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3D Systems: Der Tag danach

Markus Bußler

Die Aktie des 3D-Drucker-Spezialisten 3D Systems ist und bleibt nichts für schwache Nerven. Gestern kam es zu einem wahren Abverkauf bei dem Papier. In der Spitze verlor die Aktie im zweistelligen Prozentbereich. Neuigkeiten gab es keine. Doch die Zahlen am Montag werfen ihren Schatten voraus.

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Noch vor Börseneröffnung wird 3D Systems seine Zahlen für das abgelaufene Quartal bekanntgeben. Am Montag wird außerdem der Aktiensplit im Verhältnis 3:2 vollzogen. Damit wird die Aktie noch einmal günstiger. Zum gestrigen Kursrutsch dürfte allerdings auch die Anzahl der noch immer hohen Shortpositionen in der Aktie beigetragen haben. Und damit drängt sich die Frage auf: Haben die Shortys diesmal Recht?


Ein Bubble-Stock?

Das Hauptargument: Bei 3D Systems handelt es sich um einen Bubble-Stock, also um nichts anderes als um eine aufgeblasene Aktie. Und angesichts eines KGVs von etwa 44 für das abgelaufene Geschäftsjahr scheint dies auch nicht ganz aus der Luft gegriffen zu sein. Vergleiche mit der Internetblase zur Jahrtausendwende werden bemüht. Auch damals lauteten die Argumente oft „Die Aktie wird in ihre Bewertung hineinwachsen". Und tatsächlich: 3D Systems ist in den vergangenen Quartal auch gewachsen. Doch auch hier treten die Kritiker auf den Plan und argumentieren, das Wachstum sei vor allem durch Akquisitionen getrieben gewesen. Da der Konzern in den vergangenen Jahren mehr als 30 Unternehmen übernommen hat, ist auch dieses Argument nicht von der Hand zu weisen. Jetzt kommt es darauf an, dass 3D Systems auch organisches Wachstum vorweisen kann.

Was bremst die Verbreitung?

3D Systems setzt in höherem Maße als die Konkurrenz auf 3D-Drucker für den Heimbereich. Der Markt steckt in den Kinderschuhen. Rund 50.000 verkaufte 3D-Drucker an private Haushalte weltweit ist eine erschreckend niedrige Zahl. Dabei werden die Geräte langsam erschwinglich. Etwa 2.000 Dollar müssen Konsumenten in den USA für einen 3D-Drucker ausgeben. Das ist erschwinglich. Doch die entscheidende Frage ist: Was macht man mit diesem Gerät. Sicher, für Bastler, Tüftler und Entwickler sind 3D-Drucker eine tolle Sache. Doch für den Otto Normalverbraucher ist ein solches Gerät bislang ein teures Spielzeug. Handyschalen ausdrucken und selbst gestalten mag ein netter Zeitvertreib sein. Doch da solche Teile im Laden teilweise unter 20 Dollar zu haben sind, lohnt sich die Anschaffung des 3D-Druckers nicht. Immer wieder hört man von tollen Sachen, die mit dem 3D-Drucker ausgedruckt werden. Sogar die ersten Schallplatten sind mittlerweile ausgedruckt worden. Doch die Qualität ist noch nicht so hoch, dass es auch massentauglich ist. Mithin: Die sinnvollen Anwendungen für den Heimanwender fehlen bislang. Diese Tatsache bremst das Wachstum von 3D Systems in hohem Maße.

Doch: Die künftigen Perspektiven für die Technologie sind glänzend. Wie gesagt: nahezu täglich werden neue Erfindungen auf dem 3D-Drucker getätigt. Und neue Technologien kämpfen häufig mit dem oben beschrieben Phänomen, dass zunächst die Alltagstauglichkeit fehlt. DER AKTIONÄR ist überzeugt, dass es in den kommenden Monaten immer mehr sinnvolle Anwendungen für den 3D-Drucker geben wird. In einem ersten Schritt wird sicherlich nicht jeder private Haushalt einen 3D-Drucker zu Hause stehen haben. Doch ähnlich wie Copy-Shops wird es künftig wohl Möglichkeiten geben, seine Objekte auszudrucken. Einzig die Frage: Wie lange dauert es, bis sich die Technologie durchsetzt? Und hier kann es durchaus etwas länger dauern, als von vielen Optimisten erwartet. Dennoch: Wer einen langen Atem genauso wie starke Nerven mitbringt, sollte sich einige Stücke ins Depot legen. Auch wenn er dann eventuell auf Kostolanys viel zitierte Schlaftabletten zurückgreifen muss.  

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