Air-Berlin-Aktie: Lufthansa-Streik verpufft
Während die Aktienmärkte gegen Ende der Handelswoche in den Rallyemodus schalten, ist davon bei Air Berlin nichts zu spüren. Die Aktie der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft setzt ihren Sturzflug fort. Sollten mutige Anleger jetzt zugreifen?
Des einen Leid ist des anderen Freud. Weil bei der Lufthansa hunderte Flüge ausfallen, hofft Air Berlin auf ein Zusatzgeschäft und setzt für diese Zeit größere Flieger ein. An der Börse kommt davon aber nichts an. Während die Aktienmärkte im Allgemeinen in den Rallyemodus geschaltet haben, setzt die Air-Berlin-Aktie ihren Sinkflug fort. Das Juni-Tief von 1,47 Euro ist nicht mehr weit entfernt.
Auslastung gesunken
Die Zurückhaltung der Anleger ist berechtigt, denn die Verkehrszahlen für den Monat August haben einmal mehr für Ernüchterung gesorgt. Demnach musste Air Berlin einen Passagierrückgang um fünf Prozent auf 3,6 Millionen Fluggäste verbuchen. Damit ist die Auslastung trotz der Verknappung des Angebots um 0,7 Prozentpunkte auf 84,5 Prozent gesunken. Der Rückgang der Auslastung zeigt, dass die Überkapazitäten im europäischen Flugverkehr weiter vorhanden sind und auf Air Berlin lasten.

Die Probleme bleiben
Angesichts der massiven Probleme Air Berlins erstaunt es nicht, dass Konzernchef Hartmut Mehdorn lautstark gegen die Berliner Flughafen-Spitze wettert, zumal Air Berlin vom aufgeschobenen Flughafen-Start besonders betroffen ist. Dass er die Fertigstellung miterlebt ist aber zweifelhaft, denn Großaktionär Etihad Airways fordert Mehdorns Rausschmiss. Doch an den massiven Problemen würde auch ein neuer Kopf nichts ändern. Auch sonst kämpft die hochdefizitäre Airline mit massiven Problemen. Der Sturzflug der Aktie dürfte somit noch lange nicht beendet sein, weshalb Anleger weiter nicht einsteigen sollten.
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