen Rebound setzen....mehr