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Air Berlin: Besorgniserregende Bilanz

Thorsten Küfner

Air Berlin hat die Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Hierin ist bereits zu erkennen, dass unter dem neuen Konzernchef Hartmut Mehdorn effizienter gewirtschaftet wurde als unter seinem zuletzt erfolglosen Vorgänger Joachim Hunold. Allerdings bleibt die Lage für die defizitäre Fluglinie weiterhin prekär.

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Hartmut Mehdorn hat es im ersten Quartal des laufenden Jahres geschafft, den Verlust bei Air Berlin um 15 Prozent auf 103 Millionen Euro zu verringern. In dem für Fluggesellschaften stets schwierigen Auftaktquartal (Airlines fahren Gewinne meist nur in den Frühjahrs- und vor allem in den Sommermonaten ein) konnte trotz eines Passagierrückgangs der Umsatz um vier Prozent auf 813 Millionen Euro gesteigert werden (zur kompletten Unternehmensmeldung). Air Berlin reduzierte zudem die Kapazitäten, wodurch die Auslastung von 72,5 auf 76,4 Prozent kletterte. Mit diesem Wert steht Deutschlands zweitgrößte Fluglinie allerdings immer noch wesentlich schwächer da als profitable Konkurrenten wie etwa Easyjet mit zuletzt 89,3 Prozent. Zudem ist die Bilanz der Berliner trotz der operativen Verbesserungen immer noch besorgniserregend.

Eigenkapitalquote schrumpft weiter

Im Zuge des Quartalsverlusts haben sich die Bilanzkennzahlen bei Air Berlin weiter eingetrübt. Wie bereits in Ausgabe 20/12 betont, weist Air Berlin zudem Immateriellen Vermögensgegenstände auf, die mit 396 Millionen Euro das auf nur noch 210 Millionen Euro gesunkene Eigenkapital weit übersteigt - kein gutes Zeichen. Die Eigenkapitalquote beläuft sich wegen des Verlusts und des Anstiegs der kurzfristigen Verbindlichkeiten um mehr als ein Viertel mittlerweile nur noch auf mickrige acht Prozent. Ende 2011 lag die Quote immerhin noch bei elf Prozent.

Finger weg!

DER AKTIONÄR hält trotz des etwas verbesserten Zahlenwerks an seiner Einschätzung fest: Air Berlin hat große Probleme und dürfte wohl noch über Monate - wenn nicht Jahre hinweg - noch tiefrote Zahlen schreiben. Anleger sollten von der Aktie der angeschlagenen Fluglinie daher die Finger lassen. Mutige Anleger können sogar die SDAX-Titel shorten.

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