Adidas stellt Ebay, Amazon und sich selbst ins Abseits
Produkte des Herzogenauracher Sportartikelhersteller Adidas werden ab Januar 2013 nicht mehr auf Online-Verkaufsportalen wie Amazon und Ebay erhältlich sein. Das Unternehmen verbietet seinen Händlern den Vertrieb über entsprechende Plattformen. Anleger reagieren verschnupft und schicken die Adidas-Aktie ans DAX-Ende.
Am 1. Januar 2013 treten europaweit neue Richtlinien für den Online-Handel von Produkten aus dem Hause Adidas in Kraft. Demnach dürfen Adidas- und Reebok-Artikel ab diesem Zeitpunkt nicht mehr über Online-Plattformen verkauft werden, die gewisse Voraussetzungen nicht erfüllen.
Angemessene Präsentation
"Wir wollen sicherstellen, dass unsere Produkte über die Webseiten unserer Handelspartner oder unsere eigene Webseite verkauft werden", bestätigte eine Adidas-Sprecherin am Mittwoch den Bericht des Brancheninformationsdienstes Markt intern. Offizielle Handelspartner haben detaillierten Vorgaben zu folgen, was die angemessene Präsentation der Ware sicherstellen soll.
Amazon gesprächsbereit
Großer Gewinner dieser Entscheidung sind natürlich die offiziellen Adidas-Handelspartner wie Intersport oder Sport Scheck. Ob die neuen Richtlinien tatsächlich das Aus für den Vertrieb über Amazon bedeuten werden, bleibt abzuwarten. Amazon-Deutschlandchef Ralf Kleber zeigte sich gesprächsbereit. "Wir arbeiten gern mit Adidas und Reebok, um auch weiterhin sicherzustellen, dass ihre Produkte in einem optimalen Umfeld präsentiert werden können", so Kleber.

Aktie kaufenswert
Die neuen Richtlinien sind der nächste Schritt in der Neuausrichtung der Absatzwege des Sportartikelherstellers. Bereits seit April 2011 verkauft Adidas seine Produkte nicht mehr in Supermärkten, die auch Lebensmittel anbieten. Die Einschränkungen im Vertrieb kosten Adidas zwar Umsatz, gleichzeitig kann der Sportartikelhersteller aber die Positionierung der Marke schützen und übertriebene Rabatte vermeiden. Die Adidas-Aktie bleibt ein Favorit des AKTIONÄR. Das Kursziel liegt bei 72 Euro.
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