Aktie trifft Investor (Teil I)
Auf dem Rhein nahe Bonn präsentieren sich heute im Rahmen einer Small-Cap-Konferenz mehrere Unternehmen. DER AKTIONÄR berichtet exklusiv.
Bereits zum siebten Mal veranstaltet die IR-Beratungsgesellschaft Rüttnauer Research die Small-Cap-Konferenz, auf der sich Unternehmen ausgewählten Investoren, Analysten und Journalisten präsentieren. DER AKTIONÄR berichtet exklusiv von der Veranstaltung.
Bob Mobile: Wachstumsmarkt Online-Spiele
Den Anfang macht am frühen Morgen Bob Mobile, Anbieter von Online-Spielen und mobilen Mehrwertdiensten. Laut Vorstand Remco Westermann weist der Konzern, der sich seit 2010 verstärkt auf Online-Spiele fokussiert, nach vier Jahren profitablem Wachstum eine gesunde Bilanz auf.
Bob Mobile will künftig insbesondere den Bereich Online-Games ausbauen, optimieren und internationalisieren. Ferner soll die Verknüpfung zur mobilen Welt hergestellt werden. Hier befinden sich einige neue Produkte in der Pipeline, insbesondere im 3G-Bereich. Der Bob-Mobile-Vorstand schließt auch die Möglichkeit von Akquisitionen nicht aus. "Wir schauen uns Sachen an", so Westermann.
Für die Jahre 2011 und 2012 geht Westermann von einem jährlichen Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich aus. Das EBIT soll in diesem Jahr trotz hoher Investitionen moderat ansteigen. 2012 werde aufgrund von Skaleneffekten das Ergebnis stark wachsen. Nächstes Jahr soll es nach einjähriger Pause soll es auch wieder eine Dividende geben.
First Sensor: Hohes Wachstumspotenzial
"Es gibt keine Branche, für die wir noch keine Sensor-Lösung entwickelt haben", eröffnet Dr. Stein von First Sensor seine Präsentation. "Die Stärke ist, dass wir in der Lage sind, sowohl Kleinlosgrößen herzustellen, wie fünf Sensoren für eine Marskamera, als auch große Mengen, wie Lenkwinkelsensoren für einen großen europäischen Automobilkonzern."
Im Life-Science-Bereich sieht Dr. Stein riesige Wachstumschancen. Derzeit entwickelt der Konzern Sensoren für Krebssonden, die Lage und Größe eines Tumors erkennen. Die Deutsche Bank bescheinigte erst vor Kurzem der MEMS-Sensorik ein hohes Wachstumspotenzial. Künftig soll unter anderem das Produktgeschäft weiter ausbauen. Große Hoffnungen setzt Dr. Stein auf ein neues Feinstaubmessgerät, das ab 2013 relevant sein wird.
Für 2011 erwartet Dr. Stein einen Umsatz zwischen 51 und 55 Millionen Euro. Die EBIT-Rendite soll größer als zehn Prozent sein. Bis 2015 will First Sensor den Umsatz um durchschnittlich 20 Prozent steigern. Im Jahr 2015 wolle man Erlöse von 100 Millionen Euro und eine EBIT-Marge von über 15 Prozent erreichen. Das Wachstum soll überwiegend organisch erfolgen.
Curasan: Harte Zeiten
Im Gegensatz zu seinen Vorrednern kann Dr. Rössler, Chef von Curasan, mit steigenden Umsätzen und Gewinnen nicht dienen. Auch könne die Umsatzprognose für 2011 wahrscheinlich nicht gehalten werden. Das Ergebnis soll aber wie erwartet bei minus 3,6 Millionen Euro liegen.
Immerhin könne das Unternehmen alle Produktentwicklungen aus eigenen Mitteln und ohne Fremdbeteiligung stemmen. Hierbei handelt es sich laut Rössler insbesondere um synthetische Knochenersatzmaterialien.
Um wachsen zu können, hat man bereits mehrere globale Vertriebskooperationen geschlossen. Weitere sollen folgen. Rössler ist optimistisch, auch die FDA-Zulassung für die Curasan-Produkte zu bekommen.
Was die Bewertung des Unternehmens betrifft, gäbe es starke Unterschiede zwischen den USA und Deutschland. In Übersee wäre Curasan wahrscheinlich wesentlich höher bewertet. Er sieht deshalb großes Kurspotenzial für seine Aktie. Mit den Worten "Curasan ist spitze in der Welt auf ihrem Gebiet, und Aktionäre können ruhig schlafen", schließt Rössler seinen Vortrag.
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