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2010: Top-Dividenden trotz Wirtschaftskrise

Markus Horntrich

Bald ist Zahltag: 2010 werden die Unternehmen zwar insgesamt weniger ausschütten als im Vorjahr. Dennoch locken einige Firmen mit lukrativen Dividendenrenditen. DER AKTIONÄR nennt die Dividenden-Favoriten aus DAX und MDAX.

Das Jahr 2010 hat kaum angefangen, und schon laufen die Vorbereitungen für die Hauptversammlungen auf Hochtouren. Und wie jedes Jahr wird über die Dividendenausschüttung für das abgelaufene Geschäftsjahr abgestimmt.

17 Prozent weniger Dividende

Nach dem Krisenjahr 2009 ist klar, dass die Dividenden, die in den nächsten Monaten gezahlt werden, in den meisten Fällen geringer als vor einem Jahr aus­fallen werden. Bezogen auf den DAX ist mit einer Dividendensumme aller 30 Blue Chips von 20 Milliarden Euro zu rechnen, was gegenüber 2009 einem deutlichen Minus von 17 Prozent entspricht.

ThyssenKrupp zum Beispiel gehörte im letzten Jahr noch zu den Spitzenreitern, die Dividende für 2009 wurde jedoch von 1,30 Euro auf 0,30 Euro drastisch gekürzt. Kürzungen stehen jedoch nicht überall auf der Tagesordnung, viele Konzerne setzen auf Dividendenkontinuität, um ihren Aktionärsstamm zu halten. Das gilt besonders für die Aktie der Deut­schen Telekom, die, obwohl der Gewinn je Aktie im Jahr 2009 von 0,78 auf 0,53 Euro rückläufig ist, 0,78 Euro ausschütten wird.

Deutsche Telekom, E.on, RWE: Die Klassiker

Der rosa Riese ist, wie die meisten Telekomunternehmen, der klassische Dividendenwert auf dem deutschen Kurszettel - traditionell gehört die Aktie zu den Top-Dividendenpapieren. Für eine überdurchschnittliche Kurs-Performance hat es in den Vorjahren jedoch nicht gereicht. Für den Bonner Konzern, der auf eine Dividendenrendite von 7,6 Prozent kommt, sieht DER AKTIONÄR ein Kurziel von 12,00 Euro.

Ebenfalls fest gebucht in der Spitzengruppe sind traditionell E.on und RWE, die aktuell eine Rendite von je 5,1 Prozent aufweisen. Die Aktien der deutschen Versorger haben zuletzt jedoch enttäuscht, nachdem die Stromnachfrage rückläufig war. Für Dividendenjäger stehen E.on und RWE vor allem für eines: sichere Dividendenströme. Beide Konzern haben ihre Stromproduktion bereits für die nächsten zwei Jahre weitgehend verkauft, und das zu höheren Preisen. Da viele Anleger in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung 2010 verunsichert sind, könnten gerade "sichere" Dividendenwerte wie E.on und RWE wieder in den Mittelpunkt des Anlegerinteresses rücken.

Rückversicherer: Krise gemeistert

Die beiden Rückversicherer Münchener Rück und Hannover Rück sind glimpflich durch die Krise gekommen - dank niedriger Aktienquoten im Beteiligungsportfolio. Bezogen auf die Bewertungskennzahlen sind beide Werte attraktiv. Bei einer Dividendenrendite von 6 Prozent und einem 2010er-KGV von 6 erscheinen die Hannoveraner zwar etwas günstiger als die Münchener, die eine Rendite von 5,1 Prozent und ein KGV von 8 aufweisen, unter dem Strich ist das Potenzial für positive Überraschungen bei der Münchener Rück jedoch höher. Der DAX-Konzern hat im Gegensatz zu seinem Wettbewerber aus dem MDAX 2009 stärker auf Aktien gesetzt und dürfte daher höhere Margen schaffen.

GAGFAH: 20 Cent pro Quartal

Spitzenreiter, ähnlich wie im letzten Jahr im Rendite-Ranking, ist die Immobilienfirma GAGFAH mit 11,7 Prozent Dividendenrendite. Pro Quartal schüttet der MDAX-Wert 0,20 Euro an die Aktionäre aus, was sich im Gesamtjahr auf 0,80 Euro summiert. Angesichts eines Gewinns je Aktie von 0,19 Euro 2009 beziehungsweise 0,59 Euro 2010 mag dies der ein oder andere kritisch sehen, GAGFAH wird 2009 jedoch voraussichtlich einen Cashflow von über drei Euro je Aktie erwirtschaften, insofern dürften sich die Aktionäre wie im Vorjahr auf die Dividende verlassen können. Das Kursziel des AKTIONÄRS für den Immobilienwert liegt bei 8,00 Euro.

Besser als Festgeld

Wegen niedriger Kapitalmarktzinsen und insbesondere der Unsicherheiten bezüglich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung bieten Dividendenpapiere gerade für 2010 gute Chancen auf eine Outperformance. Das beste Chance/Risiko-Profil bietet die Münchener Rück, gefolgt von E.on und RWE. GAGFAH dagegen ist eher für spekulative Anleger geeignet.

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