"Siemens sollte PSI kaufen" – Übernahme von Smart-Grid-Firma eMeter
Charttechnisch hat sich die Lage für die PSI-Aktie deutlich verschlechtert. Doch Analyst Gerard Reid sieht weiterhin große Chancen in der Aktie. Denn eine Übernahme sei jederzeit möglich.
Der clevere Umgang mit Strom und Stromnetzen bleibt ein großes Thema. Gerade hat Siemens den kalifornischen Smart-Meter-Spezialisten eMeter gekauft. Auch die PSI AG, Spezialist für die intelligente Steuerung von Energienetzen, könnte früher oder später ins Visier geraten. Jefferies-Analyst Gerard Reid erklärte dem AKTIONÄR wieso: "Stellen Sie sich vor, Angela Merkel erhält Besuch aus China und geht mit dem Staatsgast in einem Netz-Kontrollraum, um ihn den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu zeigen - und was sieht der Gast: PSI-Netzsysteme, aber nichts von Siemens. Das ist sehr peinlich für einen Weltkonzern wie Siemens. Alleine deswegen sollte Siemens PSI kaufen." Der Energieversorger RWE ist bereits mit rund 18 Prozent an dem Berliner Konzern beteiligt.
Die von Reid angesprochene PSI-Software zum Managen von Strom- und Energienetzen gehörte dieses Jahr jedoch nicht zu den Kassenschlagern. Denn Energieversorger wie E.on und RWE zögern seit der Ankündigung der Energiewende mit neuen Investitionen. Doch auf mittlere Sicht ist klar, dass die Anbindung weiterer Wind- und Solaranlagen nur mit neuen Leitungen und Software möglich ist. Vorstandschef Schrimpf sagte daher, er erwartet im Verlauf des nächsten Jahres wieder "größere Aufträge".

Noch abwarten
Deutlich wurde Schrimpf auf dem Eigenkapitalforum beim Kursziel für die Aktie: "24 Euro werden wir sicher bald wieder erreichen". Davon ist das Papier jedoch derzeit weit entfernt. Charttechnisch hat sich die Lage gerade deutlich eingetrübt - die wichtige 14-Euro-Marke ist gefallen.
Anleger sollten die mit einem 2012er-KGV von 19 bewertete Zukunftsaktie auf die Watchlist setzen, aber vor einem Neueinstieg unbedingt eine Umkehrformation im Chart abwarten. Das Restrisiko, dass sich Siemens nicht für Charttechnik interessiert, sollte zunächst eingegangen werden.
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