Aktie trifft Investor (Teil II)
Auf dem Rhein nahe Bonn präsentieren sich heute im Rahmen einer Small-Cap-Konferenz mehrere Unternehmen. DER AKTIONÄR berichtet exklusiv.
Bereits zum siebten Mal veranstaltet die IR-Beratungsgesellschaft Rüttnauer Research die Small-Cap-Konferenz, auf der sich Unternehmen ausgewählten Investoren, Analysten und Journalisten präsentieren. DER AKTIONÄR berichtet exklusiv von der Veranstaltung.
Datagroup: Pralle Wolke
Max Schaber vom Cloud-Anbieter Datagroup blickt derzeit auf eine prall gefüllte Auftragspipeline. Der Konzern habe in den letzten Jahren elf Unternehmen gekauft, die mittlerweile alle profitabel arbeiten.
Im bald endenden Geschäftsjahr 2010/11 (30.09.) erwartet Schaber einen Umsatz von etwa 107 Millionen Euro und damit über der ursprünglichen Prognose. Der Dienstleistungsanteil habe sich in den zurückliegenden Jahren von über 20 Prozent auf über 60 Prozent erhöht, wobei der größte Teil vertragsgebunden ist. 94 Prozent des Deckungsbeitrages stammen inzwischen aus diesem Geschäft.
Eine Prognose für das Geschäftsjahr 2012 lässt sich Schaber allerdings nicht entlocken.
HPI: Der Erfolg liegt im Einkauf
HPI, Einkaufs- und Prozessdienstleister aus München, kann sich laut Vorstand Michael Negel vor Anfragen kaum retten. Studien zufolge beschäftigen sich derzeit 42 Prozent aller Industriebetriebe mit der Frage, ob sie Einkaufsvolumen auslagern sollen. Negel selbst werde nächste Woche MTU, anschließend ThyssenKrupp und später den Siemens-Konzern besuchen.
Das Erfolgsrezept: HPI beschert seinen Auftraggebern unter anderem niedrigere Einkaufspreise, niedrigere Prozesskosten, Lieferanteneinsparungen und niedrigere Logistikkosten. Aktuell verwaltet HPI ein Einkaufsvolumen von rund vier Milliarden Euro. Bei etwa 1,5 Promille liegt die Gebühr, die HPI erhebt.
Im Jahr 2011 will HPI rund 70 Millionen Euro erlösen. Der Gewinn pro Aktie soll zwischen 18 und 21 Cent ausfallen. Mittel- bis langfristig will das Unternehmen zwischen 20 und 30 Prozent pro Jahr wachsen. Nächstes Jahr soll beim Umsatz die 100-Millionen-Euro-Marke fallen, wobei eine Akquisition eingeplant ist.
An der HPI hält Negel selbst rund 28 Prozent. Stücke will er nicht verkaufen.
Impreglon: "Verlässlicher Partner"
Impreglon bietet Oberflächenbeschichtung für rund 2.000 Kunden weltweit in allen technischen Branchen. Das Unternehmen garantiert, dass der Kunde an Ort A die gleiche Beschichtung erhält wie an Ort B. "Das ist in der Branche ein entscheidender Punkt", so der Vorsitzende des Verwaltungsrats der Impreglon, Henning Claassen.
Für 2011 wird Impreglon einen Umsatz von 75 (2010: 55) Millionen Euro erzielen und damit die Prognose zur Hauptversammlung um rund eine Million Euro übertreffen. 2012 erwartet Claassen eine erneute Steigerung um 20 Prozent plus X.
Der Grund, warum Impreglon schneller wächst als die Konkurrenz, ist laut Claassen die Tatsache, dass die einzelnen Werke im Konzern neben den klassischen Informationsquellen das Know-how der anderen 19 Werke im Konzern nutzen können. Auch eine eventuelle Delle lässt den Manager kalt. Das Unternehmen habe drei "Riesen-Projekte" in der Pipeline, die dies abfedern könnten. Außerdem sind dieses Jahr noch zwei Akquisitionen geplant.
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