Jochen Kauper
Die Loewe-Aktie sorgte in den letzten Wochen für Furore. Seit Jahresbeginn hat das Papier des TV-Premiumherstellers über 60 Prozent an Wert zugelegt. Loewe heimste gleich mehrere Preise ein, die ersten Händler-Meetings waren ein voller Erfolg. Das Programm „Fast Forward“ scheint zu greifen, das lassen zumindest die Zahlen für das vierte Quartal im Jahr 2011 erahnen. Geht die rasante Aufwärtsbewegung der Loewe-Aktie weiter?

Endlich wieder positive Nachrichten aus dem fränkischen Kronach. Dass die Zahlen für das Gesamtjahr 2011 kein „Schmankerl" werden, war zu erwarten. Dass allerdings im vierten Quartal ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 1,2 Millionen Euro hängen blieb, kam dann doch etwas überraschend. „Die Internationale Funkausstellung 2011 in Berlin im September war für Loewe der erwartet gelungene Start in das wichtige Saisongeschäft.", kommentierte Loewe-Vorstand Oliver Seidl den Schlussspurt und zugleich den guten Start in das laufende Jahr.
Rote Zahlen in 2011
Insgesamt ging der Umsatz von Loewe im Jahr 2011 um 11 Prozent auf 307,3 Millionen Euro in die Knie. Das EBIT legte nochmals den Rückwärtsgang ein. Von minus 5,3 Millionen Euro ging es bis auf minus 10,5 Millionen Euro bergab. Dennoch, das vierte Quartal macht Mut. Die Schlankheitskur bei Loewe träge den Namen „Fast Forward". Diese zeigt Wirkung. Nachdem in den letzten Monaten die Produktentwicklung neu organisiert, der Vertrieb personell verstärkt und die internen Prozesse optimiert wurden, konnten die neuen Home-Entertainment-Systeme sowie die Audiodesign-Lösungen im vierten Quartal 2011 eingeführt werden. Durch die Überarbeitung zweier TV-Gerätelinien wurde die Bruttomarge zuletzt deutlich verbessert. Diese wurde von 23,6 Prozent im Vorjahr 24,4 Prozent im vierten Quartal 2011 ausgebaut. „Insgesamt ist es uns im vierten Quartal 2011 gelungen, die Basis für einen erfolgreichen Turnaround zu legen", zeigt sich Seidl erfreut über die aktuelle Entwicklung.
Starke Basis
Seidl sieht das Fundament für einen erfolgreichen Turnaround in der Premiumstrategie von Loewe. Vor allem das Zusammenwachsen von Unterhaltungselektronik- und IT-Branche macht der Vorstandsmannschaft von Loewe Hoffnung und birgt gleichzeitig neue Wachstumschancen. „Loewe verfügt mit seinen exklusiven Home Entertainment Lösungen über eine ideale Ausgangsposition, um vom Wachstum in diesen Segmenten zu profitieren - nicht zuletzt dank unserer preisgekrönten Innovationen in den Bereichen Smart-TV, Hausvernetzung und individueller Raumintegration", so der neue Loewe Technik-Vorstand, Dr. Detlef Teichner.
Hand in Hand mit maxdome
Auch wird Loewe in Zukunft mit Deutschlands größter Online-Videothek maxdome gemeinsame Wege gehen. In Deutschland können ab sofort Besitzer von Loewe Fernsehgeräten mit Internet-Zugang direkt auf das maxdome-Angebot zugreifen, ohne dabei eine Set-Top-Box zwischenschalten zu müssen. Die Nutzer können per Knopfdruck von der Fernsehwelt auf die über 45.000 Inhalte umfassende Online-Videothek wechseln. „Mit der Integration von Deutschlands größter Online-Videothek erschließen wir unseren Kunden eine faszinierende Erlebniswelt und dies bei maximalem Bedienungskomfort und bester Bildqualität", so Loewe-Chef Seidl.
Deutsch-französische Freundschaft
Zuletzt gabs einen Vertrauensbeweis des französischen Festplattenherstellers LaCie. Das Unternehmen wurde im November neuer Ankeraktionär des fränkischen Fernsehgeräteherstellers Loewe. La Cie mit Sitz in Paris übernahm 11,2 Prozent der Loewe-Aktien.

Abwarten
Die Loewe-Aktie konnte in den letzten Wochen enorm zulegen Die Umsätze in der Aktie haben stark zugenommen. „Wir unternehmen derzeit viel, um unsere neuen Produkte bei den Händlern zu präsentieren", so Presssprecher Dr. Roland Raithel von der Loewe AG gegenüber dem AKTIONÄR. Den starken Kurssprung konnte sich das Unternehmen allerdings nicht erklären. Anleger sollten vorerst eine Beruhigung des Papiers abwarten. Danach bietet sich eine Spekulationen mit einer kleinen Position auf einen Turnaround an.