Air Berlin: Eigenkapital schmilzt weg
Die hochverschuldete Fluggesellschaft Air Berlin konnte sich im zweiten Quartal operativ verbessern. Allerdings rinnt das bisschen Eigenkapital dahin. CEO Mehdorn sieht sich dennoch auf einem guten Weg.
Mehr Schatten als Licht präsentierte Air Berlin bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal. Immer klarer wird: Ohne den Einstieg der reichen Etihad hätte das Aus wohl nicht verhindert werden können. Es zeigt sich aber auch ein Hoffnungsschimmer bei der defizitären Airline.
Minus steigt weiter an
Air Berlin ist auch im zweiten Quartal in die Verlustzone geflogen. Nicht zuletzt aufgrund von rund zehn Prozent höheren Treibstoffkosten musste der Lufthansa-Rivale unter dem Strich ein von 51 auf 66 Millionen Euro gestiegenes Minus ausweisen. Immerhin: Operativ machten sich die Sparbemühungen positiv bemerkbar. So sank das EBIT im Berichtszeitraum um neun Prozent auf 29 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um knapp zwei Prozent auf über 1,1 Milliarden Euro. "Die Umsatzerhöhung zeigt, dass wir den richtigen Kurs eingeschlagen haben", sagte Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn.
Erfolgreiches Sparprogramm
Fortschritte konnte Air Berlin beim laufenden Sparprogramm vorweisen. Zwischen April und Juni konnten die Kosten um 50 statt der geplanten 45 Millionen Euro reduziert werden. Insgesamt soll sich der operative Gewinn in diesem Jahr dank der Maßnahme um mehr als 200 Millionen Euro verbessern. Air Berlin will daher die Flotte verkleinern sowie das Flugangebot weiter ausdünnen. Nur die Langstrecke soll weiter ausgebaut werden. Firmenlenker Mehdorn will im kommenden Jahr wieder in die Gewinnzone fliegen.
Eigenkapital zerrinnt
Große Sorgen bereitet nach wie vor das schnell schwindende Eigenkapital. Innerhalb des Berichtszeitraums halbierten sich die Einlagen auf nur noch rund 100 Millionen Euro. Die Gesellschaft erklärte, der Eigenkapital-Rückgang sei saisonbedingt und hinge außerdem mit der Bewertung von Sicherungsgeschäften zusammen. Zum Jahresende soll die Eigenkapitalquote über dem Niveau des Vorjahres liegen.

Unruhiger Flug
Auch wenn die Sparbemühungen erste Erfolge hervorbringen. Air Berlin hängt weiter am Tropf der internationalen Geldgeber. Neben der viel zu dünnen Kapitaldecke belasten die hohen Kerosinpreise oder auch die Flugsteuer das Geschäft. Trotz der jüngsten Stabilisierung sollten Anleger weiterhin einen Bogen um die Aktie machen.
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