Leon Müller
Am Morgen hat der Münchener Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland seine Jahresergebnisse 2009 veröffentlicht und damit die Erwartungen der Analysten weitestgehend getroffen: Gegenüber dem Vorjahr sanken Umsatz und Gewinn. Einziger Glanzpunkt war der durchschnittliche Umsatz je Kunde, der überrascht stark anstieg.
Sky Deutschland hat am Donnerstagmorgen vorbörslich die Jahresergebnisse 2009 veröffentlicht. In den ersten sechs Monaten nach dem Launch des neuen Entertainment-Services am 4. Juli 2009 hat das Unternehmen brutto insgesamt 369.000 neue Kunden gewonnen, 26 Prozent mehr als im 2. Halbjahr 2008. Innerhalb dieses Zeitraums hat sich die Anzahl der Abonnenten damit um netto 105.000 erhöht. Zum 31. Dezember 2009 verzeichnete Sky insgesamt 2,470 Millionen direkte Abonnenten. Damit rangierte die Zahl der Abonnenten am unteren Ende der Erwartungen von 2,47 bis 2,50 Millionen. Überraschend stark hingegen die Entwicklung beim durchschnittlichen Umsatz je Kunde (ARPU). Dieser stieg im vierten Quartal auf 27,45 Euro gegenüber 23,86 Euro im Vorjahresquartal und 25,77 Euro im dritten Quartal 2009. Das war allerdings auch schon der einzige Glanzpunkt...
Umsatz geht zurück, Verlust steigt
Der Umsatz ging im vierten Quartal von 236,1 auf 230,2 Millionen Euro zurück. Auf Gesamtjahressicht erzielte die Gesellschaft Erlöse in Höhe von 902,1 Millionen Euro und damit deutlich weniger als noch im Vorjahr, als 941,1 Millionen Euro durch die Kassen gingen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging von minus 57,0 Millionen Euro im Vorjahr auf -262,7 Millionen Euro zurück. Allein im vierten Quartal verlor das Unternehmen 81,6 Millionen Euro nach 44,5 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Zwei Millionen Euro Verlust am Tag
Besonders dramatisch war die Entwicklung beim Nettogewinn, beziehungsweise im Falle von Sky Deutschland beim Nettoverlust. Dieser summierte sich auf Gesamtjahressicht auf 676,5 Millionen Euro. Damit verbrannte der Konzern jeden Tag rund 1,85 Millionen Euro oder jede Stunde 77.226 Euro. Analysten hatten hier im Konsens mit einem Fehlbetrag in Höhe von 669,9 Millionen Euro gerechnet. Zurückzuführen ist dieser hohe Verlust unter anderem auf Abschreibungen im Zusammenhang mit der Einführung des Markennamens Sky und dem Ende von Premiere.
Zahlen alles in allem im Rahmen
Alles in allem fielen die Zahlen im Rahmen der Erwartungen aus. Wirklich punkten konnte Sky einzig bei der ARPU-Entwicklung. Etwas enttäuschend hingegen der Zuwachs bei den Abonnentenzahlen. Für das Ziel eines Kundenstamms von mindestens 2,8 Millionen Abonnenten im ersten Quartal 2011 ist ein Nettozuwachs je Quartal von 60.000 Abos notwendig, der nun aber unterschritten wurde. Der Fehlbetrag überrascht in seiner Höhe nicht. Am Aktienmarkt dürfte sich das Augenmerk nun vor allem auf zukunftsgerichtete Aussagen richten. Die Aktie bleibt ein heißes Eisen.