Die Prognosen der Profis
In seiner Serie "Tipps von den Experten - was die Profis jetzt kaufen" fragte DER AKTIONÄR regelmäßig Börsenfachleute nach ihren persönlichen Favoriten. In seiner neuen Reihe "Die Prognosen der Profis" geht DER AKTIONÄR noch weiter: Wie entwickelt sich die Börse? Welche Risiken gibt es? Wo locken Chancen?
Wolfgang Braun, Chefredakteur der Aktien-Strategie, ist optimistisch für Aktien. "Ich erwarte, dass der DAX sein bisheriges Jahreshoch bei knapp 7.200 Punkten bis zum Sommer überbieten kann", sagt der Profi. "Die Versorgung der Märkte mit Liquidität bleibt üppig, Alternativen zu Aktien scheinen unattraktiv." Zudem entwickeln sich die Unternehmen laut Braun zum überwiegenden Teil besser als erwartet, wie die Zahlen für das erste Quartal zeigten.
Chancen im Visier
Noch interessanter als den DAX findet der Experte Investments im Nebenwerte-Sektor. "Zuletzt habe ich etwa für mein Musterdepot Dr. Hönle gekauft", verrät Braun. "Der Spezialist für UV-Technologie leidet derzeit etwas unter der Insolvenz von manroland, dem größten Kunden. Die Belastungen dürften aber ab Mitte des Jahres auslaufen, zumal sich für manroland inzwischen ein Investor gefunden hat. Dann rücken wieder die positiven Faktor in den Blickpunkt."
Dank einer großen Übernahme werde Dr. Hönle wohl im laufenden und im kommenden Geschäftsjahr prozentual zweistellig wachsen. "Die operative Marge dürfte um die 14 Prozent erreichen, so dass 2012/13 ein Gewinn je Aktie von rund 1,40 Euro möglich ist", sagt er. "Den jüngsten Kursrücksetzer sehe ich daher als hervorragende Einstiegschance mit einem Kursziel von mindestens 16 Euro."

Noch ein Tipp
Fundamental sehr günstig sei auch Centrotec. "Der Konzern ist auf energieeffiziente Gebäudetechnik spezialisiert. Sparsame Heizungs- und Lüftungssysteme sind wegen der Ökodebatte ein langfristiger Wachstumstrend." Für 2012 erwartet Braun, dass der Wachstumskurs fortgesetzt wird und nach dem Wegfall der Sonderbelastungen ein Gewinn je Aktie von gut einem Euro hängen bleibt. "Charttechnisch sieht die Aktie noch nicht so gut aus, was ein Investment etwas spekulativer macht. Dafür gibt es reichlich Potenzial: Den fairen Wert für die Aktie sehe ich bei 20 Euro."
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